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    Titane

    Patrick Krämervon Patrick Krämer7. Oktober 2021Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Alexia in Lederjacke, mit dem Rücken zur Kamera in Titane
    Na, wer denkt hier an Drive? © Kochfilms
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    Mit ihrem ersten Spielfilm Raw hat Julia Ducournau 2016 ein enorm starkes Genre-Debüt abgeliefert. Mit Titane hat sie bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2021 sogar die goldene Palme gewonnen. In unserer Rezension lest ihr, was euch in dieser einzigartigen Genremischung erwartet.

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    Das Kinoplakat zu Titane, in dem man die Narbe der erwachsene Hauptdarstellerin sieht.
    Das Kinoplakat von Titane © Kochfilms

    Die Handlung von Titane

    Als Kind hatten Alexia und ihr Vater einen schweren Autounfall. Während ihr Vater keine nennenswerten körperlichen Schäden davontrug, musste Alexia wegen einer schweren Kopfverletzung eine Titanplatte in den Schädel eingesetzt werden.

    Nach einem Zeitsprung erleben wir Alexia mit Anfang 30 und bekommen erzählt, wie sich ihr Leben seither verändert hat. Ihre Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, ist mit unterkühlt noch wohlwollend beschrieben und ihr Geld verdient sie mit Auftritten als Stripperin bei Autoshows. Eines Abends, nach einer solchen Show, wird ein männlicher Gast ihr gegenüber sexuell übergriffig. Sie sieht keinen anderen Ausweg als den Mann zu töten. Auf der Flucht vor der Polizei fällt ihr das Vermisstenplakat des ihr sehr ähnlich aussehenden jungen Mannes Adrien auf und sie entscheidet kurzerhand dessen Identität anzunehmen.

    Die junge Alexia kurz nach der OP nach dem Unfall mit einem stützenden Gestell um den Kopf in Titane.
    Alexia kurz nach dem ihr Leben verändernden Unfall © Kochfilms

    Zur Einordnung

    Die französische Filmemacherin Julia Ducournau ist mit Sicherheit nicht dafür bekannt leicht verdauliche Filmkost zu servieren. Mit ihrem Langfilmdebüt Raw aus dem Jahr 2016, bei dem sie wie bei Titane ebenfalls das Drehbuch verfasste, zeigte sie bereits eindrücklich, dass sie sich in ihren Werken brisanten gesellschaftlichen Themen keinesfalls verschließt. Die hochinteressante Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Body-Horror feierte, ebenso wie Titane, auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere und hat seither eine Vielzahl Kritikerpreise eingeheimst.

    In der Zwischenzeit hat Ducournau unter anderem drei Episoden der von M. Night Shyamalan produzierten Mystery-Serie Servant inszeniert, die bei Apple TV+ zu sehen ist und an dieser Stelle ebenfalls empfohlen sei. Mit Titane legt sie nun ihren zweiten Kinofilm vor und in den nächsten Kapiteln lest ihr, ob sie das hohe Niveau von Raw halten oder sogar noch ausbauen konnte.

    Die erwachsene Alexia tanzt und strippt auf einer Autoshow in Titane.
    Alexia verdingt sich als Stripperin auf Autoshows © Kochfilms

    Titane ist schwer greifbar …

    Titane macht es der Zuschauerschaft wahrlich nicht leicht. Zunächst erzählt der Film, dass die junge Alexia an dem ihr Leben verändernden Unfall offenbar selbst nicht ganz unschuldig war. Dann inszeniert Ducournau die Protagonistin als brutale Stripperin, die immer weiter in einen Strudel aus Gewalt und Morden gerät und auch vor ihr eigentlich nahestehenden Menschen keinen Halt macht. Daher dürfte es einem Teil des Publikums schwerfallen, Sympathien für die Hauptfigur der Geschichte zu entwickeln. Dass man schlussendlich aber doch mit Alexia mitfiebert, liegt vor allem an der großartigen Performance von Agathe Rousselle. Die nicht-binäre Schauspielerin aus Paris feiert mit Titane ihr Langfilmdebüt und verleiht ihrer Figur eine schier unglaubliche Körperlichkeit und Greifbarkeit. Man kann die auf der Leinwand dargestellten Torturen, die teilweise bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus gehen, förmlich spüren und ihr Leid in jeder Sekunde nachfühlen.

    Doch auch die Darstellung ihres männlichen Konterparts Vincent durch den vor allem in Frankreich sehr renommierten Schauspieler Vincent Lindon steht der von Rouselle in so gut wie nichts nach. Lindon spielt den Vater des vermissten Jungen, der im Laufe der Geschichte also quasi zum Ziehvater der auf der Flucht befindlichen Alexia wird. Seine überzeugende Darstellung des gegen sein fortschreitendes Alter ankämpfenden und offenbar seelisch gebrochenen Feuerwehrkapitäns, ist ein weiterer großer Pluspunkt des Films.

    Die hauptsächlich anhand der Beziehung zwischen Alexia (beziehungsweise Adrien) und Vincent erzählte mitreißende Geschichte, hallt auch lange nach dem Kinobesuch noch nach und liefert mannigfaltige Denkanstöße zu Themen, die für ein Großteil des Publikums vermutlich nicht alltäglich sind.

    Alexia in Lederjacke, mit dem Rücken zur Kamera in Titane
    Na, wer denkt hier an Drive? © Kochfilms

    … hart aber herzlich …

    Fortan gibt sich Alexia also als junger Mann aus, um Unterschlupf bei Vincent zu finden und auch im Umfeld seiner Feuerwehrkollegen nicht aufzufallen. Mit diesem spannenden Versteckspiel verhandelt Titane fast beiläufig Themen wie die Suche nach geschlechtlicher beziehungsweise körperlicher Identität, kommentiert toxische Maskulinität und offenbart das für jeden Menschen eminent wichtige Bedürfnis nach Schutz und Selbstbestimmung. Die rohe und teilweise auch sehr grafisch dargestellte Gewalt vermischt sich im Laufe des Films mit mitunter versöhnlichen Tönen und durchaus positiv anmutenden Perspektiven auf nicht alltägliche Situationen.

    Das alles wird in teils hypnotischen und immer wunderschönen Bildern eingefangen, für die, wie auch schon bei Raw, Ruben Impens verantwortlich zeichnet. Die Kamera ist in einer Vielzahl der Szenen fast hautnah an den Protagonisten und vermag es, jede noch so kleine Mimik und Gestik einzufangen.

    Vordergründig mag man Titane schnell als überstilisierten und brutalen Film mit unglaubwürdig konstruierter Story abtun. Unter dieser rauen Oberfläche steckt aber ein intensives und unberechenbares Drama, dass ihr in dieser Form garantiert noch nicht gesehen habt.

    Alexia steht mit ausdruckslosem Gesicht vor einem Feuer in Titane.
    Brutalität bestimmt Alexias Leben © Kochfilms

    … und sicher keine leichte Kost!

    Doch genau das kann durchaus auch abschreckend wirken. Im ersten Drittel gibt es ein paar sehr brutale Tötungssequenzen zu sehen, die sicherlich nicht für alle Sehgewohnheiten geeignet sind. Im weiteren Verlauf des Films gesellen sich noch eklig anmutende Bilder und sehr schmerzhafte Situationen dazu, die dem Zuschauenden das Hingucken nicht immer leicht machen. Da wird im Kinosaal die ein oder andere Hand vor die Augen schnellen oder auch ein Raunen durch die Reihen gehen.

    Da zudem sämtliche Figuren in Titane Ecken und Kanten haben und es keine eindeutigen Pro- beziehungsweise Antagonisten gibt, fehlt ein klarer Anker innerhalb der Geschichte, mit dem man von vorn bis hinten mitfiebert. Das könnte abschreckend wirken und Teilen des Publikums die Zugänglichkeit erschweren.

    Vincent (Vincent Lindon) schaut oberkörperfrei mit angespannten Muskeln nach oben in Titane.
    Vincent Lindon als Alexias Ziehvater © Kochfilms

    Unser Fazit zu Titane

    Titane ist im besten aller Sinne ein wilder, emotional wie körperlich knüppelharter Ritt, der sich irgendwo zwischen Body-Horror und Coming-of-Age-Drama eine dunkle Nische gesucht und dort die Goldene Palme von Cannes gefunden hat. Nach ihrem tollen Erstling Raw zeigt Julia Ducournau einmal mehr, dass sie eine der spannendsten Filmemacherinnen der Gegenwart ist.

    Titane ist ab dem 7. Oktober 2021 im Kino zu sehen!


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    © Koch Films

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