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    Startseite » African Kung-Fu Nazis
    Filme

    African Kung-Fu Nazis

    Thomas Hortianvon Thomas Hortian9. November 2020Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Die Kämpfer machen Hitler vor dem Turniere ihre Aufwartung
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    Unter dem totgeglaubten Adolf Hitler streben die African Kung-Fu Nazis die Weltherrschaft an. Ob Sebastian Steins Trashfilm auch unser Herz erobern konnte, erfahrt ihr im Folgenden![su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=Bg4TRwhaUco“]

    Eine braune Collage aus Hitler und mehreren gefährlich dreinschauenden Leuten auf dem Cover von African Kung-Fu Nazis
    Das Cover von African Kung-Fu Nazis © Busch Media Group

    African Kung-Fu Nazis – Handlung

    Nach Ende des zweiten Weltkriegs hat Adolf Hitler (Sebastian Stein) seinen Tod nur vorgetäuscht und ist mit seinem japanischen Verbündeten Hideki Tojo (Yoshito Akimoto) nach Ghana geflohen. Hier bereitet er seine Rückkehr vor und lässt von Horse-Man Göring (Marsuel Hoppe) eine Elite-Truppe gehirngewaschener Kung-Fu-Kämpfer, die „Ghanarier“, ausbilden. Als Frau an seiner Seite wählt er die schöne Eva (Elisha Okyere), die eigentlich mit Horst (Andrews Ntul Mensah) verbandelt ist.

    Um den Führer zu konfrontieren und Eva wiederzugewinnen, will Horst an einem jährlichen Kampfsport-Turnier teilnehmen. Doch seine Schule schickt seinen besten Freund, weswegen er sich im Dschungel neue Meister sucht, die ihn in geheimnisvollen Techniken unterweisen. So gewappnet, macht sich Horst auf, um das Turnier zu gewinnen. Doch dort steht er erst einmal dem besten Freund gegenüber…

    Der Übungsleiter in schwarzer Tracht zeigt seinen Schülern in gelber Tracht die richtigen Moves in African Kung-Fu Nazis
    Everybody is Kung-Fu Fighting – selbst in Afrika © Busch Media Group

    Ein afrikanischer Martial-Arts-Film

    Wie man der Inhaltsangabe entnehmen kann, haben wir es hier ohne Zweifel mit einem Trashfilm zu tun. Die Geschichte ist klischeebeladener Nonsens und die Inszenierung gibt ihr Bestes, dem auch gerecht zu werden. Auf das Wesentliche heruntergebrochen handelt es sich dabei um einen Martial-Arts-Film, denn gerade dessen Bestandteile dominieren das dünne Handlungsgerüst. Es gibt einen bösen Herrscher, der das Land mit schwarzer Magie und brutaler Gewalt in Angst und Schrecken versetzt. Dann bringt dieser Tyrann auch noch die Frau unseres Helden in seine Gewalt, womit der zentrale Konflikt etabliert wäre. Das Drehbuch wirft dazu noch einen Nebenkriegsschauplatz zwischen dem Helden, der sich bei der Wahl des Vertreters seiner Kampfschule übergangen fühlt, mit seinem besten Freund ins Rennen, welcher aber zweitrangig ist. Vielmehr treibt es den Helden zu zwei verrückten neuen Meistern, Eremiten, die ihm das Rüstzeug geben, sein Abenteuer bestehen zu können.

    So klassisch die Plotte von African Kung-Fu Nazis, so ungewöhnlich mutet dann die Herangehensweise der Macher an. Zuerst einmal ist das Ganze statt in China in Ghana angesiedelt. Adolf Hitler, ein gern gesehener Charakter in Trashfilmen der letzten Jahre, hier als Bösewicht zu platzieren, ist natürlich sehr reizvoll, weil man durch die mitschwingende Herrenmenschen-Ideologie einen starken Kontrast zum Handlungsort setzt. Außerdem gilt er als der ultimative Demagoge, der auch hier die Menschen unterwirft und sie mittels einer Gehirnwäsche sich gefügig macht. Sein japanischer Sidekick soll als Bindeglied zur Kampfkunst des asiatischen Raums fungieren, während der afrikanische Göring natürlich stellvertretend für die Diktatoren dieses Kontinents steht. An und für sich bildet das einen angemessenen Rahmen für ein zünftiges Spektakel des schlechten Geschmacks.

    Hitler posiert vor der Flagge der African Kung-Fu Nazis
    Ein neues Reich – eine neue Flagge © Busch Media Group

    Bemüht, aber nicht gelungen

    Solch ein Konzept steht und fällt natürlich mit der Qualität und Timing der Gags und ihre Einbindung in die Handlung. Man braucht dazu nicht unbedingt ein großes Budget und auch keine großen Schauwerte. African Kung-Fu Nazis geht den Weg des geringsten Widerstands und zieht seine Plotte erstaunlich trocken durch. Man merkt den Machern und Darstellern ihre Bemühungen an, diesen Trashfilm als einen afrikanischen Martial-Arts-Film mit einigen Übertreibungen durchzuziehen. Das bringt ihm auf jeden Fall ein paar Pluspunkte ein, da sich der aus seiner Absurdität speisende Kontrast zwischen Inhalt und Schauplatz teils auch voll entfalten kann.

    Auf Seiten der Darsteller punktet Hauptdarsteller Andrews Ntul Mensah, der wohl tatsächlich über einige Kampfsport-Skills zu verfügen scheint. Seine Kämpfe sind zwar nicht spektakulär, aber im besten Fall zumindest solide choreographiert. Dazu wird das Turnier mit einigen, zwar bewusst billigen, aber derbe blutigen Effekten gewürzt. Als Diktator ist der Deutsche Sebastian Stein zu sehen, der auch als Drehbuchautor und Ko-Regisseur fungierte. Er gibt den Antagonisten mit Schmackes, scheint aber nicht im Kampfsport bewandert zu sein, weswegen man, und das ist wohl ein kleiner Spoiler, ihn auch nicht kämpfen sehen darf.

    Allerdings täuscht all die Mühe nicht darüber hinweg, dass funktionierende Gags rar gesät sind. Auch die Kampfszenen sind im Höchstfall unteres Mittelmaß, werden aber eben immer wieder mal durch Gekröse oder einen Gag „aufgehübscht“. Und für die deutsche Lokalisierung hat man sich auch noch etwas Besonderes einfallen lassen und das Ganze in Bayrisch aufgenommen. Das ist dann wirklich des Guten zu viel und vor allem zu keiner Sekunde wirklich witzig. Da wirkt der O-Ton im teils gebrochenen Englisch mit kurzen Einsprengseln in Deutsch durch den Bösewicht sowieso viel passender und unterstreicht die absurde Ernsthaftigkeit, mit der der größte Teil des Plots vorangetrieben wird.

    Im Ring steht Horst einem kaukasischem Kämpfer mit Wrestling-Maske gegenüber in African Kung-Fu Nazis
    Unser Held muss verschiedene Gegner im Kampf besiegen © Busch Media Group

    Unser Fazit zu African Kung-Fu Nazis

    Im Endeffekt sollte man sich darüber gewahr sein, dass African Kung-Fu Nazis nicht mehr ist und sein möchte als ein billiger Trashfilm, der zumindest in weiten Teilen Anstrengungen erkennen lässt, seine Prämisse nicht zu schnell totzureiten. Da das Drehbuch abseits dessen leider nicht mehr viel zu bieten hat, bleiben regelmäßige Längen nicht aus. Es ist halt kein Film, den die Trashfilm-Gemeinde nun ausschweifend feiern wird, aber ein anerkennendes Nicken, zumindest sein Bestes versucht zu haben, ist ihm sicher. Am Ende gesellt sich African Kung-Fu Nazis ja auch nicht zu den in den letzten Jahren zu Popularität gekommenen Vehikeln afrikanischen Action-Trashs, sondern stellt eben doch nur einen Trashfilm dar, der von einem Deutschen in Afrika gedreht wurde und daher auch gewissen Konventionen für die internationale Vermarktbarkeit unterlag. Für gestählte Allesgucker und einen feucht-fröhlichen Abend unter Trashfreunden reicht das dennoch, auch wenn ich empfehle, von der deutschen Synchro lieber Abstand zu nehmen.

    Der Film ist am 06. November 2020 von Busch Media Group mit Blu-ray & DVD im Mediabook sowie als Einzel-DVD veröffentlicht worden!


    © Busch Media Group

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