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    Die Frau, die vorausgeht

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen13. Dezember 2018Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Caroline möchte Sitting Bull in traditioneller Kleidung zeichnen © Universum Film GmbH
    Caroline lernt Sitting Bull kennen und möchte ihn malen © Universum Film GmbH
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    In Die Frau, die vorausgeht spielt Jessica Chastain die historische Person Caroline Weldon, die sich gegen Ende des Wilden Westens allen Widerständen zum Trotz für die Rechte der Indianer einsetzt. 

    Die Frau, die vorausgeht – die Handlung des Films

    Ende des 19. Jahrhunderts wirft eine Frau das Gemälde eines Mannes in den Fluss ihrer Heimatstadt New York. Dann macht sie sich mit der Eisenbahn auf den Weg in den Westen der USA. Was ist passiert? Caroline Weldon (Jessica Chastain) ist seit einem Jahr Witwe und möchte nun ohne ihren Mann ihr altes Leben zurück. In diesem war sie eine angesehene Malerin, die auch namhafte Politiker der Vereinigten Staaten porträtierte. Ihre Reise in den sogenannten Wilden Westen hat das Ziel, den berühmten Sioux-Indianer-Häuptling Sitting Bull (Michael Greyeyes) zu treffen und zu malen.

    Doch dieses Vorhaben gestaltet sich vor Ort schwieriger als gedacht. Zwar ist der Krieg zwischen Indianern und weißen Siedlern vorüber, die Wunden sind jedoch immer noch tief. Der Regierungsbeamte James McLaughlin (Ciarán Hinds) will die Malerin am liebsten postwendend nach Hause schicken, um Unruhen zu vermeiden. Politisch brisant ist die Lage zudem, weil Colonel Silas Groves (Sam Rockwell) vom Kriegsministerium geschickt wurde, um die Lebensmittelrationen der Ureinwohner auf die Hälfte herunterzukürzen. Auf diese Weise möchte die Regierung die Indianer zu einer Vereinbarung zwingen, die sie der Hälfte ihres Reservats beraubt. Caroline Weldon gerät unbedarft zwischen die Fronten. Mehr und mehr schlägt sie sich auf die Seite von Sitting Bull und seinem Sioux-Volk.

    Caroline möchte Sitting Bull in traditioneller Kleidung zeichnen © Universum Film GmbH
    Caroline lernt Sitting Bull kennen und möchte ihn malen © Universum Film GmbH

    Eine kleine Heldengeschichte

    Caroline Weldon hat wirklich existiert und sich zeit ihres Lebens vehement für die Rechte der Indianer eingesetzt. Allerdings gehörte sie bereits vor der im Film gezeigten Reise zu Sitting Bull der „National Indian Defense Association“ als Mitglied an. Sie war lediglich geschieden, nicht verwitwet und hatte eigentlich einen Sohn. Statt mit Sitting Bull in trauter Zweisamkeit zu leben, wohnte sie mit dessen Familie zusammen.

    All diese kleine Änderungen, die der Drehbuchautor Steven Knight vornahm, zeigen in der Summe, dass dieser für Die Frau, die vorausgeht seine eigene Dramaturgie des historischen Stoffes schaffen wollte. Genauer gesagt entwickelte Knight eine kleine stereotype Heldengeschichte mit passender Selbstfindung der Hauptfigur. So beklagt die von Jessica Chastain gespielte Caroline Weldon ihr bisheriges Leben, das sie im Gespräch mit Sitting Bull als schlichtweg belanglos bewertet. „Better die for something than live for nothing“ – ein Aphorismus des Zweiten-Weltkriegs-Generals George S. Patton – passt hier wie die Faust aufs Auge. So geht Caroline nicht nur wieder ihrem lange zurückgestellten Talent, der Malerei, nach. Sie beginnt auch, ihr Leben für die Rechte der Indianer einzusetzen.

    Caroline und Sitting Bull ziehen sich in die Natur zurück | Die Frau, die vorausgeht © Universum Film GmbH
    Bei einem Ausflug erfahren Caroline und Sitting Bull mehr übereinander © Universum Film GmbH

    Ein unfokussiertes Biopic

    Dabei zeigt uns Die Frau, die vorausgeht zu Beginn eine mehr als naive, gar nicht mehr so junge Frau, die frohen Mutes mit einem schweren Koffer im Nirgendwo der schwach besiedelten Prärie landet. Ihr Gepäck verliert sie natürlich umgehend an einen Fremden. Die Verantwortlichen der nahe gelegenen Siedlung quartieren sie nur ein, damit sie am nächsten Morgen den ersten Zug nach Hause nehmen kann. Gleichwohl hämmert uns der dramentypische Streicher-Score von Beginn an ein, dass hier alles sehr bedeutungsvoll ist oder sich zumindest noch Großes ereignen wird.

    Doch in der Folge verläuft sich der Plot in unterschiedlichen Themenbereichen. Diese beanspruchen alle ihr gutes Recht, werden aber nicht unbedingt befriedigend abgehandelt. Die Ausgangssituation von Die Frau, die vorausgeht zielt überdeutlich auf eine Emanzipation von Caroline ab. Als Witwe folgt sie nun endlich ihren eigenen Zielen und sie stellt sich der herrschenden Männerwelt fast schon tollkühn entgegen. Gleichzeitig entsteht zwischen ihr und Sitting Bull eine erotisch aufgeladene Stimmung, die sich im Weiteren zusätzlich mit der zunehmend politischer werdenden Geschichte beißt.

    Denn zugleich streut Regisseurin Susanna White immer wieder Szenen ein, die die schrecklichen Kriegsgräuel zwischen Weißen und Rothäuten aufrollen. Da die Sioux-Indianer die letzte Schlacht für sich entscheiden konnten, scheint die US-Regierung die Ureinwohner so lange durch rigorose Gesetze peinigen zu wollen, bis ein erneuter Krieg endlich die Möglichkeit zur Vergeltung bringt. Leider zeigt dieser Western viel zu wenig von der Lebensweise der Indianer und ihren kulturellen Eigenheiten. Da müssen ekstatische Tänze bis zum Umfallen schon als lieblos hingeworfenes Klischee genügen. Erst viel zu spät, nämlich mit den abschließenden Texttafeln wird dem Zuschauer erschreckend bewusst gemacht, wohin dieser politische Konflikt um Selbstbestimmung und Mitsprache der Indianer eigentlich mündete.

    Jessica Chastain und Michael Greyeyes

    Die Frau, die vorausgeht lebt von seinen feinfühligen und reduzierten Charakterdarstellungen, die im Wesentlichen Jessica Chastain und Michael Greyeyes stemmen. Chastain spielt die etwas arg naive Frau, die ihrem eigenen Kopf folgt, um sich selbst zu finden, mit einer spürbaren Entschlossenheit. Ihre Figur erhält zwar keinen besonders gehaltvollen biographischen Hintergrund und ihre Entwicklung zur Indianer-Unterstützerin wirkt nicht unbedingt immer schlüssig, aber sie lässt durch ihr kraftvolles Spiel nie einen Zweifel an Carolines Ernsthaftigkeit aufkommen.

    An ihrer Seite spielt Michael Greyeyes einen Sitting Bull, der glücklicherweise weit davon entfernt ist, ein edler Wilder zu sein. Ebenso wenig gibt er als Kriegerhäuptling klischeehafte Weisheiten in gebrochenem Englisch von sich. Die Frau, die vorausgeht kokettiert sogar mit dieser Vorstellung. Der Sioux-Anführer arbeitet als zurückgezogener Kartoffelbauer, trägt moderne Kleidung und hat einen Sinn für die Kultur des weißen Mannes. Bei der ersten Begegnung mit Caroline handelt er statt 50 sogleich 1000 Dollar als Bezahlung aus, damit die Malerin ihn porträtieren darf. Erst im späteren Verlauf des Films legt Greyeyes die prächtige, aus alten Westernfilmen bekannte Tracht des Indianeroberhaupts an, um eine besondere Rede zu halten. Hier genügen dem kanadischen Schauspieler kleine Gesten, mit denen er den dramaturgischen Höhepunkt der Geschichte auch zu einem schauspielerischen Glanzlicht werden lässt.

    Sitting Bull möchte zu seinem Volk sprechen in Die Frau, die vorausgeht © Universum Film GmbH
    Caroline überzeugt Sitting Bull, sich für die Sioux einzusetzen © Universum Film GmbH

    Das Fazit zu Die Frau, die vorausgeht

    Susanna Whites Die Frau, die vorausgeht ist ein ruhiges Westerndrama, das vor dem Hintergrund realhistorischer Ereignisse eine recht oberflächliche, unfokussierte Geschichte über weibliche Selbstverwirklichung, Freundschaft und politische Selbstbestimmung erzählt. So tragen vor allem die guten Darstellerleistungen das etwas zu handelsübliche Biopic über die gesamte Spielzeit und sorgen insgesamt für einen soliden Historienfilm.

    Der Film ist digital und auf DVD & Blu-ray über Tobis Film erschienen.

    Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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    Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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    © Universum Film GmbH

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