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A Million Miles Away

A Million Miles Away beruht auf wahren, astronautischen Begebenheiten. Ein ehemaliges mexikanisches Migrantenkind siedelt wegen der Saisonarbeit der Familie in die USA um und findet einen Traum, den er unter keinen Umständen aufgeben will. Schafft es Amazon mit Michael Peña diese Geschichte unterhaltsam zu inszenieren?

A Million Miles Away - Official Trailer | Prime Video

TitelA Million Miles Away
Jahr2023
LandUSA
RegieAlejandra Márquez Abella
DrehbuchBettina Gilois, Hernán Jiménez, Alejandra Márquez Abella
GenreBiografie, Drama, Science-Fiction
DarstellerMichael Peña, Rosa Salazar, Bobby Soto, Sarayu Blue, Veronica Falcón, Julio César Cedillo, Garret Dillahunt, Eric Johnson
Länge121 Minuten
Altersempfehlungab  12 Jahren
StreamingdienstAmazon Prime Video
Poster zu A Million Miles Away
Poster zu A Million Miles Away © Amazon Studios

A Million Miles Away – Die offizielle Handlungsangabe

A Million Miles Away erzählt die Geschichte des US-amerikanischen Astronauten Jose Hernandez (Michael Peña), der als Wanderarbeiter nie seinen Traum aufgab, eines Tages ins All zu fliegen. Eine Geschichte über Ausdauer, Gemeinschaft und Aufopferung, um einen scheinbar unmöglichen Traum zu verwirklichen. Regisseurin Alejandra Márquez Abella hat eine umwerfende Hommage an die Loyalität und Hartnäckigkeit der gesamten Familie Hernández sowie an alle, die zu träumen wagen, geschaffen.

Der Film basiert auf dem Buch “Reaching for the Stars: The Inspiring Story of a Migrant Farmworker Turned Astronaut” von José Hernández.

Ein gleichzeitig sehr zügiges, aber doch langes Biopic

Beim Wort Biopic erwarten einige Filme mit einer Mindestlänge von zwei Stunden. Damit kann A Million Miles Away definitiv dienen. Die Frage, die sich hier jedoch aufdrängt, lautet: wofür diese Länge? Die erste Stunde und damit eine ganze Hälfte tröpfelt nur so vor sich hin und versucht den Werdegang von José Hernández nachzuerzählen. Dabei werden spannende Stationen im Leben viel zu schnell abgehakt. In einem Moment geht José in die Grundschule und lernt das große Einmaleins und im nächsten hat er schon seinen Masterabschluss. Natürlich kann man in einem Film nicht jede Sekunde im Leben einer Figur beleuchten. Es wäre spannender gewesen, die Erfahrungen des jugendlichen Josés während seiner Schulzeit auf dem Bildschirm zu mitzuerleben.

Die typischen Strapazen, die jemand mit einem anderen Hintergrund und Erscheinungsbild überstehen muss, setzt der Film in das Erwachsenenalter von José, um so den Star des Films ins Rampenlicht zu bringen. Zu Recht, denn Michael Peña ist der Sympathieträger der Produktion. Leider besteht der Hauptteil der ersten Stunde daraus, wie José es schafft sich etwas Anerkennung im Beruf und ein glückliches Familienleben aufzubauen. Das ist natürlich schön anzusehen und man gönnt es José – aber die Erwartungen an einen Film, der als Astronautenabenteuer verkauft wird, dürften andere sein.

Ein Pärchen lächelt sich verliebt an. Es ist Abend
A Million Miles Away © Amazon Studios

Ein Marathon und 800 Flugstunden später…

Ziemlich genau mit der zweiten Stunde nimmt José seinen Traum, Astronaut zu werden, wirklich in die Hand. Ab da wird der Film um einiges stärker. Es wird gezeigt, wie viel die Familie und vor allem Josés Frau Adela opfern, damit José seinem Traum hinterherjagen kann. Hartnäckige zwölf Bewerbungen und Absagen später, gelingt es, José kommt zur NASA und wird zum Astronauten ausgebildet. Auch von der Ausbildung hätte man wieder mehr zeigen können. Ein paar Montagen und Sequenzen, in denen José beispielsweise gesagt wird, er ist weit abgeschlagen vom Rest und ein spannender Moment, indem José es dann allen doch zeigt, gehören zum Biopic-Standard dazu.

Ohne eine kleine Szene kurz vor dem Ende könnte man sogar wütend auf José werden, dass er seine Familie so stark vernachlässigt hat. Doch wie bereits beschrieben, versammelt Michael Peña sehr viel Positives in seinem Schauspiel, wodurch man selbst anfängt zu glauben, dass es Zeit ist, alte, eigene Träume wieder hervor zu kramen.

Alles auf eine Karte setzen

Ähnlich wie José selbst, setzt der Film alles auf eine Karte: Die große Katharsis am Ende. Schafft es José seinen Traum zu erfüllen und ins Weltall zu fliegen? Bei Biopics ist das immer so eine Sache. Viele werden vielleicht schon wissen, wie das Leben von José Hernández verlaufen ist. Amazon selbst spricht von ihm als Astronauten – bestimmt nicht ohne Grund. Die Befriedigung am Ende ist demnach nicht so spektakulär, wie es sich manch einer vielleicht vorgestellt hat. A Millions Miles Away hält sich zu viel mit belanglosen Dialogen und Szenen auf. Mehr Momente aus Josés Jugend, die er wahrscheinlich vor allem mit seinem Cousin verbracht hat, hätten die erste Stunde gut ausfüllen können. Das hätte zu einer tieferen Verbundenheit zwischen Film und Zuschauerschaft geführt. Es fehlt am gewissen Etwas.

Am Ende enttäuschen selbst die wenigen Effekte der Raumschiffe und Raketen, da hauptsächlich Videomaterial von echten Raketen verwendet wurde. Das hat seinen eigenen Charme ganz klar. Aber es wirkt, als ob man an vielen Ecken sparen wollte und sich so die Effekte erübrigt hätten.

Unser Fazit zu A Million Miles Away

Wer soll sich diesen Film angucken? Eindeutig Menschen mit Affinitäten an der Schnittmenge zwischen Raumfahrt, Astronauten und biografische Geschichten. Das deckt vielleicht nicht so viele Personengruppen ab, aber viel mehr bringt die Produktion nicht auf die Bühne. Auf dem Papier bietet die Story alles, was man braucht, um ein nischiges Publikum zu fesseln: Ein Kind möchte Astronaut werden, obwohl es noch nicht mal richtig die Sprache der neuen Wahlheimat beherrscht. Eine wichtige Erzählung für so viele Menschen, die selbst für die Erfüllung ihrer Träume immigriert sind. Nur scheitert A Millions Miles Away an dieser Geschichte und füllt ihr Potential nicht aus. Den Schauspieler*innen gebührt wenig Schuld. Ihnen wurde kaum etwas an die Hand gegeben mit dem sie das Ruder hätten rumreißen können.

A Million Miles Away ist ab dem 15. September 2023 bei Amazon Prime abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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© Amazon Studios

Alexander Weinstein

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