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    Betonrausch

    Jan Wernervon Jan Werner18. April 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Eine standesgemäße Poolparty in Betonrausch
    Mit dem Geld kommt der Luxus © Netflix
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    In der neuen Netflix-Produktion Betonrausch hat man sich erneut an den ganz großen Vorbildern orientiert und wandelt auf den selben Pfaden, wie Wolf of Wall Street und andere Hochstaplergeschichten Hollywoods. Ob Frederick Lau und David Kross es schaffen, diese Fußstapfen zu füllen, lest ihr in dieser Filmkritik.

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    Kross, Uhse und Lau in Betonrausch
    Nicole (Janina Uhse) erklärt Viktor und Gerry das Kreditgeschäft © Netflix

    Darum geht’s in Betonrausch

    Erzählt wird die wahnwitzige Geschichte vom Aufstieg und Fall dreier Immobilienbetrüger. Viktor Steiner (David Kross), Gerry Falkland (Frederick Lau) und Nicole Kleber (Janina Uhse) erschwindeln sich innerhalb kürzester Zeit extremen Reichtum – ihre Betrugsmasche katapultiert sie nach ganz oben. Doch dabei geraten sie in einen Strudel aus Korruption, Steuerhinterziehung, Gier und Drogen. Sie müssen sich schließlich im ungebremsten Sturzflug darauf besinnen, was ihnen wirklich wichtig ist.

    Eine Szene im Regen Berlins
    Auf dem Weg zur Immobilienversteigerung © Netflix

    Ein charmanter Betrüger

    Zu Beginn sieht man, wie Viktor seinen Vater verlässt, um sich in Berlin ein eigenes Leben aufzubauen. Doch schon die ersten Aktivitäten in der Hauptstadt deuten an, dass er nicht plant, den langen und steinigen Weg nach oben zu gehen. Er setzt sein Charisma ein, um Menschen zu manipulieren und sich so etliche Vorteile zu ergaunern. Dabei sieht man, dass Viktor durchaus ein intelligenter Typ ist, der auf dem dünnen Drahtseil der Halblegalität tänzeln kann, wie kaum ein anderer.

    Die Art und Weise, wie sich der Protagonist in Betonrausch durch seine Eloquenz und sein Einfühlungsvermögen in die höchsten Kreise reinschwindelt, erinnert im Positiven sehr an Leonardo DiCaprio als Frank Abagnale in Catch me if you can. Genau wie dort, ist von Beginn an klar, dass der Antrieb Viktors nicht nur der monetäre Aspekt im Immobiliengeschäft ist, sondern vor allem sein extremes Geltungsbedürfnis, sein Wille, außergewöhnlich zu sein und wahrgenommen zu werden.

    Wen könnte man für eine so angelegte Rolle in Deutschland wohl besser besetzen als David Kross, der bereits Kate Winslet in Der Vorleser durch seine bloßen Worte verführen konnte? Kross spielt den durchtriebenen, manipulativen Charmebolzen hier gekonnt, und nicht nur die Leute, die er im Film über den Tisch zieht, hängen ihm an den Lippen, sondern auch wir als Zuschauer. Seine Darstellung ist mit Sicherheit der große Pluspunkt von Betonrausch.

    Eine Bordellszene in Betonrausch
    Gerry (Frederick Lau) gibt sein Geld schnell wieder aus © Netflix

    Wolf of Friedrichstraße

    Versucht Viktor anfangs lediglich, durch Mietbetrügereien zu Geld und Status zu kommen, so werden die Pläne schlagartig größer, als er seinen späteren Partner Gerry kennenlernt. Dieser führt ihn in die Gepflogenheiten des Immobilienmarktes ein und bringt die wichtigen Kontakte mit. Die wichtigste Verbindung, die über ihn entsteht, ist die zur Bankangestellten Nicole, die schnell Teil des Betrugskonstrukts wird.

    Gerry wird von Frederick Lau, bewusst auch vom Temperament her, als Gegenpol zu seinem Partner aufgebaut. Er ist impulsiver, spontaner, kann aber genauso schneller zufriedengestellt werden. Lau macht in der Rolle eine sehr gute Figur. Man nimmt ihm den Jargon und die rüden Umgangsformen komplett ab. Man kann hier weiterhin deutlich erkennen, dass er durch die Rollen in Filmen in der Unterwelt deutscher Großstädte schon abgehärtet wurde. Vor allem in den Szenen im Bordell oder bei den Feiern ist Frederick Lau wieder voll in seinem Element und kann deutlich mehr den proletenhaften Exzentriker raushängen lassen, als Kross. Die Chemie zwischen den beiden könnte daher besser kaum sein.

    Bei Janina Uhse merkt man im Vergleich zu den anderen Protagonisten jedoch, dass sie nicht ganz die Erfahrung und Bandbreite hat, um ihrer Figur eine gewisse Ambivalenz zu verleihen. Vielmehr hat man den Eindruck, dass sie auf die divenhaften Typen, wie schon jahrelang bei GZSZ, reduziert wird. Letztlich wirkt dadurch weder die Beziehung zu Viktor wirklich echt, noch können ihre Emotionen, wie Wut und Enttäuschung, aufs Publikum überspringen. Auch wenn sie apäter die Leidtragende ist, ist man doch fast noch eher auf der Seite des vermeintlich schuldigen Viktors.

    David Kross als Viktor in Betonrausch
    Viktor ist zu weit gegangen © Netflix

    Betonrausch entzaubert die Immobilienscheinwelt

    Die Geschichte erinnert natürlich sehr an die bekanntesten Hochstapler Hollywoods aus Wall Street, The Wolf of Wall Street oder auch The Big Short. Trotzdem macht Betonrausch in der ersten Stunde fast alles richtig, um auf eine eigene Art die Immobilienbranche Berlins zu demaskieren. Dem Zuschauer wird hauptsächlich durch Gerry erklärt, wie der Markt funktioniert und wie man sich scheinbar mit wenig Aufwand die Lücken im System zunutze machen kann. Dabei setzt Regisseur Kaya auf ein hohes Tempo, einige leicht überzeichnete Szenen und den ein oder anderen Lachmoment. Kombiniert mit schönen Zeitrafferszenen und einer Vielzahl von Locations entsteht ein kurzweiliger Trip durch die Berliner City.

    Kaya schafft es auf deutlich verständlichere Weise wie in den amerikanischen Vorbildern zu verdeutlichen, wie die drei Gauner innerhalb kurzer Zeit schaffen, mittels eines Schneeballsystems zu immensem Reichtum zu kommen. Zusätzlich setzt er bewusst auf die bekannte Formel, dass man mit einem Protagonisten, der von ganz unten kommt und plötzlich in der High Society verkehrt, sympathisiert und sich in dessen Haut träumt, wenn er mit dem AMG-Mercedes vor die Prunkvilla fährt.

    Sophia Thomalla und Frederick Lau in Betonrausch
    Gerry lässt sich verwöhnen © Netflix

    Betonrausch verzettelt sich am Ende im Beziehungsdrama

    Hätte sich Betonrausch konsequent auf diesen fast schon satirischen Einblick ins Milieu der Immobilienmogule fokussiert, so wäre der Film noch bissiger und womöglich besser geworden. Doch ab einem gewissen Punkt spielen die Geschäftsmodalitäten kaum noch eine Rolle, und wenn es am Ende darum geht, dass die Polizei die Machenschaften doch entlarvt hat, stehen nur noch die Folgen für die Ehe zwischen Viktor und Nicole und das gemeinsame Kind im Mittelpunkt. Damit endet der Film zu standardmäßig als Beziehungsdrama.

    Unser Fazit zu Betonrausch

    Die zweite deutsche Produktion von Netflix kann mit vielen internationalen Produktionen über weite Strecken mithalten. Insbesondere die beiden männlichen Hauptdarsteller zeigen in den gegensätzlichen Rollen erstklassige Leistungen, sorgen für Kopfschütteln und Lacher und stellen den Immobilienzirkus als das da, was er vermutlich ist: Eine Branche voller Gier und Größenwahn, in der skrupellos über Leichen gegangen wird.

    Leider raubt dem Film der Teil mit dem Beziehungsdrama etwas von der Wucht als fast schon satirische Entzauberung einer ganzen Branche und ihrer Machenschaften. Nichtsdestotrotz ist Betonrausch ein sehenswertes, deutsches Thrillerdrama, das bei Netflix viele Zuschauer finden sollte.

    Betonrausch ist seit dem 17. April 2020 bei Netflix abrufbar.


    © Netflix

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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