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    Startseite » Amsterdam
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    Amsterdam

    Luca Mattysvon Luca Mattys2. November 2022Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Burt, Valerie und Harold posieren vor einem Sonnensymbol. Valerie hält eine Pfeife in der Hand.
    Der Erste Weltkrieg hat Burt, Valerie und Harold zusammengeführt. © Disney
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    David O. Russell vereint in Amsterdam das Who’s who Hollywoods und wartet mit einem Cast auf, der seinesgleichen sucht. Kann die Geschichtskomödie auch als Gesamtwerk überzeugen? Ihr erfahrt es in unserer Kritik!

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    Burt, Valerie und Harold blicken - Amsterdam Cover
    Das Cover von Amsterdam © Disney

    Die Handlung von Amsterdam

    Im Ersten Weltkrieg lernen sich die Soldaten Burt Berendsen (Christian Bale) und Harold Woodman (John David Washington) kennen und formen eine tiefe Freundschaft. Nachdem ihr General Bill Meekins (Ed Begley Jr.) einige Jahre später verstirbt, wittert dessen Tochter Liz (Taylor Swift) einen Mord. Sie bittet Burt, der als Arzt praktiziert, eine Autopsie durchzuführen. Als sich tatsächlich Hinweise auf ein Verbrechen finden lassen und Burt und Harold Zeugen eines Attentats werden, geraten sie ins Fadenkreuz der Polizei. Bemüht, ihre Unschuld zu beweisen, ermitteln die beiden auf eigene Faust. Hilfe bekommen sie dabei von Valerie (Margot Robbie), eine Krankenschwester, die beide im Lazarett verarztet hat. Gemeinsam müssen sie einen weitreichenden Komplott aufdecken, der die Geschichte für immer verändern wird.

    Burt, Harold und Valerie stehen Arm in Arm nebeneinander und stoßen mit Getränken an
    Ein ungleiches Trio: Burt, Harold und Valerie sind unzertrennlich in Amsterdam. © Disney

    Ein stilistischer Fehlgriff

    David O. Russell ist nach mehreren schweren Vorwürfen zu einer kontroversen Figur in Hollywood geworden. Entsprechend erwartbar waren die negativen Stimmen zu seinem neuesten Werk. Nach der Sichtung ist jedoch klar: Amsterdam wäre ebenso abgestraft worden, wenn die Regisseurin Mutter Theresa persönlich gewesen wäre. Stimmig wirkt an dem Film so gut wie überhaupt nichts. Das gesamte Werk ist ein heilloses Durcheinander, dessen überstilisierte Präsentation kaum über seine strukturellen Schwächen hinwegtäuschen kann. Schwung mag gar nicht erst aufkommen, wenn nahezu inflationär wilde Zeitsprünge, Standbilder und ähnlicher Schnickschnack eingebaut werden. Die über zweistündige Laufzeit wird so zu einer wahren Zerreißprobe. Zu oft verrennt sich die Erzählung in unnötigen Umwegen und verwirrt mehr, als dass sie unterhält. Einen guten Historienfilm bekommen wir definitiv nicht geboten; würde eine Lehrkraft in der Schule Geschichte ebenso strukturlos unterrichten, wie Amsterdam daherkommt, könnte man fest mit einigen Sechsen auf den Zeugnissen rechnen.

    Von den drei Oscar-Nominierungen, die Russell für seine Regie vergangener Filme erhalten hat, ist im Bild indes wenig zu sehen. Die Kamera, geführt von Legende Emmanuel Lubezki, schwebt ziellos in der Gegend umher. Ein furchtbar getakteter Schnitt zerstückelt jede vielleicht potenziell schick gedachte Einstellung noch weiter. Der Film ist ein unrhythmisches Chaos aus disharmonischen Bewegungen und Winkeln, die selten ein rundes Gesamtbild ergeben. Dabei scheint für Russell schon simpelstes Blocking eine nicht zu meisternde Herausforderung zu sein. In manchen Szenen mutet es fast so an, als hätten die Darsteller ihrem Regisseur einen Streich spielen wollen und ihre Position zwischen den Takes geändert. Es ist bisweilen unmöglich einzuschätzen, wo sich die Figuren räumlich gesehen zueinander befinden. Desorientierung kann als wunderbares Stilmittel dienen, um beabsichtigte Verwirrung zu stiften. Beabsichtigt ist hier jedoch gar nichts; Amsterdam wirkt wie eine auf den letzten Drücker zusammengeschusterte Hausaufgabe.

    Burt und Harold rennen nachts über eine dunkle Straße
    Burt und Harold auf der Flucht vor ihren Verfolgern. © Disney

    Bekannte Gesichter für gesichtslose Rollen

    Eines der größten Verkaufsargumente des Films, sein breiter Cast aus unzähligen Hollywood-Ikonen, erweist sich als eine seiner Schwächen. Bis in die kleinste Nebenrolle ist Amsterdam hochkarätig besetzt. Dass wenige der Schauspieler die Möglichkeit haben, ihren Figuren Leben einzuhauchen, scheint Russell dabei egal zu sein. Zoe Saldaña beispielsweise erhält eine Leinwandzeit von vielleicht drei Minuten und spielt Material, das dünner ist als das Drehbuchpapier, auf dem es steht. Ähnlich ist es um Timothy Olyphant, Mike Myers, Michael Shannon und viele andere bestellt. Fast wundert man sich darüber, dass Bradley Cooper keinen zehnsekündigen Gastauftritt als Kellner hat. Nicht nur bleiben die Figuren blass, sie sind auch untrennbar an ihre Darsteller gekettet. Wenige Rollennamen könnte ich noch abrufen, ohne Google vorher zu befragen. Das Talent vor der Kamera wird vergeudet und lenkt obendrein auch noch von dem ab, was eigentlich der Fokus des Films sein sollte: die quirligen Akteure der Handlung.

    Auch isoliert sind die Darbietungen leider wenig überzeugend. Christian Bales Leistung kann schon fast als erschreckend bezeichnet werden. Wo er unter Russells Regie in American Hustle noch preisverdächtig brillierte, wirkt sein Spiel hier beinahe wie eine Parodie. Mit hölzernen Sprachmustern und betont schrulligen Grimassen lockt er wirklich niemanden hinter dem Ofen hervor. Margot Robbie scheint ihrer Harley-Quinn-Rolle nicht zu entkommen und verwendet nun dieselbe Stimme auch im Manhattan der 1930er. Dabei driftet sie leider allzu oft ins Nervige ab. Rami Malek und Anya Taylor-Joy sind fehlbesetzt und scheinen nie mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein. Am schlimmsten ist allerdings Chris Rock, dessen cholerisches Schreien wenig mit tatsächlichem Schauspiel zu tun hat. Als Einziger halbwegs unbeschadet heraus schafft es John David Washington. Dessen Leistung stellt zwar auch kein Glanzstück in seiner Filmografie dar, entbehrt aber zumindest nicht eines gewissen Charmes.

    Ein Film für niemanden

    Die schwierigste Frage, die sich mir bei der Sichtung von Amsterdam stellte, lautete: Wer ist eigentlich die Zielgruppe? Das durchschnittliche Kinopublikum kann es kaum sein. Als Alternativprogramm zu aktuellen Blockbustern taugt der Film wenig. Zwar ist er ebenso überladen, jedoch in seiner Erzählweise zu unorganisiert. Viele Namen, Figuren und Sachverhalte ergeben leider nicht immer eine spaßige Krimikomödie. Guy Ritchie hat erst vor wenigen Jahren mit The Gentlemen bewiesen, wie man absichtliche Verkomplizierung der Erzählung wunderbar einsetzen kann. Russell hat daraus die falschen Lehren gezogen und völlig vergessen, Spaß mit dem Material zu haben. Das Ergebnis ist ein zäher Zweistünder, dem man jede langsam verrinnende Minute anmerkt. Auch Arthouse-Fans kommen mit Amsterdam nicht auf ihre Kosten, dafür ist das Handwerk schlicht zu schwach. Es besteht eben ein Unterschied zwischen anspruchsvollem und unnahbarem Filmemachen, welcher hier deutlich wird.

    Valerie filmt mit einer Handkamera, während diverse Figuren hinter ihr aufgereiht sind
    Auf der großen Gala der Kriegsveteranen könnte sich alles entscheiden. © Disney

    Einzig mit dem Versprechen, hierbei handele es sich um eine teils wahre Geschichte, könnte das Studio einige Neugierige anlocken. Jedoch ist auch dieser Ansatz kaum neu. Russell selbst hat ihn bereits mit American Hustle genutzt. Seitdem haben ihm Adam McKay, Spike Lee und andere Regisseure in diesem Punkt den Rang abgelaufen. Filmen wie The Big Short oder BlacKkKlansman gelang es, die wahren Ereignisse geschickt zu kontextualisieren und zu verpacken. Sie waren relevant, würden aber auch noch dann funktionieren, wenn sie frei erfunden wären. An dieser Hürde scheitert Amsterdam dann auch für diejenigen, die sich für reale Geschichten interessieren. Der Spaß dieser Prämisse besteht ja eigentlich darin, dass das, was einem gezeigt wird, so unfassbar ist, dass es eigentlich gar nicht stimmen kann und es dennoch tut. Über die gesamte Laufzeit wird aber kein standfestes Argument geboten, was genau an der Handlung derartig außergewöhnlich sein soll. Die Erzählung ist schlicht uninteressant.

    Unser Fazit zu Amsterdam

    134 Minuten hält David O. Russell den Zuschauer mit seinem neuesten Werk im Kinosessel. In dieser überlangen Zeit wird viel geredet, viel geschnitten, viel gemacht und getan. Nur wirklich überzeugt wird nicht. Darsteller auf erschreckendem Niveau rezitieren lieblos Dialogzeilen, die höchstens unfreiwillig komisch wirken. Verpackt wird all dies in ein Präsentationspaket, das unausgereifter kaum sein könnte. Keine visuelle Idee ist durchkonzipiert, wirkliche Regiearbeit scheint nicht stattgefunden zu haben. Heraus kommt ein Werk, das gerne an die Gebrüder Coen erinnern möchte, aber selbst an deren B-Ware weder in Humor noch technischer Finesse heranreicht. Nicht einmal das auf dem Papier beeindruckende Personal kann hier irgendetwas retten; Amsterdam ist ein Fehlschlag auf ganzer Linie und ein potenzielles Todesurteil für die Karriere seines Regisseurs.

    Amsterdam erscheint am 3. November 2022 in den deutschen Kinos!


    © Walt Disney Germany

    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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