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    Startseite » The Messenger
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    The Messenger

    Rocket Manvon Rocket Man4. Februar 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    The Messenger führt vor allem vor Augen, was Krieg mit dem Menschen anrichten kann. Über die Auswirkungen des Krieges auf Soldaten und Menschen in The Messenger..

    Hauptplakat zu The Messenger
    Hauptplakat zu The Messenger aus 2010 von ©Senator Films

    Das Folgende nimmt Teile der Handlung vorweg, weil für die Kritik unerlässlich!

    Worum geht’s in The Messenger ?

    Will Montgomery (Ben Foster) ist einer der resignierenden und zerstörten Soldaten, die nur noch kurze Zeit bei der Army ihre Pflicht zu erfüllen haben, um dann in ein “normales“ Leben überzugehen. Ihn hat der Krieg verändert, wie er es mit jedem macht, der gekämpft und alles verloren hat, für das der Krieg im Leben eines jungen Mannes vielleicht mal stand. Seine Freundin kennt ihn längst nicht mehr und sein Leben besteht aus einer wenig geräumigen Wohnung, ohne PC und wenig Lebensinhalten, die ihn durchhalten lassen. Er ist allein, die Freunde aus dem Krieg in vielerlei Hinsicht gestorben.

    Und wäre das alles nicht schon schlimm genug, soll er seine letzten verpflichtenden 3 Monate als Überbringer der Nachrichten verheerender Todesfälle des Krieges an Familien überbringen. An seiner Seite der hochnäsige und routinierte Anthony Stone (Woody Harrelson), der ihn in die Schranken der Überbringung unterweist und darauf aus ist, so kühl und gelassen wie möglich diesen Job zu erledigen.

    Woody Harrelson und Ben Foster
    Woody Harrelson und Ben Foster in The Messenger. ©Wild Bunch

    Und…wie läuft das so ab in The Messenger ?

    Wir dürfen indes nicht nur bei einigen Hausbesuchen der beiden teilnehmen und sehen, wie die Nachricht über den Tod eines Familienmitgliedes durch die beiden an die Familien kommuniziert werden. Dazu gibt es ein Protokoll, das vorschreibt, was zu sagen ist, dass man die Trauernden nicht berühren darf, kurzum, dass man die Familien eher wie Dinge, denn Menschen behandeln sollte.

    Nichts, mit dem Will sich abfinden kann, denn er selbst hat Freunde verloren, seine Freundin und gewissermaßen auch seine Familie. Er ist in sich gekehrt, ruhig und das bedeutet gleichermaßen, zumindest meistens, dass er eines Tages entweder implodieren oder äußerlich und physisch explodieren wird. Viele Gefühle lassen sich jedenfalls in Ben Foster und seinem Gesicht, der den Will Montgomery fabelhaft mimt, nicht mehr ausmachen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kriegsopfern ist er aber auf der Suche, die resignierten Gefühle, Zweifel und die Schuldgefühle nach außen zu kehren, sie zu offenbaren und sich selbst zu retten.

    Eine der Familienangehörigen, denen er die schlimme Nachricht vom Tod ihres Mannes überbringen muss, wächst Will sehr ans Herz und beide haben eine Geschichte, die sie verbindet. Eine ehrliche…

    Währenddessen ist der anfangs noch gefühlskalte Anthony Stone, der ebenfalls fabelhaft von Woody Harrelson verkörpert wird, immer zu auf der Suche nach Bestätigung, die er nicht bekommt, weil er ein arroganter und unliebsamer Kotzbrocken ist. Er lebt die Routine und die Gewohnheit in seinem Job. Die Nachricht überbringen, im Namen des Secretary of the Army das Beileid aussprechen und die zwischenmenschlichen Interaktionen vollkommen ausblenden. Wie oft im Leben, kommt es ihm darauf an, wie das Papier die Situation vorsieht.

    Woody Harrelson in The Messenger
    Woody Harrelson geht gerne kalkuliert vor in The Messenger. ©Wild Bunch

    Was würden wir wohl tun?

    Ich kenne das arbeitstechnisch unter dem Begriff “Prozessbeschreibung“. Und an diese hält sich eigentlich niemand, da sie gewissermaßen immer Fehleranfällig ist. Es fehlt immer die menschliche Komponente, wie die persönliche Erklärung, Einweisung und im Falle von Anthony Stone, die beruhigende und verständnisvolle Ader, mit Menschen umzugehen.

    Aber ist das so falsch? Eigentlich reiner Selbstschutz, die Gefühle an sich abprallen zu lassen und die Familien mit dem Leid im wahrsten Sinne alleine dastehen zu lassen. Hier muss sich jeder sein eigenes Bild machen und die richtige Entscheidung fällen. Vielleicht hilft Will Montgomery’s menschlicher und aufopferungsvoller Charakter bei dieser Frage weiter, die, wie ich finde, niemand jemals beantworten kann.

    Ist The Messenger ein Film über die Army, einen Sergeant und einen Captain?

    Nein. Kein Zeigefinger, kein Werturteil. Nur der Job, die Botschaften über die Gefallenen und zwei einfache Menschen, die das Leid nur bedingt ertragen können und verzweifelt auf der Suche nach ihrem eigenen Platz in der Welt und einem Ventil für ihre leidenden Seelen sind. Will verliebt sich in die Witwe Olivia (Samantha Morton), in ruhigen Schritten, Ruhe und innerlicher Bekämpfung. Anthony unterdrückt seine Gefühle, verfällt dem Alkohol und arbeitet gen Ende endlich seine Gefühle auf. Will und Anthony machen eine starke Entwicklung durch und finden im Dialog gegen Ende, der monumental in seiner Aussage ist, zu sich selbst und gestehen sich Fehler, Buße und Veränderung ein.

    Oren Moverman belässt die Handlung, sowie alle Settings in verstörender Ruhe und untermalt die Dialoge, Hausbesuche und die Botschaften über gefallene Soldaten ohne Musikuntermalung, sodass man nur menschliche Gefühle und Regungen wahrnehmen kann. Das klingt zunächst sehr ernst, aber mir als Zuschauer hat die Musik nicht gefehlt. Musik wäre falsch gewesen. Musik verfälscht oft den Moment und die Botschaft, die sich hinter diesem Drehbuch und seinen Kniffen befindet. Dennoch hat Moverman keinen bittertraurigen Film gemacht, sondern einen stets ehrlichen und hin- und wieder auch humorvollen Film erschaffen, der die Ernsthaftigkeit seiner “Mission“ nie vergisst.

    Über diese Seite des Krieges gibt es keine eindeutige und richtige Meinung ...
    Über diese Seite des Krieges gibt es keine eindeutige und richtige Meinung in The Messenger. ©Wild Bunch

    Ein kleines Fazit

    Und die Mission hat The Messenger erfüllt. Über Selbstfindung, Integrität und Einfühlungsvermögen in einem Drama über den Tod im Krieg gefallener Soldaten und zwei einfachen Menschen, die sich selbst akzeptieren müssen, um die Botschaften zu überbringen oder einen neuen Weg einzuschlagen.

    „Warum bist du nicht gesprungen?“ Anthony Stone

    „Die Sonne ging auf.“  Will Montgomery


    © Senator Filmverleih

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