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    Cargo (2018)

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen25. Juli 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    In Cargo hat „Hobbit“-Darsteller Martin Freeman 48 Stunden, um seine kleine Tochter Rosie in Sicherheit zu bringen. Denn dann verwandelt er sich unwiderruflich in einen Zombie.

    Das offizielle Plakat zu Cargo © Netflix
    Das offizielle Plakat zu Cargo © Netflix

    Was passiert in Cargo?

    Andy lebt mit seiner Frau Kay und seiner kleinen Tochter Rosie auf einem Hausboot. Gemeinsam schippern die drei über die Flüsse Australiens. An Land gehen sie nur im Notfall, um Vorräte zu suchen. Denn Australien wird von Zombies überrannt und es ist unklar, ob sogar die ganze Welt verloren ist. Als auch Andy von einem Untoten gebissen wird, hat er nur noch eine Aufgabe: Seine Tochter Rosie an einen sicheren Ort zu bringen, bevor er sich verwandelt.

    Ein Mann – eine Aufgabe

    Cargo ist ganz offensichtlich eine One-Man-Show. Wir folgen Martin Freeman durch das australische Hinterland, werfen mit ihm immer wieder einen besorgten Blick auf die Armbanduhr, die anzeigt, wann Andys Verwandlung zum Untoten unwiderruflich abgeschlossen ist und wünschen uns ebenso wie er eine sichere Zuflucht für die kleine süße Rosie. Zusammen mit den wunderbaren Landschaftsaufnahmen der australischen Steppe fühlen wir uns wie Andy orientierungslos – welche Richtung ist die richtige? Wo wartet die Rettung?

    Am Rande begegnet Andy noch anderen Menschen. Das Aborigine-Mädchen Thoomi hat ihren Stamm verlassen. Da dieser Jagd auf Zombies macht und ihr Vater gebissen wurde, fürchtet sie um sein Leben. Zudem trifft Andy auf eine weiße Familie, in der der Vater seine ganz eigene konsequente Art und Weise hat, sich um Frau und Kind zu kümmern. So schildert Cargo episodenhaft unterschiedliche Einzelschicksale, die mal mehr, mal weniger Zeit eingeräumt bekommen. Jeder versucht sich mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren. Dass dabei auch niedere Instinkte und hässlichen Seiten des Menschen zum Vorschein kommen, gehört seit Romeros Tages-Trilogie (Night of the Dead, Dawn of the Dead, Day of the Dead) zum Zombie-Genre dazu.

    Andy und seine Frau Kay suchen eine sichere Bleibe © Netflix
    Andy und seine Frau Kay suchen eine sichere Bleibe © Netflix

    …und täglich grüßt das schlechte Plot-Writing in Horrorfilmen

    – Es folgen Spoiler zur Ausgangssituation und den ersten 25 Minuten des Films –

    Nach einem stimmungsvollen Auftakt, der einige schöne Landschaftsaufnahmen Australiens zeigt, schippern wir als Zuschauer mit Andy, Kay und Rosie auf einem Hausboot. Was für eine kluge Entscheidung, denn auf dem Wasser sind die Helden des Films sicher vor Zombies – denken wir. Auch dass Andy leichtsinnigerweise ein havariertes Boot betritt, um Vorräte zu suchen, aber beim ersten Anzeichen einer möglichen Gefahr sofort flüchtet, ist erst einmal eine Wohltat für den klischeegeplagten Horrorfan. Doch dann betritt seine Frau Kay, als Andy nach seiner Rückkehr ein Schläfchen macht, eigenständig das gesunkene Boot. Sie möchte für ihren Mann unbedingt einen Rasierer finden – und postwendend wird sie gebissen.

    Im Endeffekt ist klar: Andy muss seine Frau Kay verlieren, damit die eigentliche Handlung des Films sich entfalten kann und umso dramatischer erscheint. Denn er hat zudem selbst nur 48 Stunden, bevor er seine Tochter lieber fressen als retten will. Statt seine Frau nämlich zurückzulassen, behält er sie so lange bei sich, bis er wiederum von ihr in einem mehr als leichtsinnigen Moment infiziert wird – irrsinnigerweise noch vor Ablauf des Counters auf ihrer Armbanduhr. So ist Cargo bis zum Beginn der eigentlichen Geschichte, der Reise Andys mit Rosie, ein (wie so häufig) schlecht geschriebener Horrorfilm, der leider plump, unglaubwürdig und vor allem offensichtlich Plot Points abarbeitet.

    Wofür steht die Zombie-Apokalypse in Cargo?

    Cargo ist abseits seiner geradlinigen Story vor allem deshalb interessant, weil er einen politischen und gesellschaftlichen Kommentar über die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, abgibt. So wurden diese ähnlich wie die Indianer in den USA nach und nach von den Weißen aus ihrem eigenen Lebensraum verdrängt und in Reservate verfrachtet. Doch dem nicht genug: Aus kleineren Anspielungen in Cargo wird deutlich, dass der weiße Mann nicht nur das Land erobert, sondern die Bodenschätze danach auch rücksichtslos ausgebeutet hat – Fracking klingt als konkrete Ursache an, die den Kontinent zerstört haben könnte. Die hereinbrechende Zombie-Apokalypse führt nun dazu, dass die weiße Bevölkerung und mit ihr ihre Herrschaft über das Land zu einem blutigen Ende kommt. Die im Film durch kurze Einschübe gezeigte Gruppe von Aborigines gewinnt das Land zurück, indem sie die Zombies töten und die Leichen verbrennen – die Geschichte Australiens kehrt sich drastisch um.

    Andy tut alles um seine Tochter zu retten © Netflix
    Andy tut alles um seine Tochter zu retten © Netflix

    Alles in allem – das Fazit zu Cargo

    Cargo ist nicht der große Wurf, der dem Zombiegenre einen neuen Impuls geben kann. Dafür ist das Genre einerseits zu festgefahren. Andererseits fokussiert sich Cargo vor allem auf die Emotionalität seiner Geschichte und die besondere Atmosphäre im australischen Outback. Die schlampig geschriebene Story ist da nur ein simples Vehikel, um von A nach B zu kommen. Die gute Leistung von Martin Freeman, die eigentümliche Stimmung des Films und die kluge Botschaft im Hintergrund reichen aber allemal, um einen weitestgehend unterhaltsamen Filmabend zu verbringen.

    Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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    Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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    © Netflix

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