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    Startseite » Wild Tales
    Filme

    Wild Tales

    Sebastian Pixbergvon Sebastian Pixberg23. Oktober 2019Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Der makabere Episodenfilm Wild Tales ist der erfolgreichste Film Argentiniens und war 2015 für den Auslands-Oscar nominiert. Ob dies gerechtfertigt ist, erfahrt ihr hier.

    [su_youtube URL=https://www.youtube.com/watch?v=jH2ku-aTBHs]

    Das deutsche Blu-ray-Cover zum argentinischen Episodenfilm Wild Tales von Prokino
    Die Blu-ray zu Wild Tales © Prokino

    Wenn das Fass überläuft… 

    …dringt das Tier im Menschen hervor. Alle Benehmen werden abgeworfen und weichen einem unkontrollierbaren Zorn. Jeder verliert früher oder später mal die Beherrschung. Genau darum geht es im argentinischen Film Wild Tales, der unter anderem vom spanischen Kultregisseur Pedro Almodovar produziert wurde. In sechs Episoden, keine länger als 20 Minuten, wird geschildert, wie gesittete Menschen im Alltag an ihre Grenzen stoßen und jegliche Vernunft ablegen. Die Verzweiflung bringt die Schattenseiten hervor, die tief in jedem Menschen schlummern. Plötzlich zwingen Emotionen wie Wut und Rachegelüste zu irrationalem Handeln. Die einzelnen Episoden sprühen dabei vor schwarzem Humor und teils auch erschreckender Gewalt. Fangen wir doch an mit…

    Episode 1: Pasternak

    Die erste Episode ist die kürzeste und dient als Prolog noch vor dem Vorspann. Um diese Review möglichst spoilerfrei zu halten und um die Pointe nicht vorweg zu nehmen, nur so viel zur Handlung: In einem Flugzeug lernen sich verschiedene Personen kennen, die alle merkwürdigerweise eines gemeinsam haben – sie kennen jemanden namens Gabriel Pasternak. Die erste Episode hat in ihrer Kürze einen beachtlichen Spannungsaufbau, der in einer genial-makaberen Pointe mündet. Besonders die Schlusseinstellung entlässt den Zuschauer mit einem bösen Lachen in den Vorspann und stimmt perfekt auf die restlichen 110 Minuten ein. Tiefschwarz und On-Point. Stark! (4/5)

    Episode 2: Die Ratten

    Ein Mann kehrt eines Nachts in ein verlassenes Diner ein. Die Bedienung hat mit diesem unfreundlichen Kerl aber noch eine Rechnung offen, also schlägt ihre schroffe Kollegin ihr vor, ihm Rattengift unters Essen zu mischen. Die zweite Episode fällt gegenüber der ersten etwas ab. Ein paar komische Momente auf Dialog-Ebene sind dabei und am Ende wird’s blutig, doch der clevere Funke der ersten Episode fehlt und das Ende kommt völlig ohne Pointe daher. (3/5)

    Episode 3: Der Stärkste

    Der Geschäftsmann Diego fährt mit seinem schicken Audi durchs staubige Niemandsland und gerät nach einer Reifenpanne in einen Konflikt mit einem Bauern, der zum Ende hin blutig eskaliert. Episode 3 ist die stärkste von allen und gleichzeitig einer der besten mir bekannten Kurzfilme. Sie ist wahnsinnig komisch, brutal, wunderbar fotografiert und vor allem hochspannend. Wie dieser Konflikt sich immer weiter zuspitzt, dabei völlig ohne Musik auskommt und komödiantische mit Thriller-Elementen verwebt, ist schlichtweg genial. Ein kleines Meisterwerk. (5/5)

    Episode 4: Bömbchen

    Der gelehrte Sprengmeister Simon Fisher ist ein geduldiger, pragmatischer Mensch. Doch bei einer gewissen Abschleppfirma reißt selbst bei ihm der Geduldsfaden. Diese Episode von Wild Tales glänzt mit einem starken Hauptdarsteller (Ricardo Darin) und einer absolut nachvollziehbaren Schilderung für die letztliche Eskalation. Dazu ist sie ruhiger, gewaltfreier und wartet sogar mit so etwas wie einem Happy End auf. Eine kleine Anklage gegen die Verkehrsbehörde inklusive. (3,5/5)

    Sprengmeister Simon Fisher (Ricardo Darin) sitzt unter anderem mit seiner Tochter und seiner Frau im Gefängnis vor einer Torte
    Simon Fisher mit Tochter und Frau © Prokino

    Episode 5: Der Vorschlag

    Der Sohn des Multimillionärs Mauricio hat aus Versehen eine schwangere Frau überfahren und Fahrerflucht begangen. Um zu verhindern, dass sein Sohn ins Gefängnis wandert, muss sich Mauricio schleunigst etwas einfallen lassen. Die vorletzte Episode ist die ruhigste und dialoglastigste von allen. Der Beginn ist vielversprechend und die Ausgangslage bietet viel Potential für eine komplexe Thriller-Handlung. Doch das Kammerspiel beginnt sich schnell im Kreis zu drehen und lässt zunehmend sowohl Witz als auch Spannung vermissen. Leidlich interessant, mehr jedoch nicht. (3/5)

    Episode 6: Bis dass der Tod uns scheidet

    Romina muss zu ihrem Entsetzen auf ihrer Hochzeit aufdecken, dass ihr Mann Ariel ihr eine Affäre mit einer der Gäste verheimlichte. Die letzte Episode beginnt gut gelaunt und feierlich und endet in einem absoluten Desaster. Das ist unterhaltsam und großartig gespielt, aber teilweise auch etwas anstrengend und überzogen. Das Ende gibt der Episode jedoch eine bittersüße Note, die man auf keinen Fall kommen sah. (3,5/5)

    Unser Fazit zu Wild Tales

    Der Titel ist Programm. Der erfolgreichste argentinische Film und Auslands-Oscar-Kandidat Wild Tales erzählt in sechs kurzen Episoden von Menschen, denen alles zu viel wird und die das Tier in sich herauslassen, was bereits mit dem Vorspann angedeutet wird. Denn letztendlich sind wir Menschen genau das: hochentwickelte und gesittete Tiere, die ihren animalischen Trieb und die damit verbundenen impulsiven Instinkte nicht abgelegt haben, sondern lediglich unterdrücken.

    Wild Tales ist als Gesamtwerk betrachtet nicht gerade tiefgründig, denn die Episoden sind zu kurz, um die nötige Komplexität zu entwickeln. So konnte der thematisch verwandte Falling Down mit Michael Douglas immerhin eine gute Portion Gesellschaftskritik vorweisen, welche bei Wild Tales hingegen nur sporadisch aufblitzt. Und dennoch macht dieses teilweise blutige, tiefschwarze argentinische Filet-Steak einen Mords-Spaß. Die einzelnen Episoden sind allesamt elegant mit aufwändigen Kamerafahrten und -positionen eingefangen, dramaturgisch clever erzählt und darstellerisch absolut überzeugend. Nicht jede Episode begeistert auch inhaltlich, aber alleine die „Reifenpanne“-Episode ist es wert, eine Blick auf diese filmgewordene Eskalation zu werfen.


    © Prokino Filmverleih

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