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    The Menu

    Luca Mattysvon Luca Mattys20. November 2022Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Die Gäste und Chefkoch Slowik blicken zur Glasfassade des Hawthorne hinaus
    Nur der Chefkoch weiß, was eigentlich vor sich geht. © 2022 20th Century Studios
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    Es ist angerichtet! Ralph Fiennes und Anya Taylor-Joy liefern sich in The Menu ein Kochduell der besonderen Art. Ist das wirklich das Rezept für einen gelungenen Film?

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    Tyler und Margot sitzen an einem Tisch, auf dem ein Teller angerichtet ist, hinter ihnen beobachtet sie Chefkoch Slowik - The Menu Cover
    Das Cover von The Menu © 2022 20th Century Studios

    Die Handlung von The Menu

    Auf das frischgebackene Pärchen Margot (Anya Taylor-Joy) und Tyler (Nicholas Hoult) wartet ein spektakulärer Besuch im Hawthorne. Das exklusive Restaurant, das sich auf einer einsamen Insel befindet, lockt mit einem unvergleichbaren Gourmet-Erlebnis. Unter Aufsicht von Chefkoch Slowik (Ralph Fiennes) wird das Personal dort auf Exzellenz gedrillt. Nicht nur ist das Essen brillant, der Abend soll außerdem interaktiv gestaltet sein. Alle Gänge unterstehen einem einzigen Motto, das es herauszufinden gilt. Während Tyler begeisterter Fan des Lokals ist, könnte Margot von dessen Gepflogenheiten nicht irritierter sein. Als sich jedoch herausstellt, dass Slowiks Plan etwas ganz anderes vorsieht als ein gemütliches Dinner, geht es für die Gäste bald ums Überleben.

    Chefkoch Slowik hat sich vor den Gästen des Restaurants positioniert, die ihm aufmerksam lauschen
    Noch ahnen die Gäste des Hawthorne nicht, was sie erwartet. © 2022 20th Century Studios

    Ein Augenschmaus

    Bei einem guten Gericht isst das Auge bekanntlich mit. Diese Weisheit hat sich Regisseur Mark Mylod anscheinend zu Herzen genommen. Eine der größten Stärken von The Menu ist zweifelsohne seine visuelle Präsentation. Das zentrale Set, in dem sich ein Großteil der Handlung abspielt, ist brillant designt. Nicht nur weist es eine unglaublich interessante und wiedererkennbare Ästhetik auf, es wird im späteren Verlauf des Films auch höchst effektiv in die Geschichte mit eingebunden. Keine Eigenheit des Raumes und der Requisiten ist bloße Zierde, alles dient einem höheren Zweck. Ohnehin ist es eine beachtliche Leistung, ein Set zu entwerfen, das variantenreich genug ist, um über 100 Minuten nicht für eine Sekunde langweilig zu werden.

    Natürlich sind aber der wahre Star des Films die Speisen, die den Figuren serviert werden. In fast schon intimen Nahaufnahmen sehen wir, wie Fleisch gebraten, Creme aufgetropft und Sauce verstrichen wird. Kamera und Sounddesign in Symbiose bieten eine sinnliche Erfahrung, bei der man meint, das Aroma der Gerichte beinahe selbst riechen zu können. Wenigen Zuschauern wird hier nicht das Wasser im Munde zusammenlaufen. Auch dies geschieht keineswegs zum Selbstzweck; die Präsentation, die an Kochshows wie Chef’s Table erinnern mag, legt den ersten Grundstein für den bissigen Kommentar, den Mylod servieren möchte.

    Ein Koch schüttet Sauce in eine Karaffe, die neben einem Teller mit einer Speise steht
    Im Hawthorne werden ausschließlich außergewöhnlich präsentierte Speisen serviert. © 2022 20th Century Studios

    Wem gilt die Satire?

    Das Ziel des Spottes von The Menu wird schnell offensichtlich. Es sind prätentiöse Kritiker, die sich Genuss statt Konsum auf die Fahne schreiben, aber keinerlei Respekt für die Grundlagen der Kunstform haben, die sie bewerten. Keine unkluge Taktik, immerhin macht sich der Film damit in gewisser Weise unrezensierbar.  Jeder Versuch, an seinen Kernthemen zu bohren, scheitert daran, dass man sich dadurch lediglich vor dem Spiegel, den Mylod vorhält, aufstellt und posiert. Dass die zentrale Botschaft des Drehbuchs als anti-intellektuelle Beleidigung aufgefasst werden könnte, spielt keine Rolle, denn um diese zentrale Botschaft überhaupt erst herauszulesen, muss man bereits ebendie kritische Denkweise an den Tag legen, die The Menu parodiert. Wo es zuerst noch scheint, als übe Mylod Kritik an meinungslosen Bloggern mit großen Klappen, wird schnell klar: Getroffen sein soll hier jeder, der Ansprüche an das hegt, das er konsumiert.

    Selbstverständlich geht es dabei nicht wirklich ausschließlich um Essen. Ralph Fiennes‘ Figur spricht direkt in die Kamera, als er den Gästen seines Restaurants verkündet: „Ihr seid es, die mir den Spaß an der Kunst geraubt haben.“ Gemeint sind also wir, das Publikum. Das Problem der Filmindustrie – so kann man die wichtigste These von The Menu nur schwerlich anders lesen – seien gerade nicht diejenigen, die brav fressen, was ihnen vorgesetzt wird. Angesichts der Liste der erfolgreichsten Filme des letzten Jahres, die eindrucksvoll das Gegenteil beweist, ist dies höchst kritisch zu betrachten.

    Ein Widerspruch in sich

    Fairerweise muss angemerkt werden, dass die Qualität der Themen eines Films nicht allein davon abhängt, inwiefern man ihnen zustimmt. Wichtiger ist die Art und Weise, wie sie cineastisch kommuniziert werden. Leider liegt hier direkt das nächste Problem: The Menu bleibt nicht konsequent. Das Lechzen nach Einfachheit, das dem Film aus jeder Pore tropft, beißt sich mit der Metapher, hinter der es sich versteckt. Denn eigentlich ist dieses Werk kein dummes. Sicherlich haben wir in den Autoren Reiss und Tracy nicht die Meister der Subtilität gefunden. Dennoch verlangt das Drehbuch, entschlüsselt zu werden, bevor man seinen Kern erreicht, welcher dann die Kunstform Film als bloße Beschallung propagiert. Kurz gesagt: The Menu ist die Art Werk, das eben jene Zuschauer verlangen, über die sich The Menu lustig macht. Der oft mit dem Studio A24 assoziierte „elevated horror“ hat das Publikum gezüchtet, das diesen Film besuchen und finanziell lukrativ machen wird.

    Die Kellnerin Elsa spricht mit den Gästen
    Kellnerin Elsa hat die Gäste genau im Blick. © 2022 20th Century Studios

    Diese Widersprüchlichkeit könnte der größten Fehler sein, den Mylod sich leistet. Der Regisseur, in dessen bisheriger Filmografie Ali G in da House den wohl prestigeträchtigsten Titel darstellt, wäre wohl besser damit gefahren, die Satire simpler aufzuziehen. Kürzlich erst konnte Ruben Östlund mit Triangle of Sadness eine Rundumohrfeige an die Oberschicht verteilen, ohne dabei das Stadium der Persiflage zu verlassen. Hätte Mylod die vierte Wand intakt gelassen und sich auf schräg überzeichnete Figuren konzentriert, wäre ein besserer Film dabei entstanden. Weniger ist manchmal eben doch mehr – insbesondere dann, wenn man eigentlich das Mehr veralbern möchte.

    Die bekömmlicheren Elemente

    Im Grunde war das Rezept für eine simple, aber spaßige Horrorkomödie nämlich durchaus gegeben. Man nehme einige schrille Charaktere und werfe sie auf eine einsame Insel. Allzu viel hätte am Humor an sich überhaupt nicht verändert werden müssen, der sitzt nämlich zumeist wie eine Eins. Besonders ein wiederkehrender visueller Witz, bei dem jedes Gericht wie auf der titelgebenden Speisekarte mit Texteinblendungen vorgestellt wird, wird herausragend verwendet. Auch der Dialog ist grundsolide. Hin und wieder ist eine Figur vielleicht ein wenig zu scharfzüngig, an anderen Stellen wiederum spürt man den Holzhammer sehr. Die Referenz zur Corona-Pandemie etwa wirkt wie mit dem Brecheisen eingefügt und hätte gestrichen werden können. Insgesamt jedoch unterhält der Film im Grunde über seine gesamte Laufzeit hinweg. Der fade Beigeschmack entwickelt sich erst dann, wenn man den Kinosaal verlassen hat.

    Darstellerisch tragen insbesondere Nicholas Hoult und Hong Chau dazu bei, dass das Ensemble einen guten Eindruck macht. Hoult, der für seine Rolle vielleicht sogar ein wenig zu sympathisch ist, darf in seiner Abschlussszene wirklich glänzen, während Chaus undurchschaubare Präsenz wie ein Schatten über den Esstischen hängt. Natürlich wirbt der Film primär mit Ralph Fiennes (endlich wieder als Antagonist zu sehen), dessen Darbietung ist jedoch eher enttäuschend. Bereits beim Augenrollen im Trailer wird klar: Er scheint sich hier eher im Autopilot-Modus zu finden. Sicher, er ist gut, das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass „gut“ Ralph Fiennes‘ Werkseinstellung ist. Zu erwarten gewesen wäre bei solch einer Figur eigentlich nicht weniger als etwas Großartiges.

    Chefkoch Slowik flüstert etwas in Tylers Ohr. Dieser ist zutiefst erschüttert.
    Tyler kann nicht fassen, was Chefkoch Slowik ihm sagt. © 2022 20th Century Studios

    Unser Fazit zu The Menu

    Schade! Die richtigen Zutaten waren allesamt gegeben, doch The Menu mag einfach nicht wirklich funktionieren. Während der Abspann läuft, verlässt der Zuschauer amüsiert den Saal, fängt aber bereits auf dem Heimweg an zu hinterfragen, ob das, was er gerade gesehen hat, wirklich zufriedenstellend war. Der Film ist zur gleichen Zeit zu clever und nicht clever genug. Keine der Figuren wurde ausreichend überspitzt, um im Gedächtnis zu bleiben. Schön anzusehen ist das Ganze dennoch und die aus der Präsentation resultierende Erfahrung ist nicht zu verachten. Wer also Fan davon ist, zu essen, was auf dem Tisch kommt, wird angenehme 106 Minuten erleben. Wer allerdings aus dem Kinobesuch wirklich etwas mitnehmen möchte, geht hier vermutlich hungrig zu Bett.

    The Menu erschien am 17. November 2022 in den deutschen Kinos!

    All unsere Kritiken und auch viele andere Videos findest du auch auf unserem YouTube-Kanal.


    © Walt Disney Germany

    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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