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    8 Mile

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen5. Januar 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Große Träume, trister Alltag - Jimmy und seine Freunde. Quelle: DVD/BD 8 Mile, ©Universal Pictures
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    In 8 Mile feiert ein berühmter US-Rapper sein Schauspieldebüt. In der Rolle des Jimmy Smith spielt Eminem quasi sich selbst und zeigt den harten Alltag in Detroit Mitte der 90er Jahre.

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    Darum geht’s in 8 Mile

    Im Jahr 1995 lebt Jimmy Smith (Eminem) mit seiner Mutter Stephanie (Kim Basinger) in einem Trailer-Park in Detroit. Denn mit seinem Aushilfsjob in einem Stanzwerk für Autoteile kann er sich kaum über Wasser halten. Der einzige wirklich bedeutende Lebensinhalt von Jimmy und seiner Clique ist die Musik – Rap um genau zu sein. Unter dem Künstler-Namen Bunny Rabbit schreibt er Texte, zuhause oder während seiner Busfahrt zur Arbeit, und träumt vom Durchbruch als Musiker. Doch bei seinem ersten Battle in einem von seinem Kumpel Future (Mekhi Phifer) organisierten Event bringt Jimmy keinen Ton heraus und blamiert sich bis auf die Knochen. Vor ihm liegt ein steiniger Weg aus Alltags- und Beziehungsproblemen, während er zugleich seinen Traum als Rapper verwirklichen möchte.

    Jimmy steht nachdenklich an der Werkbank in der Fabrik in 8 Mile
    Mit der Arbeit in der Stanzfabrik hält sich Jimmy über Wasser © Universal Pictures

    Sozialdrama statt Hip Hop Hooray

    Wer hinter 8 Mile ein selbstherrliches Biopic und selbstverliebten Hip Hop Film erwartet, indem Eminem seine rasante Karriere noch einmal cineastisch aufarbeitet, der irrt sich ganz gewaltig. Denn Curtis Hanson, Regisseur des oscarprämierten L.A. Confidential, ist alles andere als ein bloßer Erfüllungsgehilfe für Eminems großen Leinwandauftritt. Bereits der Titel deutet an, worauf Hanson mit seinem 10. Spielfilm hinauswill. Denn 8 Mile bezeichnet die Straße, die die wohlhabende, überwiegend von Weißen bevölkerte Innenstadt Detroits von den verwahrlosten, meist von Schwarzen bewohnten Vororten trennt.

    Dementsprechend geriert sich 8 Mile zwar als Musikfilm, der verschiedene Rap Battles vor Publikum zeigt und das Geschehen mit zeitgemäßen Songs aus den 90ern unterlegt, aber in erster Linie ist dieser Film ein Sozialdrama und eine Milieustudie, die die einst pulsierende „Motor City“ Detroit als heruntergekommene, verarmte Stadt enthüllt. 8 Mile dokumentiert damit eine Entwicklung, die mit dem Niedergang von Chrysler und General Motors sowie der Finanzkrise von 2008 ihren Lauf nahm und mittlerweile dazu führt, dass fast die Hälfte der Detroiter in Armut lebt. Mit dieser kritischen Bestandsaufnahme ist der Film heute aktueller denn je.

    Wer einen weitestgehend unromantischen und kitschfreien Einblick in die ärmeren Viertel der Stadt erhalten möchte, in denen Gewalt und Kriminalität zum Alltag gehört, der ist mit 8 Mile sehr gut bedient. In den sogenannten Trailer-Parks, den Wohnwagensiedlungen, hausen die sozial Abgehängten, die sich mit den harten sowie zugleich stupiden Jobs der Metallindustrie die Knochen kaputt machen und dafür einen lausigen Stundenlohn erhalten. Die Möglichkeit, doch mal ein ganz Großer zu sein, sehen die jungen, in diesem Moloch heranwachsenden Männer in Rap Battles, die sie spontan in Parkhäusern oder als organisiertes Event in verrauchten Kellerlocations abhalten.

    Auf der Bühne, umrahmt vom Publikum, nimmt es Jimmy im Battle mit einem Gegner auf in 8 Mile
    Auf der Bühne muss sich Jimmy im 1 gegen 1 beweisen © Universal Pictures

    Die Bedeutung von Rap Battles im Hip Hop

    Auch in 8 Mile dominiert die Gewalt unter den Figuren. Provokationen unter verfeindeten Cliquen und Crews arten zu handfesten Schlägereien aus. Dabei ist jederzeit der Abgrund zu spüren, der sich auftun könnte, wenn jemand eine Feuerwaffe zücken würde. In Sekundenbruchteilen wären einige Leben für immer dahin.

    Gerade die Hip Hop Kultur bietet mit ihren Rap Battles allerdings ein probates Mittel zur Konfliktlösung. Schon bei westafrikanischen Stämmen gab es eine rituelle Form des Spottgedichts, bei dem sich verschiedene Gruppen gegenseitig möglichst kunstvoll erniedrigten, um sich so über die oder den anderen zu stellen. Dieses Ritual ging in die afroamerikanische Kultur als „dozens“ bzw. „playing the dozens“ über. Hierbei ging es darum, die Beleidigungen des Kontrahenten, meist auf die Mutter des Rivalen abzielend, noch einmal zu überbieten. Schließlich hielt dieser mündliche Wortsport Einzug in die Hip Hop Kultur. Und der große Vorteil eines nur verbalen Schlagabtauschs lag schnell auf der Hand: Statt sich gegenseitig körperlich weh zu tun, ernsthafte Verletzungen zu erleiden oder sogar sterben zu müssen, duellierte man sich mit Worten und ließ die Umstehenden darüber entscheiden, wer der bessere Künstler sei.

    8 Mile zeigt in diesem Zusammenhang eindrucksvoll, dass Hip Hop mehr als nur eine Musikrichtung ist. Dahinter steckt eine Kultur, die sich bestimmte Umgangsformen und Werte wie Respekt vor dem anderen (und seiner Leistung) auf die Fahne geschrieben hat.

    Kritik

    Insgesamt ist Curtis Hanson ein achtbarer, mäßig unterhaltsamer Film gelungen. Zwar erhält 8 Mile durch das Anfangs- und Endbattle eine sinnvolle Rahmung, denn zwischen den beiden Veranstaltungen macht Eminem in seiner Rolle des Jimmy Smith eine kleine, aber greifbare Entwicklung durch und lernt etwas für sein Leben. Aber zugleich mäandert der innerhalb dessen stattfindende Plot richtungslos durch die Straßen von Detroit und wiederholt viele alltägliche Szenen bis zum Überdruss. Ob Bunny Rabbit mit seinen Jungs irgendwo abhängt, sich mal wieder im Wohnwagen mit seiner Mutter und vor allem deren Geliebten anlegt oder eine Schicht im Stanzwerk fährt – mit der Zeit ist die Botschaft des Films hinreichend ausgebreitet und ein weiterer Mehrwert zerfällt am hundertsten starren sowie latent-aggressiven Durchhalteblick von Eminem. Dieser spielt seine erste Rolle überraschend solide, aber eine größere Tiefe und Verletzlichkeit über die Symbolik des White-Trash-Wohnwagen-Kindes hinaus bleibt er schuldig.

    Fünf junge Männer in einem Auto, Jimmy am Steuer in 8 Mile
    Große Träume, trister Alltag – Jimmy und seine Freunde © Universal Pictures

    Unser Fazit zu 8 Mile

    8 Mile ist glücklicherweise weit davon entfernt, ein hohles Musiker-Biopic zu sein, mit dem alle Beteiligten nur eine schnelle Mark verdienen wollten. Ein Vorwurf, den sich wohl eher Filme wie All Eyez on Me gefallen lassen müssen. Jede der Figuren brennt für die Musik, ohne die üblichen Abziehbilder des Hip Hops wie Frauen, Geld und Ruhm durch viel Gerede überzustrapazieren. Zu tief verwurzelt sind alle im sozialen Notstand des Alltags. Einfache und schnelle Auswege sind nicht zu finden – und dennoch liegt in der Musik die Hoffnung, etwas für sich und sein eigenes Leben bewegen zu können. 8 Mile ist daher ein dankenswerter Spagat aus ungeschönter Sozialstudie und pathetischem Musikliebhaber-Film.


    © Universal Pictures Germany GmbH

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