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    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Bohemian Rhapsody
    Filme

    Bohemian Rhapsody

    Onnovon Onno12. November 2018Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Queen rockt das Live-Aid-Konzert im Wimbledon-Stadium © 20th Century Fox
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    Ein im Jahre 2010 angekündigtes und mit vielen Problemen behaftetes Projekt verlässt tatsächlich die Produktionshölle Hollywoods und flimmert seit dem 31.10.2018 über die Leinwände. In Bohemian Rhapsody wird das Leben von Freddie Mercury und der Band Queen zum greifen nah, denn auch 2018 heißt es: We Will Rock You

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=2Xw1jDUIACE“]

    Plakat zu Bohemian Rhapsody © 20th Century Fox
    Kino-Plakat zu Bohemian Rhapsody © 20th Century Fox

    Bohemian Rhapsody – Handlung

    Die Massen begeistern und den Rock-Olymp erklimmen – diesen Wunsch hegt der am Flughafen arbeitende Design-Student Farrokh Bulsara (Rami Malek) bei seinen nächtlichen Konzertbesuchen. Als bei der Band Smile der Posten des Leadsänger frei wird, ergreift er die Möglichkeit und gründet mit den restlichen Mitgliedern die Band Queen. Mit seinen Ideen und Visionen gibt er der Band den nötigen Auftrieb, schafft damit aber auch Hürden. Das hindert Farrokh aber nicht daran, mit der Band Musikgeschichte zu schreiben und unter dem Namen Freddie Mercury zur Legende zu werden.

    Bohemian Rhapsody on Stage © 20th Century Fox
    Queen auf Tour in den USA © 20th Century Fox

    Don’t Stop Me Now

    Schillernd, aufregend, tragisch. Die Geschichte rund um Freddie Mercury bietet genügend Material um unzählige Filme, Serien oder Dokus zu füllen. Eine beispiellose Karriere die alle Facetten des Showbusiness aufzeigt. Dass all das nicht in einen Film gepackt werden kann, ist selbstredend. So kratzt man bei vielen Themen nur an der Oberfläche oder spart gewisse Phasen einfach aus. Das ist schade, da einigen Abschnitten mehr Tiefe wirklich gutgetan und man als Zuschauer gern mehr erfahren hätte. Doch so huscht man viel mehr über die einzelnen Stationen von Queen und verfolgt im Eiltempo deren und besonders Freddies Entwicklung. Dabei werden gerade die negativen Phasen mit Samthandschuhen angefasst und nicht wirklich beleuchtet oder wurden gar geändert. Die ehemaligen Bandmitglieder hatten ihre Hand darauf und wollten nicht, dass Freddies Erbe befleckt wird. Das ist auch völlig legitim und zum Ende sorgen gerade die Anpassungen für starke Gänsehautmomente.

    Anspannung vor dem Live-Aid-Konzert © 20th Century Fox
    Freddie (Rami Malek) vor dem Live-Aid-Konzert © 20th Century Fox

    Who Wants To Live Forever

    Eine brillante Arbeit in Bohemian Rhapsody liefert vor allem Rami Malek als Freddie Mercury ab. Es ist eine wahre Freude zu beobachten, wie er alle Facetten aus der Figur herausholt und die Entwicklung zum Superstar greifbar macht. Er ist der absolute Fix- und Bezugspunkt in diesem Film und stemmt diese Aufgabe mit Bravour. Das liegt aber auch an dem authentisch und hochklassig aufspielenden Ensemble um ihn herum, welches sich nicht in den Vordergrund drängt und ihn somit glänzen lässt. Der Kampf mit der eigenen Identität, der Krankheit und die Performance auf der Bühne, Rami Malek liefert ein Meisterstück ab. Schauspielerisch wird so eine Tiefe erreicht, die erzählerisch nicht mithalten kann.

    Queen rockt im Wimbledon-Stadium © 20th Century Fox
    Queen rockt das Live-Aid-Konzert im Wimbledon-Stadium © 20th Century Fox

    The Show Must Go On

    Neben Rami Malek ist die Musik und deren Inszenierung die große Stärke von Bohemian Rhapsody. Mit den ersten Tönen und Riffs wird man regelrecht mitgerissen und der Film generiert so einen ungemein wohligen Vibe. Dabei werden Evergreens von Queen auf kreative Art und Weise gewürdigt und unterstützen den Film sogar auf erzählerischer Ebene. Das absolute Highlight und gleichzeitig der Schlussakt des Films ist die Nachstellung des Live-Aid-Konzerts. Die Bewegungen, die Atmosphäre, einfach alles ist hier stimmig umgesetzt und generiert eine emotionale Wucht, die für Gänsehautmomente sorgt. Doch stellte ich mir dabei die Frage, ob sich der Film diese Momente wirklich selbst erarbeitet hat, oder mein eigenes emotionales Queen-Päckchen einen großen Anteil daran hat. Ich tippe auf eine Mischung aus beidem, denn für Fans der Musik wird bis zum Schluss ein ungemein stimmiges Spektakel geboten.

    Freddie (Rami Malek) grüßt die Fans © 20th Century Fox
    Freddie (Rami Malek) verabschiedet sich bei den Fans © 20th Century Fox

    Unser Fazit zu Bohemian Rhapsody

    Ein brillanter Rami Malek und die hervorragend inszenierte Musik sorgen für ein stimmiges Queen-Spektakel. Die B-Seite offenbart leider deutliche Schwächen in Tiefe, Erzählung und Tempo, aber die muss man sich ja nicht anhören.


    © 20th Century Fox

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