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    Under the Silver Lake

    Heikovon Heiko7. November 2018Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? "Under the Silver Lake" © Weltkino
    Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? "Under the Silver Lake" © Weltkino
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    Am 6.12. startet Under the Silver Lake von Regie-Shootingstar David Robert Mitchell in den deutschen Lichtspielhäusern. Darin begibt sich Andrew Garfield auf eine bizarre Reise durch ein Los Angeles voller verrückter Menschen und anderer Absurditäten. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wird dabei so einiges abverlangt.

    Plakat zu "Under the Silver Lake" © Weltkino
    Plakat zu „Under the Silver Lake“ © Weltkino

    Inhalt

    Los Angeles. Obwohl die Miete für sein Apartment überfällig ist, hegt Sam (Andrew Garfield) keinerlei Ambitionen, einen Job zu finden. Lieber hängt er auf seinem Balkon herum, liest Comics und beobachtet die Nachbarinnen durchs Fernglas. Als ihn die umwerfend schöne Sarah (Riley Keough) eines Abends zu sich einlädt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Sam wittert eine globale Verschwörung, die Millionäre, Celebrities, Hundemörder und urbane Mythen involviert. Seine Suche nach Sarah mutiert dabei zur rauschhaften Odyssee durch den undurchsichtigen Dschungel der Großstadt.

    Eine Sinnsuche durch Hollywood

    Mit seinem Horrorfilm It Follows konnte David Robert Mitchell im Jahr 2014 nicht nur in Genrekreisen auf sich aufmerksam machen. Fans und Kritiker zeigten sich gleichermaßen beeindruckt von dem schlichten, aber vor allem inszenatorisch überzeugenden Gruselthriller. In seinem neusten Werk Under the Silver Lake hat er sich nun vorgenommen, eine ungleich komplexere Geschichte zu erzählen, verstrickt sich dabei jedoch in seiner eigenen geschaffenen Welt aus Partys, Verschwörungstheorien und Hollywood-Mythen.

    Andrew Garfield klarer Hitchcock-Referenz in "Under the Silver Lake" © Weltkino
    Andrew Garfield mit Hitchcock-Referenz in „Under the Silver Lake“ © Weltkino

    Denn Andrew Garfield (The Social Network, Silence) trifft auf seiner Sinn- und Wahrheitssuche auf eine ganze Reihe bizarrer Figuren und absurder Ereignisse, bei denen es nicht immer leicht fällt, den Überblick zu behalten oder einen tieferen Sinn zu erkennen. Wenn etwa zum wiederholten Male tierische oder menschliche Exkremente in Nahaufnahme präsentiert werden, muss man sich eben doch fragen, was das eigentlich soll.

    Under the Silver Lake – überladen und ambitioniert

    Zweifelsohne bietet Under the Silver Lake auch einen Inside-Hollywood-Blick und zeigt gesellschaftskritische Ansätze. Bloß ist nicht immer klar, was David Robert Mitchell eigentlich nun kritisieren möchte. Ist es die glitzernde Fassade der Hollywood-Welt mit ihren Exzessen und ihrem scheinheiligen Jesus-Wahn (Stichwort: Jesus and the Brides of Dracula)? Oder ist es gleichermaßen auch das rechtfertigende Weltbild der Abgehängten und Verlierer, die neidischen Blickes nach oben schauen und eine riesige Verschwörung wittern?

    Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? "Under the Silver Lake" © Weltkino
    Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? „Under the Silver Lake“ © Weltkino

    Inszenatorisch ist auch Under the Silver Lake absolut gelungen. Audiovisuell überzeugend, funktioniert der Film sowohl in Bild als auch in seinem klassischen Soundtrack als wunderbare Noir-Hommage. Dem Drehbuch hätte ein prüfender Blick eines Außenstehenden hingegen gut getan. Mitchells Script ist überladen und viel zu lang. Es wirkt, als habe er zu viele Ideen und Gedanken, die ihm im Kopf kreisten, niedergeschrieben und zu einem fast 2 1/2-stündigen Werk verarbeitet. Dabei sind die einzelnen Bestandteile prinzipiell gelungen, doch mag sich nicht so recht ein homogenes Ganzes fügen (was möglicherweise jedoch intendiert sein mag), sodass Under the Silver Lake ein sehr fordernder Film ist, der bisweilen leider auch langatmig und anstrengend sein kann.

    Muss Sarah (Riley Keough) den brutalen Hundekiller fürchten? "Under the Silver Lake" © Weltkino
    Muss Sarah (Riley Keough) den brutalen Hundekiller fürchten? „Under the Silver Lake“ © Weltkino

    Fazit

    Under the Silver Lake scheitert leider etwas an seinen eigenen Ambitionen. Seine Vorbilder sind zweifelsohne die Werke David Lynchs (Lost Highway, Mulholland Drive), ohne jedoch dessen Raffinesse zu erreichen. David Robert Mitchell möchte einfach zu viel in und mit seinem Film mitteilen und schießt dabei bisweilen eindeutig über das Ziel hinaus. Dabei ist sein grotesker Noir-Thriller keinesfalls ein schlechter Film und lässt immer wieder aufblitzen, was eigentlich in ihm gesteckt hätte. Nur ist die Aneinanderreihung von Absurditäten, deren Sinn sich nur teilweise erschließt, manchmal jedoch nur dem Selbstzweck zu dienen scheint, bei einer Laufzeit von über zwei Stunden doch irgendwie anstrengend. Noir-Hommage, Gesellschaftskritik, Hollywood-Entlarvung und ein Eimer voll popkultureller Referenzen. Wer sich darauf einlassen kann, hat in Under the Silver Lake vieles zu entdecken – doch verlangt der Film den Zuschauerinnen und Zuschauern so einiges ab, wenn sie sich auf diese Reise begeben möchten.

    © Weltkino

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