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    A Real Pain

    Luca Mattysvon Luca Mattys15. Januar 2025Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Jesse Eisenberg hat sich für seine neueste Regiearbeit Kieran Culkin eingeladen und der Succession-Star hat angenommen. In der Award-Season soll nun A Real Pain ein Wörtchen mitreden. Wir klären, ob diese Erwartungen erfüllt werden.

    A Real Pain – Darum geht’s

    Die beiden amerikanisch-jüdischen Cousins David (Jesse Eisenberg) und Benji (Kieran Culkin) haben sich schon lange auseinandergelebt. David ist Familienvater und arbeitet hart, während Benji mal hier, mal dort unterwegs ist und sich nichts wirklich widmet. Nach dem Tod ihrer Großmutter, einer Holocaust-Überlebenden reisen die beiden nach Polen, um ihre Wurzeln zu erforschen und die Geschichte der Familie zu verstehen. Gemeinsam mit einer Reisegruppe klappern sie Station um Station ab. Dabei macht Benjis aufbrausende und oberflächlich charmante Art ihn zunächst zum Liebling aller Mitreisenden. Doch immer mehr häufen sich Ausbrüche, und die Dynamik der Cousins wird auf eine harte Probe gestellt.

    Dreifach Eisenberg

    Der neurotische Einzelgänger liegt Jesse Eisenberg. Ob es sich dabei um eine Erweiterung seiner eigenen Person handelt oder einfach um einen Schlag Mensch, dessen Eigenheiten er perfektioniert hat – sein David schlägt in dieselbe Kerbe, die er mit Mark Zuckerberg in The Social Network schon 2010 angerissen und seitdem immer tiefer gebohrt hat. Mit Aaron Sorkin an der Feder und David Fincher hinter der Kamera erschuf er damals eine Biopic-Performance für die Geschichtsbücher. Doch wenn er selbst beide Positionen plus Darstellung übernimmt, wird schnell klar, wo seine Grenzen liegen.

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    David ist eine ungebremst nervige Figur. Das ist nicht schlimm, solange das Skript sich dessen bewusst ist und seine Zeichnung gezielt darauf anlegt. Als Ruhepol neben Kieran Culkins aufgedrehtem Benji funktioniert diese Performance aber schlicht nicht. Der langweilige Nice Guy, eine Rolle, nach der sich Woody Allen in seinen besten Jahren die Finger geleckt hätte, gleitet Eisenberg aus den Fingern und ist dermaßen schnell nicht mehr auszuhalten, dass man sich bereits wünscht, ihn zum Schweigen zu bringen, bevor das Drehbuch ihn überhaupt zum ersten Mal hat richtig den Mund öffnen lassen. Der Witz, dass sich irgendjemand auf dieser Tour nicht an seinen Namen erinnern könnte, geht nicht auf. Denn Eisenberg spielt so nervtötend, dass reale Reisegruppenmitglieder vermutlich noch in zehn Jahren über „diesen Sonderling David mit der Serienkiller-Energie“ reden würden.

    Zu viel des Woody

    Leider dringt der Vergleich von A Real Pain zu Woody Allens Filmografie tiefer als bis in die Zeichnung der Hauptfigur. Allen, seines Zeichens der vermutlich überschätzteste Regisseur und Drehbuchautor aller Zeiten, wäre vermutlich stolz wie Oskar auf Eisenbergs seichte Geschichte, die extrem durchschaubare und gradlinige Figurenzeichnung und den trockenen Anti-Humor ohne jeden Witz. Die Tragikomödie gibt inhaltliche Tiefe und emotionale Fallhöhe durch die Holocaust- und Depressions-Thematik vor, weigert sich jedoch, an der Oberfläche zu kratzen, aus Angst, versehentlich eine Ecke oder Kante zu hinterlassen.

    Euphemistisch könnte man die banalen Einstellungen und die unaufgeregte Musik wohl als „gewählt“ bezeichnen. In Wahrheit fehlt jeglicher Charakter, jegliches Highlight, jeglicher Charme. Bedeutungsebenen werden lediglich durch leere Bilder suggeriert. Vermutlich ist aber jede romantische Komödie aus den 90er Jahren besser gefilmt als A Real Pain. Eisenberg cosplayed Woody Allen, übernimmt jedoch seine schlimmsten Tendenzen der völligen Belanglosigkeit, die sich hinter der Maskerade des gequälten Genies versteckt. Autorenfilmer wie Charlie Kaufman oder Martin McDonagh, die mit ebenfalls simplen, aber effektiveren Bildern arbeiten, könnten das Thema vermutlich aus dem Stand packender visuell erzählen, ohne vorher eine Shotlist zu erstellen.

    Ein realer Schmerz?

    Dass der Streifen nicht gänzlich unspannend ist, ist im Grunde einzig und allein dem Holocaust-Gedenktourismus in Polen zu verdanken. So sehr Eisenberg daran scheitert, den erzählerischen Rahmen auf eine Charakterstudie zu übertragen, sein Händchen bei der Auswahl des Settings überzeugt. Auch wenn das Skript selbst mehrfach Löcher in die Oberflächlichkeit des glattgebügelten Bildes jüdischen Lebens auf solchen Touren stechen möchte, entbehrt die würdevolle Aufarbeitung nicht einer gewissen emotionalen Kraft.

    Jesse Eisenberg und Kieran Culkin © 2024 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

    Die beste Szene des Films, ein Besuch des Konzentrationslagers Lublin-Majdanek, ist in mehrerer Hinsicht interessant. Zum einen handelt es sich um eine der wenigen fiktionalen Produktionen der Filmgeschichte, die tatsächlich die Erlaubnis erhielt, solche Aufnahmen an einer realen Location zu drehen. Auf diese Weise greift Eisenberg die Authentizität auf, deren Mangel Kieran Culkins Benji im Drehbuch zuvor explizit anspricht. Zum anderen bietet sie den emotionalen Kern des Werks und greift die komplexen Gefühle, die mit dem Besuch einhergehen, empathisch auf. Zum ersten und leider einzigen Mal fühlt sich der titelgebende Schmerz  real an und nicht suggeriert, kleingekaut und vorgegeben.

    © 2024 Searchlight Pictures. All rights reserved.

    Unser Fazit zu A Real Pain

    2.5 Watchable

    Jesse Eisenberg schiebt dem Zuschauer über quälend lange 90 Minuten ein trockenes Knäckebrot in den Mund. Die vermeintlich quirlige Präsentation, unterlegt mit leichtfüßiger Chopin-Musik, kommt so uninspiriert daher, dass man sich fragt, ob der Regisseur den Drehbuchautoren überhaupt leiden konnte, bis man einen Blick in die Credits wirft. Dass der Film in der laufenden Preissaison Aufmerksamkeit erhält, ist einzig und alleine Kieran Culkin zu verdanken. Dem Succession-Alumnus gelingt kompetent ein gewiss anspruchsvoller Drahtseilakt, für den er möglicherweise demnächst Oscar-prämiert sein wird. An der Balance zwischen Tragik und Nervenqual, die Culkin gekonnt hält, scheitert Schauspielkollege Eisenberg. A Real Pain ist eine ziemliche Schlaftablette, die wenig falsch macht, außer dass sie eigentlich nichts wirklich richtig macht. Schlussendlich ist vermutlich jede Routineuntersuchung bei Zahnärzt:innen interessanter – und näher an einem „real pain“.

    A Real Pain streamt bei Disney+.

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    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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