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    Der Hexentöter von Blackmoor

    Alex Dreßenvon Alex Dreßen19. Juni 2020Keine Kommentare8 min Lesezeit
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    Alicia wird als Gefangene vorgeführt, zwei Wachen halten sie an den Armen fest, von ihrem Kopf läuft Blut hinunter, im Hintergrund stehen Fahrenträger vor einer grauen Mauer
    Ob Alicia wohl einen fairen Prozess bekommt?
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    In Der Hexentöter von Blackmoor vermischt Jesús Franco Manera alias Jess Franco ein historisches Setting mit Horror und Exploitation. Ob ihm dabei ein guter Mix gelungen ist, erfahrt ihr in unserer Rezension.

    Das Cover des Mediabooks von Der Hexentöter von Blackmoor zeigt Christopher Lee als Richter mit ausgestrecktem Zeigefinger vor gelbem Hintergrund
    Das Cover des Mediabooks von Der Hexentöter von Blackmoor © Koch Films

    Die Handlung von Der Hexentöter von Blackmoor

    England im Jahre 1685: Der oberste Richter George Jeffreys (Christopher Lee) hält dem umstrittenen König Jakob II. die Treue. Er selbst führt eine Terrorjustiz, die nicht nur Angst in der Bevölkerung schürt, sondern vor allem politische Gegner des Königshauses unschädlich machen soll. Dem zum Opfer fällt auch Alicia Grey (Margaret Lee), deren Vater bereits wegen Hochverrats hingerichtet wurde. Nachdem Alicia zunächst einige peinvolle „Hexenprüfungen“ durchstehen muss, wird sie schließlich als solche verbrannt.

    Alicias Schwester Mary (Maria Rohm), die ebenfalls schnell ins Visier von Richter Jeffrey gerät, verbündet sich daraufhin mit Harry Selton (Hans Hass Jr.), Sohn des einflussreichen Lord Wessex (Leo Genn), dem engsten Verbündeten von Jeffreys. Unter der Führung von Selton versammeln sich nun einige Rebellen, um sowohl Richter Jeffreys als auch den König zu stürzen und das Terrorregime zu beenden. Hexentöter Jeffreys hingegen spielt all seine Macht aus, um dies zu verhindern…

    Ein ordentlich besetzter Historienfilm?

    Anhand des Plots könnte man meinen, es handele sich hier um einen zumindest nicht ganz so schlecht besetzten Historienstreifen, der sich des düsteren Stoffes der Hexenverfolgung sowie der tatsächlich historisch belegten Figur des Richters Jeffreys annimmt. Dies war auch ein Grund, wieso der spanische B-Movie-Regisseur Jess Franco Christopher Lee (Dracula, Der Herr der Ringe) für die Rolle gewinnen konnte. Zwar stellte dies nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Franco und Lee dar, so drehten die beiden bspw. schon zwei Teile der Dr Fu Man Chu-Reihe zusammen, doch Lee war der Annahme, es handele sich hier um eine historisch akkurate Aufarbeitung. Und tatsächlich nimmt der Charakter Jeffreys‘ sowie der Kampf rund um das Königshaus eine große Rolle ein. In Teilen handelt es sich hier also wirklich um einen wenig opulenten Historienfilm.

    Lee steht in Der Hexentöter von Blackmoor als Jeffreys in seinem Richterkostüm mit Perücke auf den Tisch gestützt mit ernstem Blick
    Den obersten Richter (Christopher Lee) sollte man nicht als Feind haben. © Koch Films

    Franco legt sich sogar mächtig ins Zeug, die Grundsituation einigermaßen ordentlich darzustellen. Zwar darf man keinen aufwendigen Kostümfilm erwarten, für ein B-Movie sind Kulissen wie Verkleidung aber durchaus ansehnlich. Dabei reduziert man sich auf wenige Settings, wechselt vor allem zwischen der Darstellung des Richterzimmers, Waldkulissen, in denen die „Hexen“ hausen, und dem dunklen Kerker. Durch die Konzentration auf das Wesentliche wird somit über weite Strecken eine recht stimmige und schön-schmuddelige Atmosphäre erzeugt. Winzig war das Budget aber keineswegs, der spanische B-Filmer konnte einige Geldgeber für das Projekt gewinnen. Das zeigt sich nicht nur bei dem Blick auf den Cast, sondern auch in mancher Szene. So zeigt Der Hexentöter von Blackmoor auch eine kleine Schlacht im Wald, in der doch einige berittene Rebellen versuchen, das Königshaus zu stürzen, während sie mit kleinen Kanonen beschossen werden. Das ist kein Fest für die Sinne, aber durchaus unterhaltsam.

    Ein bisschen Sex und Folter, bitte!

    Letztlich sorgt die Geschichte trotz (oder wegen) der überwiegend ernsthaften Herangehensweise doch für einige Längen. Die kleinen Intrigen tragen den Film nicht über die 100 Minuten Laufzeit, sodass der Film auch oftmals dahin plätschert. Offenbar sah dies auch Jesús Franco so, sodass er dem Zuschauer in unregelmäßigen Abständen Schauwerte der anderen Art lieferte.

    Denn wer die Vita eines Jess Franco (Vampyros Lesbos, Sie tötete in Ekstase) kennt, welcher im Laufe der 70er-Jahre Horror- und erotische bis pornografische Elemente immer mehr vermengte und sich auch ausgiebig dem Subgenre des Frauengefängnisfilms widmete, der weiß, dass Franco es sich nicht nehmen lässt, den historischen Plot um einen Exploitationanteil mit einigen Sex- und Folterszenen zu erweitern. Damit reiht sich Der Hexentöter von Blackmoor in eine kleine Welle von Hexenverfolgungs-Horrorfilmen ein, die Der Hexenjäger (1968) von Michael Reeves mit Vincent Price zwei Jahre zuvor anstieß. Nur zwei Wochen nach Francos Beitrag folgte auch der etwas härtere Vertreter Hexen bis aufs Blut gequält (1970), der hierzulande zeitweise sogar beschlagnahmt und erst 2017 vom Index gestrichen wurde.

    Erwartet man also – wie Hauptdarsteller Christopher Lee – einen Historienfilm, wird man schnell bemerken, dass das Setting eher als Aufhänger für Francos Vorliebe für Exploitation diente. Abseits des durchaus auserzählten Strangs um die Revolte im Königshaus wirft der Film – in recht willkürlichen Abständen und Schnitten – immer wieder zwischendurch einen Blick in den hauseigenen Kerker. Dieser ist bei jeder Einblendung mit neuen Frauen befüllt, die mal in ihren Verliesen schmoren, mal gerade mit Werkzeugen bearbeitet werden, und mal bewusstlos oder tot im Raum verteilt herumliegen. Gerne wird dies dann auch ausgiebig in kleinen Collagen mit einem passenden Score präsentiert.

    Eine Frau wird als Gefangene vorgeführt, zwei Wachen halten sie an den Armen fest, von ihrem Kopf läuft Blut hinunter, im Hintergrund stehen Fahnenträger vor einer grauen Mauer
    Ob sie wohl einen fairen Prozess bekommt? © Koch Films

    Schmuddeliger Trash oder ästhetische Hexploitation?

    Es lässt sich nicht bestreiten: Der Hexentöter von Blackmoor ist hin und wieder äußerst schmuddelig. Die Folter- und Sexszenen, die teils auch vermischt werden, wirken nicht selten durch den irritierenden Schnitt umso sinnbefreiter. Wenn der Kerkermeister (dargestellt von Howard Vernon, mit dem Franco über 30 Filme zusammen drehte) in einem lächerlichen Ganzkörper-Anzug zu der immer gleich klingenden Stöhn-und-Jammer-Geräuschkulisse das nächste Opfer bestimmt und die Peitsche wieder knallen darf, dann hat das oftmals mit der Geschichte gar nicht mal so viel zu tun, aber man wäre nicht ehrlich, wenn man behaupten würde, dass man sich über diese Einspielungen nicht freuen würde. Gleiches gilt auch für die seltsamen Orgelspiel-Einlagen von Christopher Lee. Der Höhepunkt ist dabei erreicht, wenn erst eine nackte Frau im Kerker mit einem Messer bearbeitet wird, und Mary dann ohne jegliche Aufforderung anfängt, der Frau das Blut von den Beinen abzulecken.

    In gar nicht mal so wenigen Momenten lässt sich aber auch das Können des sehr produktiven Regisseurs erahnen, der insgesamt über 200 Filme drehte. Wenn Mary während der Schlacht verzweifelt durch den nebeligen Wald läuft, zwischen den Bäumen die Sonne hindurch scheint und im Hintergrund die Kanonenschüsse knallen, dann zeigt sich durchaus sein Blick für Ästhetik. Gleichsam wird hier auch die Sinnlosigkeit der Hexenverfolgung verdeutlicht, wenn die angeblichen Hexen friedlich im Wald leben, während im Königshof die Schlacht tobt. In manch einem Moment gelingt es Franco tatsächlich, die Verzweiflung der Frauen spürbar werden zu lassen. Wenn in der nächsten Szene im Kerker dann wieder einmal ein bisschen lustvoll gefoltert werden darf, kann man es ihm aber trotzdem nicht wirklich übel nehmen.

    Mary wird von einem Mann gewaltsam mit dem Rücken auf einen Tisch gedrückt, ihr Gesicht ist qualvoll verzerrt, im Hintergrund ein Kamin
    Die arme Mary (Maria Rohm) muss einiges durchstehen © Koch Films

    Die Veröffentlichung

    Der Hexentöter von Blackmoor erscheint in einem fünfteiligen Mediabook bei Koch Films. Die Edition beinhaltet neben einer neuen Langfassung, die für die Review als Grundlage diente, auch die um rund eine halbe Stunde kürzere deutsche Fassung und als Extra die englische Exportfassung sowie die halbstündige Super 8-Fassung. Neben den verschiedenen Versionen des Films bietet das Mediabook die einstündige Doku „Franco-Philes“, eine Soundtrack-CD und weitere Extras wie Trailer, Bilder, Booklet und zusätzliche Szenen.

    Für die neue Langfassung wurden teils unvollständige Szenen nun in besserer Qualität neu eingefügt. Dies sorgt dafür, dass die Bildqualität an manchen Stellen stark variiert. So sind viele Szenen in wirklich ordentlichem Bild, manche sind jedoch offensichtlich nicht bearbeitet und deutlich überleuchtet. Das stört nicht erheblich, verstärkt jedoch den Eindruck des seltsamen Schnitts, wenn Szenen aus verschiedenen Fassungen hintereinander gefügt sind. Dennoch werden sich Fans des Films an der Langfassung erfreuen und dies ist auch die Version des Films, an der man sich orientieren sollte.

    Der Richter Jeffreys schaut in Großaufnahme skeptisch zur Seite in Der Hexentöter von Blackmoor
    Der Richter will die Revolte abwenden © Koch Films

    Im Zuge der Veröffentlichung wurde die FSK-Altersfreigabe von 18 auf 16 Jahre heruntergesetzt. Bei der doch sehr düsteren Atmosphäre im Kerker mit der einen oder anderen „Leibes- und Geistesvisitation“ ist das eine kleine Überraschung, aber noch im Rahmen des Vertretbaren. Insgesamt ist es gleichermaßen erstaunlich wie erfreulich, dass Koch Films diesem Film ein derartiges Mediabook spendiert.

    Unser Fazit zu Der Hexentöter von Blackmoor

    Schon der Name Jess Franco dürfte verraten, dass dies eigentlich ein Film für eine bestimmte Zielgruppe ist. Mit seinem sehr auserzählten Plot rund um das Königshaus ist aber oft nicht ganz klar, wo Franco hin möchte und sorgt so für die ein oder andere Länge. Umso irritierender sind die oftmals wie Zwischenstopps eingefügten Folter- und Sexsequenzen, die Franco wohl einfach nicht missen wollte. Homogen ist das Ganze definitiv nicht, macht aber doch an einigen Stellen auf entlarvende Art und Weise Spaß.

    Man sollte dabei weder wie Hauptdarsteller Christopher Lee eine waschechte historische Erzählung erwarten noch auf ein Folter-/Exploitation-Spektakel hoffen. Wer aber Lust auf einen schmuddeligen, eher seltenen Genre-Mix hat, darf mal einen Blick riskieren. Fans der Hexploitation werden an dem Film sowieso nicht vorbeikommen.

    Der Hexentöter von Blackmoor erscheint am 18.06 bei Koch Films.


    © Koch Films

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