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The Entity

Ein unsichtbarer Geist vergewaltigt und misshandelt eine junge Frau. Gänsehaut aufgrund wahrer Ereignisse.

TitelThe Entity
Jahr1982
ProduktionslandUSA
RegieSidney J. Furie
DrehbuchHarold Schneider
GenreHorror, Psychothriller
DarstellerBarbara Hershey, Ron Silver, David Labiosa
Länge125 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
Verleih20th Century Fox
Cover von "Entity"
Cover von „Entity“ by ©20th Century Fox

Die Handlung & wahren Hintergründe von The Entity:

Die junge Mutter Carla Moran wird eines Tages von einem unsichtbaren Dämon terrorisiert und vergewaltigt. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Spezialisten für paranormale Phänomene. Doch diese sehen sich in einem der spektakulärsten Fälle ihrer Laufbahn gegenüber. The Entity beruht auf den wahren Begebenheiten von Doris Bither die sich um 1974 herum in Culver City abspielten. Die  Wissenschaftler Dr. Berry Taff und Dr. Kerry Gaynor wurden auf den Fall aufmerksam und führten ein Interview mit Doris. Nach 2 Stunden allerdings taten sie ihre Aussagen als „verrückt“ ab und verließen das Haus. Doch als Doris nach einigen Tagen mit Augenzeugen aufwarten konnte, folgte ein weiterer Besuch.

Was dann folgte ist wohl der populärste Fall von paranormaler Aktivität in der Geschichte der USA. Im Beisein der Wissenschaftler erschienen kleine Lichter, Schranktüren gingen auf und in der dritten Nacht kam es zu einer schemenhaften Erscheinung eines Körpers, die dafür sorgte dass einige Assistenten vor Angst in Ohnmacht fielen. Die Attacken gingen, trotz diverser Umzüge von Doris weiter. Irgendwann hörten sie zwar auf, doch Doris konnte es nicht lange genießen. 1995 verstarb sie an einem Herzinfarkt.

Basierend auf diesen unglaublichen Ereignissen, schrieb der Autor Frank Defelitta ein Buch. Und auf diesem Buch, in dem die Geschichte von Carla Moran (Doris Bither) erzählt wird, beruht die Verfilmung „The Entity“.

Kritik:

Special Effects:

Erstmal vorab. Technisch ist der Film, gemessen an seinem Entstehungsdatum einwandfrei. 1982 auf der Haut von Barbara Hershey imaginäre Berührungen darzustellen war sicher kein leichtes Unterfangen. Es wurde aber sehr gut gelöst und wirkt extrem authentisch. Was das Finale betrifft, sind die Effekte schlichtweg auf dem Stand der 80er, was aber zu verkraften ist, weil der Film in anderen Bereichen punktet.

Darsteller:

Barbara Hershey spielt alle Facetten Ihrer Rolle perfekt. Angst, Verzweiflung, Wut und zu guter Letzt die Resignation einer Frau die einfach nicht mehr gegen etwas Kämpfen kann, was nicht zu bekämpfen ist. David Labiosa als Billy Moran zeigt eindrucksvoll die Angst und die Sorge um seine Mutter. Bei Ihm ist die Wut darüber, nicht helfen zu können, sehr gut in Szene gesetzt. Ron Silver übernimmt den skeptisch, pragmatischen Part. Mit anfangs kühler Distanz, die sich nach und nach zu glatter Panik wandelt, ist auch er einer der Zutaten, die diesen Film bereichern.

Umsetzung, Dramaturgie und Regie:

Hier wird schlichtweg Atmosphäre erzeugt. Natürlich unterstützt von den wahren Begebenheiten, aber nicht minder spannend finden wir bei „The Entity“ eine ausgewogene Balance zwischen „fies“ und „durchatmen“. Mit schlichten Mitteln wie Kälte und veränderter Kameraführung wird der Zuschauer auf drohendes Unheil vorbereitet. Man lässt uns teilhaben und mitleiden. Die dröhnenden und wummernden harten Töne während der Attacken, passen zu dem harten Leid, das dieser Frau angetan wird. Unterstützt durch die tolle Leistung von Hershey entsteht eine ständig präsente, bedrohliche Atmosphäre. Man wartet eigentlich ständig auf die nächste Attacke, hofft aber gleichzeitig, dass dieser Frau mal ne längere Pause gegönnt wird. Es ist genau diese Art von Bezug zu den Figuren, die viele neue Filme schmerzlich vermissen lassen. Wie soll ich Gänsehaut bekommen, wenn mir das Schicksal der Person völlig Wurscht ist? Hier wird gekonnt soviel Sympathie aufgebaut und die Grausamkeit der Geschehnisse so unverblümt gezeigt, dass einem das Zuschauen zu einer fast ambivalenten Qual wird. Man möchte sie erlösen, aber man möchte auch weiter zuschauen. Der Hintergrund der Geschichte ist ein tragender Pfeiler dieses Dramaturgischen Aufbaus, verkommt aber nie zum Selbstzweck. Auch ohne reale Basis wäre der Film ein kleines Highlight.

Unser Fazit zu The Entity:

Eine inzwischen schon fast vergessene Filmperle, die mich damals locker ein paar Stunden Schlaf gekostet hat. Ein Film nachdem man sich fragen sollte: Was würde ich tun? Carla Moran (Doris Bither) hat es ertragen, bekämpft und verloren. Ich für meinen Teil möchte niemals Zeuge oder Opfer eines solchen Ereignisses werden. Wer ihn noch nicht gesehen hat, anschauen! Unbedingt!

Unsere Wertung:

 

© 20th Century Fox

Florian Grogoll

Name: Florian Grogoll
Alter: 44
bevorzugtes Genre: Drama, Sci
Lieblingsfilme: Fi K-Pax, Saving Mr. Banks, Ex Machina, Face off, Stadt der Engel, The Dark Knight, Memento, L.A. Crash, Snatch-Schweine und Diamanten, Avatar

Ich bin ein Filmliebhaber. Ich liebe sowohl anspruchsvolles, als auch gut gemachtes "No Brain" Kino. Ich wäre fast mal bei " Wetten Dass...." gelandet. Ich wollte 1000 Filme an 5 Sekunden Ausschnitt erkennen...Mir gehen die professionellen Kritiker auf die Nerven, die immer das selber Grundgerüst für ihre Kritiken benutzen, ohne dem Genre Rechnung zu tragen. Deswegen habe ich angefangen Kritiken zu schreiben, die recht einfach gehalten sind und den Fokus auf das Wesentliche legen.

1 Kommentar

  • Ein „sanfter Horrorfilm“ der mich persönlich tief bewegte. Bei mir sind Ur – Ängste hervorgekommen, die ich nicht glaubte, dass ich sie habe. Kein noch so grauenvoller Film hat mich so mitgenommen – da schlaf ich meist ein.

    Aber dieser Film, lehrte mich das Fürchten, obwohl er gar nicht so „grausam“ und ohne Blutüberschwemmungen und grauenvoll entstellte Opfer ist. Jedenfalls traute ich mich nicht in dieser Nacht auf die Toilette zu gehen. Ich zitterte vor Angst. Denn ich war mir 100% sicher, dass der Geist auf meiner Toilette ist.
    Nächtelang verfolgte mich das „Monster“ das eigentlich kaum zu sehen war. ABER …… Oder weil es nicht zu sehen war???
    Sehr nach vielen vielen Jahren, denke ich mit Grauen an diesen Film.