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    Filme

    Vom Gießen des Zitronenbaums

    Steffen Buchmannvon Steffen Buchmann3. September 2020Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Elia Suleiman steht in einem dunklen Anzug und seinem Strohhut vor einer Grünanlage direkt vor einem alten, französischen Gebäude. Hinter ihm steht ein grüner Metallstuhl und ein grüner barocker Wasserspender. Er beobachtet etwas in der Ferne.
    Auch in Paris bleibt Suleiman stehts aufmerksam. © Neue Visionen Filmverleih GmbH
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    Die Filme des israelischen Filmemachers Elia Suleiman waren schon immer politisch motiviert. Den Kern seines Schaffens bildet meistens die schwierige Situation im Nahen Osten. 17 Jahre nach seinem Meisterwerk Göttliche Intervention – Eine Chronik von Liebe und Schmerz kehrt Suleiman nun mit Vom Gießen des Zitronenbaums zurück und liefert einen Film, der sicherlich für Diskussionen sorgen wird. Und was das Ganze eigentlich mit Zitronen zu tun hat, erfahrt Ihr in unserer Rezension.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=Gj7-KTzRdPo“]

    Elia Suleiman trägt eine dunkle Jacke mit einem grünen Hemd, eine schwarz gerahmte Brille und einen Strohhut und schaut mit neutralem Gesichtsausdruck nach oben auf den Ast einen Zitronenbaums, der von einer Hand, die eine Gartenzange hält. Hinter Suleiman stehen links und rechts je zwei Polizisten in Uniform, die ein Maßband hinter ihm spannen. Auf dem Maßband sitzt ein Spatz.
    Das Blu-ray-Cover von „Vom Gießen des Zitronenbaums“ © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Worum geht es in Vom Gießen des Zitronenbaums?

    Der Filmemacher Elia Suleiman lebt in seiner Heimat Palästina scheinbar entspannt in den Tag hinein. Die Pflanzen gießen, durch die Stadt schlendern, ein Glas Arak in seinem Stammrestaurant trinken. Doch der Schein trügt. Er entdeckt viele Probleme und Ärgernisse in seiner Heimat, die ihn immer wieder aufs Neue erstaunen. Sei es der gierige Nachbar, der ohne nachzufragen Elias Zitronen pflückt. Oder die Polizisten, denen ihr stylisches Outfit wichtiger erscheint als die Sicherheit der Bürger. Elia fasst einen Entschluss: er will verreisen und sich in westlichen Ländern für seinen nächsten Film inspirieren lassen. Doch dort stößt er auf Probleme, die er nicht erwartet hätte…

    Ein Film im Film

    Suleiman spielt sich in Vom Gießen des Zitronenbaums nicht nur selbst, er dokumentiert auch den Entstehungsprozess des Films aus seiner Perspektive. Einfach mal rauszugehen und Menschen sowie deren Verhaltensweisen zu beobachten, ist wohl DIE Inspirationsquelle für Filmemacher schlechthin. Aus seinen Beobachtungen hat Suleiman bewusst alltäglich wirkende Situationen gewählt, mit denen sich viele Zuschauer weltweit identifizieren können. Deshalb reist er später auch durch Paris und New York, um die teils skurrilen Szenen von seiner palästinensischen Heimat zu lösen. Jedoch wird schnell klar: der zitronenklauende Nachbar, die abgelenkten Polizisten und die etwas umständlich arbeitende Wasserträgerin sind metaphorisch auf die aktuelle Lage im Nahen Osten zu verstehen. Mit Vom Gießen des Zitronenbaums bleibt Suleiman der thematischen Linie seiner bisherigen Werke treu. Als frisches Element streut er seine internationalen Erfahrungen ein, die auch ein Licht auf die Probleme des „modernen Westens“ werfen.

    Elia Suleiman sitzt in einem Flugzeug, trägt eine schwarz gerahmte Brille und einen Strohhut und schaut in die Kamera. Im Hintergrund sieht man den Sitzgang des Flugzeugs, es kommt eine Stewardess mit einem Getränkewagen angelaufen.
    Elia Suleiman beobachtet auch im Flugzeug alles ganz genau. © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Lasst Bilder statt Worten sprechen

    Suleimans fünfter Langspielfilm arbeitet erzählerisch mit einem Kniff, der den Zuschauer über die gesamte Laufzeit begleitet: seine Hauptfigur schweigt. Lediglich zwei Worte fallen im Rahmen eines Gesprächs mit einem neugierigen Taxifahrer: „Nazareth“ und „Palästina“. Suleiman spielt bewusst die Rolle des stummen Beobachters, um den Zuschauerfokus vollständig auf die Szenerie zu lenken. Die Bilder sprechen größtenteils für sich, jedoch wirkt die schiere Flut an Metaphern teils etwas erdrückend. Zumal Suleiman durch die unkommentierte Konfrontation mit dem Gesehen voraussetzt, dass jeder Zuschauer direkt seine verborgene Botschaft erkennt. In einigen Situationen erschließt sich jedoch nicht sofort, was genau der Regisseur hier ankreidet. Das macht aber nichts, denn seine Intention ist klar: die Leute sollen über das Gesehene miteinander reden, diskutieren und an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten. Und genau darauf scheint Suleiman seine Hoffnungen zu setzen, wenn er in der letzten Szene den jungen Menschen seiner Heimat beim unbekümmerten Tanzen zuschaut.

    Elia Suleiman sitzt in Vom Gießen des Zitronenbaums alleine an einem kleinen Tisch vor einem französischen Café mit großen Fenster, vor ihm steht eine rote Kaffeetasse. Er beobachtet vier französische Polizisten, die ein langes Maßband vor ihm gespannt halten und die Abstände der Café-Terrasse vermessen.
    Interessiert verfolgt Suleiman die Messungen der französischen Polizisten. © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Mein Fazit zu Vom Gießen des Zitronenbaums:

    Elia Suleiman widmet sich nach langjähriger Leinwandabstinenz mit Vom Gießen des Zitronenbaums wieder der komplexen Situation in Palästina. Mit eingestreuter Situationskomik lockert er das Thema zuschauerfreundlich auf, ohne jedoch an gesellschaftskritischer Schärfe einzubüßen. Die Szenarien wirken jedoch teils zusammenhangslos und langatmig, weshalb während der 97 Minuten Laufzeit der Blick auch mal zur Armbanduhr wandert. Der Film bietet jedoch eine gelungene Mischung aus Gesellschaftskritik und Humor, was ihn auch Menschen ohne detaillierte Kenntnisse über den Nahostkonflikt zugänglich macht.

    Der Film erschien am 20. August 2020 über Neue Visionen Filmverleih GmbH auf DVD und Blu-ray.


    © NEUE VISIONEN FILMVERLEIH GMBH

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