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    Speak No Evil

    Jan Wernervon Jan Werner12. September 2022Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Ein dänischer Beitrag beim Fantasy Filmfest 2022 schickt sich an, für reichlich Gesprächsstoff zu sorgen. Ist Speak No Evil aber tatsächlich auch ein gelungener Psychothriller oder platzt der Ballon doch mit zu hohen Erwartungen?

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    Das Poster zeigt den Titel oben im Bild und unten ein älteres Auto mit schockierten Insassen. Speak No Evil
    Speak No Evil © Plaion Pictures

    Speak No Evil – Offizielle Handlungsangabe

    Inmitten eines unbeschwerten Sommerurlaubs in der Toskana lernen sie sich kennen – das dänische Ehepaar Björn und Louise und die holländischen Freigeister Patrick und Karin. Schnell kommt man sich trotz merklicher Unterschiede näher, und einige Monate nach Ferienende liegt im Briefkasten in Kopenhagen eine Einladung zu einem gemütlichen Wochenende auf dem Lande. Aus reiner Höflichkeit nehmen Björn und Louise das Angebot an und sitzen schon bald darauf mit Töchterchen Agnes im Auto Richtung Holland. Doch kaum ist die Familie im Ferienhaus ihrer Zufallsbekanntschaft angekommen, zeigen sich erste Risse in der heilen Fassade: Patrick vertritt mit latenter Aggressivität seine Ansichten, misshandelt jähzornig unter den gleichgültigen Blicken seiner Frau den stummen Sohn Abel und schließlich endet ein Abendessen im Gasthof in einem völligen Desaster aus Volltrunkenheit und Fremdscham.

    Björn und Louise hätten ihrem Instinkt folgen sollen, doch dann sabotiert ein vergessenes Stofftier die heimliche Abreise. Voller Schuldgefühle entschließt sich die Familie, weiterhin gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aus dieser letzten verhängnisvollen Entscheidung erwächst eine Katastrophe, die sich zwar in jeder Minute des Films vermeidbar und falsch anfühlt, und doch zur unausweichlichen Realität pervertiert.

    Je weniger man weiß, desto intensiver ist die Tour de Force

    Die Floskel mag abgedroschen sein, aber im Falle von Speak no Evil trifft sie tatsächlich den Nagel auf den Kopf: den Thriller aus Dänemark sollte man mit möglichst wenig Vorwissen sichten – dann treffen die Tiefschläge wirklich mit voller Wucht beim Publikum ein. Dementsprechend sei an dieser Stelle auch um Verständnis gebeten, falls diese Rezension an der ein oder anderen Stelle etwas elliptischer daherkommt, als üblich. Nichtsdestotrotz, sollte wer komplett unbeeinflußt an den Film herangehen mag, womöglich ab hier nicht mehr weiterlesen.

    *** Achtung, ab hier wird zumindest an der Oberfläche der Handlung gekratzt, sodass eine sanfte Spoilerwarnung angebracht ist***

    Speak No Evil ist ein grandioses Beispiel für ein Psychospiel, bei dem man zwar irgendwann weiß, welchen Ausgang es nehmen wird, aber dennoch dann schon so fest im Schraubstock eingezwängt wurde, dass man die Intensität voll am eigenen Körper nachfühlt. Bis der Thriller auf eines der kompromisslosesten Schlussviertel der letzten Zeit einbiegt, schaukelt sich die Atmosphäre in teils kaum auszuhaltenden Situationen schleichend aber doch forciert immer weiter hoch. Die Exzesse, die das Spiel des peinigenden Pärchens mit ihren Gästen treibt, ist beim Zusehen schon qualvoll, doch wenn man sich auch noch in die Lage der Akteure hineinversetzt und sich die Frage stellt, wann man selbst wohl die Reißleine gezogen hätte, dann ist der ganze Ritt umso unangenehmer zu verfolgen.

    Zwischenzeitliche Sozialkritik wird für maximalen Schock fallengelassen

    Lange Zeit fragt man sich bei Speak No Evil, was denn die Motivation von Patrick und Karin sind, wieso sie ausgerechnet die Bilderbuchfamilie von Björn und Louise für ihr Spiel, das stark an Hanekes Funny Games erinnert, auserkoren haben. Immer wieder gibt es dabei Szenen, die Anhaltspunkte dafür geben, dass die Macher hier auch die soziale Klasse, zu der das dänische Pärchen mit ihrer Tochter gehört, ein Stück weit hinterfragen wollen. Dabei konzentrieren sich einige Szenen sehr offensichtlich speziell auf das Verhältnis der beiden Männer, Patricks eigentlich toxische Art, die doch auf Björn eine gewisse Faszination auszuüben scheint. Und auch Aspekte wie eine gewisse Scheinheiligkeit, die Patrick Louise aufgrund ihrer Entscheidung, kein Fleisch aber trotzdem noch Fisch zu essen, unterstellt, werden mehrfach ausgespielt.

    Dann aber überschlagen sich ab einem gewissen Punkt in der Geschichte die Ereignisse und die sozialkritische Komponente scheint doch ein bisschen mehr angedeutet worden zu sein, als sich der Regisseur letzten Endes auszusprechen traut. Auch wenn man mit ein paar minimal anders gelagerten Drehbuchentscheidungen womöglich noch mehr in einen gesellschaftlichen Diskurs hätte hineinkommen können, so verfehlt die Rigorosität des finalen Akts keinesfalls seine gewollte Schockwirkung. Der Film ist alles andere als blutrünstig. Er braucht aber auch gar nicht mehr als zwei extrem harte Gewaltspitzen gen Ende, um diese Bilder dafür dauerhaft ins Gedächtnis seiner Zuschauer zu zementieren.

    Reichlich Diskussionsstoff auch dank der starken Darsteller

    Auch wenn, wie gesagt, das volle Potenzial dem in seiner Interpretation doch eindeutigen Ende ein Stück weit geopfert wird, so bietet der Weg dahin und insbesondere die erste Stunde viel Stoff für einen ausführlichen Diskurs –  sobald man sich vom schockierenden Schlussbild erholt hat. Insgesamt kann man die Bilder aber auch nur loben. Einige Totalen beispielsweise sprechen untermalt von einer ebenfalls fantastischen Musik für eine stilistische Handschrift, von der man künftig auf jeden Fall mehr sehen muss.

    Auch die beiden Darsteller, die das soziopathische Paar spielen, dürfen nicht vergessen werden. Diese unheimliche Aura, die von Fetja van Huêt ausgeht, sorgt für eine metaphorische Eiseskälte in jeder Szene, in der er auftaucht – und trotzdem ertappt man sich auch dabei, die Sympathien, die Björn für ihn hegt zumindest teilweise nachvollziehen zu können. Und auch sein weibliches Pendant Karina Smulders weiß diesen Balanceakt zwischen diabolischer Ader oder einer Frau, die weiß, wie sie ihre „Opfer“ so manipuliert, dass sie eigentlich irrationale Entscheidungen treffen, zu meistern. Auf inszenatorischer Ebene kann man dem Regisseur wenig bis gar nichts vorwerfen.

    Das Bild zeigt ein Auto in der Nacht durch dessen Fenster man schockierte Insassen sieht. Speak No Evil
    Pures Entsetzen in Speak No Evil © Plaion Pictures

    Unser Fazit zu Speak No Evil

    Speak No Evil ist ein Psychothriller, der aus einer einfachen Prämisse ein Maximum an Schockeffekt herausholt – speziell dann, wenn man sich vollkommen überraschen lässt. Die Daumenschrauben werden immer enger gezogen. Und als Zuschauer hinterfragt man mehr und mehr die Gutmütigkeit der Gepeinigten – kann aber doch nicht aufhören sich mit den eigenen Toleranzgrenzen auseinander zu setzen. Letztlich vergibt der starke Psychothriller mit den beängstigend guten Antagonisten nur durch die Entscheidung am Ende keine Fragen mehr offen zu lassen, etwas seines vollen Potenzials. Trotzdem hallt das Ende nach und gräbt sich mit Bildern, die den vollen Schmerz fast fühlbar machen, tief ins Gedächtnis des Publikums

    Speak No Evil läuft im Programm des Fantasy Filmfest 2022. Einen Termin für eine Kino- oder Heimkinoveröffentlichung gibt es noch nicht.


    © Plaion Pictures

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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