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    Startseite » White Boy Rick
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    White Boy Rick

    Onnovon Onno5. März 2019Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Vater und Sohn © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Rick (Richie Merritt) und sein Vater (Matthew McCounaughey) © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
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    Wenn man mit 14 Jahren als FBI-Spitzel durch die Drogenszene schreitet und anschließend zum jüngsten Drogenbaron des Landes aufsteigt, hat man definitiv eine verfilmenswerte Lebensgeschichte. Die unglaublichen Erlebnisse von Richard Wershe, Jr. finden am 07.03.2019 unter dessen Pseudonym White Boy Rick den Weg in unsere Lichtspielhäuser.

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    Kinoplakat © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Kinoplakat zu White Boy Rick © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Undercover-Teenie

    Der umtriebige alleinerziehende Vater Richard Wershe, Sr. (Matthew McConaughey) lebt mit seinen beiden Teenager-Kindern Rick (Richie Merritt) und Dawn (Bel Powley) im schmutzigen Detroit der 80er Jahre. Eine Zeit, in welcher der Drogenhandel mit Crack blüht und die Polizei diesen nur schwer in den Griff bekommt. Um seine Familie zu ernähren und sich den Traum einer eigenen Videothek zu ermöglichen, handelt Richard Sr. mit Waffen und speziell angefertigten Schalldämpfern. Dadurch bekommt Rick sehr früh Zugang zum organisierten Verbrechen und wird vom FBI als Spitzel angeworben. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 Jahre alt und steigt durch seine Kontakte anschließend unter dem Pseudonym White Boy Rick zum großen Drogenhändler auf…

    Vater und Sohn © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Rick (Richie Merritt) und sein Vater (Matthew McCounaughey) © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Genre-Mix von der Blacklist

    Das Drehbuch zu White Boy Rick landete 2015 auf der Blacklist, einer jährlichen Auflistung der vielversprechendsten, bis dato unverfilmten Drehbücher. Kein geringerer als Darren Aronofsky übernahm darauf die Produktion des Stoffes unter der Regie des britischen Regisseurs Yann Demange. Mit seinem zweiten Langspielfilm nach ’71: Hinter feindlichen Linien versucht er sich nun an der Verbindung eines Drogenthrillers mit einem Sozialdrama. Die Vorlage des Drehbuches ist ein fruchtbarer Nährboden für die Verarbeitung interessanter Themen und bietet sich daher für einen solchen Genre-Mix an. Eine gewagte Gratwanderung, die nicht vollends aufgeht, soviel sei schon mal vorweggenommen.

    Zahnloser Dramaanteil verspielt sein Potential

    Waffen haben in den USA einen besonderen Stellenwert. Direkt zu Beginn bekommt man in White Boy Rick dahingehend einen guten Einblick, als Rick mit seinem Vater eine Waffenbörse besucht. Wie auf dem hiesigen Flohmarkt wird damit gehandelt und zeigt, über welch fundierte Waffenkenntnisse Rick schon in jungen Jahren verfügt. Die Verhältnisse in denen er mit seiner Schwester Dawn aufwächst kann man durchaus als schwierig bezeichnen. Während Richard Sr. versucht, mit seinen Waffengeschäften auf eine erfolgreiche Zukunft für seine Familie hinzuarbeiten, verfällt Dawn komplett dem Drogenkonsum. Dabei mimt Matthew McConaughey auf überzeugende Art und Weise den überforderten, aber dennoch optimistischen Vater. Die erste Szene aller drei Familienmitglieder verdeutlicht wunderbar die soziale Situation und garniert das Ganze mit einer Prise Humor.

    Die Familie von Rick © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Rick (Richie Merritt) und seine Familie © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Generell beherbergen die dramatischen Familienmomente die erinnerungswürdigsten Szenen. Ein vollwertiges Familiendrama ist und will White Boy Rick auch nicht sein, dafür ist der Part rund um die Spitzelei für das FBI und der Aufstieg zum Drogenbaron zu abgedreht und interessant. Dadurch rückt der dramatische Anteil in den entscheidenden Momenten in den Hintergrund. Dabei verpasst man die potentielle Wirkungskraft ansprechend auszuspielen.

    Zu hohe Hürden für „White Boy Rick“

    Neben dem Familiendrama wäre da noch der Drogenthriller-Part. Ein 14-Jähriger mit etwas Flaum oberhalb der Lippen benutzt das FBI, um als Drogenbaron im schmutzigen Detroit der 80er-Jahre aufzusteigen? So ungewöhnlich die Story, so ungewöhnlich die Inszenierung. Und das ist nicht nur im positiven Sinn gemeint. Während das heruntergekommene Detroit stimmig in Szene gesetzt wird und die sozialen Brennpunkte untermalt, legt man ein gewaltiges Päckchen auf die Schultern des Newcomers Richie Merritt. Liebevoller Bruder, cooler Möchtegern-Gangster und Drogenbaron mit Goldkettchen, das Portfolio an Facetten von “White Boy Rick” ist umfangreich. Eine Hürde, der Richie Merritt noch nicht gewachsen ist und mit der auch der Film zu hadern hat. Denn so fehlt Merritt in wichtigen Situationen das Können und die Ausdruckskraft, um seiner Figur die nötige Tiefe zu geben.

    Richie genießt das Leben © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Rick (Richie Merritt) genießt sein Gangsterleben © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    White Boy Rick hadert generell hin und wieder mit der Glaubwürdigkeit in der Darstellung des Aufstiegs von Rick. Zu unfokussiert ist die Richtung des Films, wodurch keine der Ebenen glaubhaft und emotional zum Tragen kommt. Viel mehr fühlt sich das wie ein unausgegorener Flickenteppich an. Doch der Flickenteppich kann auf gewisse Art und Weise unterhalten. Der Look im Zusammenspiel mit der Musik passt, das Ensemble rund um Richie Merritt überzeugt, und einige gelungene Momente gibt es durchaus zu sehen. Es ist einfach nur schade, dass das vorhandene Potential nicht ausgereizt wird.

    Mein Fazit zu White Boy Rick

    Der jüngste Spitzel für das FBI in der Geschichte der Behörde und einer der jüngsten Drogenbarone in der Geschichte der USA. Das Vorhaben diese imposante Lebensgeschichte, des immer noch inhaftierten Richard “White Boy Rick” Wershe, Jr., in Form eines Genre-Mix aus Drama und Drogenthriller zu inszenieren geht somit nur bedingt auf. In keiner Disziplin erreicht man die nötige Tiefe und auch die Richtung des Films fühlt sich phasenweise willkürlich an. Dazu versucht mit Richie Merritt ein unerfahrener und überforderter Newcomer, den Film auf seinen Schultern zu tragen. Nein, der große Wurf ist White Boy Rick nicht gelungen. Doch verschwendete Zeit ist ein Kinobesuch auch nicht, denn man wird durchaus unterhalten und bekommt eine stimmig inszenierte “Rise & Fall”-Geschichte serviert.


    © Sony Pictures Entertainment

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