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    Die Freibeuterin

    Thomas Hortianvon Thomas Hortian13. Juni 2020Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Marlene Dietrich ist groß auf dem Cover von Die Freibeuterin abgebildet, um sie herum die Köpfe der fünf Männer und einer Frau, die um und mit ihr konkurrieren
    Das BD-Cover von Die Freibeuterin © Koch Films 2020
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    Die Freibeuterin zeigt den deutschen Hollywood-Export Marlene Dietrich zwischen den Stars John Wayne und Randolph Scott. Ob der heitere Western auch heute noch begeistern kann, erfahrt ihr hier!

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    Marlene Dietrich ist groß auf dem Cover von Die Freibeuterin abgebildet, um sie herum die Köpfe der fünf Männer und einer Frau, die um und mit ihr konkurrieren.
    Das BD-Cover von Die Freibeuterin © Koch Films 2020

    Die Freibeuterin – Handlung

    In Nome, Alaska des Jahres 1900 herrschen raue Sitten. Der Goldrausch ist im vollen Gange und es scheint als ob sich einige Geschäftsleute unrechtmäßig Claims von ansässigen Goldgräbern aneignen wollen. Das passt gerade der Saloon-Besitzerin Cherry Malotte (Marlene Dietrich) nun gar nicht in den Kram, ist sie doch an einigen Unternehmungen finanziell beteiligt. Sie versucht der Sache im Grundbuchamt auf den Grund zu gehen, doch der gerade eingetroffene Kommissar McNamara (Randolph Scott) behindert ihre Nachforschungen. Aus einem Gespräch mit Cherry erfährt er von der Mine des Raubeins Roy Glennister (John Wayne). Der steht der schlagfertigen Investorin auch außerhalb der Geschäfte sehr nahe, wird aber gerade auch von der jüngeren Helen (Margaret Lindsey) umgarnt, die neu in der Stadt ist.

    Schon kurze Zeit später taucht McNamara mit Richter Stillman (Samuel S. Hinds) bei Glennisters Mine auf, da angeblich auch diese von anderen Geschäftsleuten beansprucht wird. Sie soll nun versiegelt und das bisher geschürfte Gold eingelagert werden, bis die Besitzansprüche geklärt seien. Zum Erstaunen seines Kompagnons Al Dextrey (Harry Carey) gibt Glennister vorerst nach und vertraut darauf, dass ihre rechtmäßigen Besitzansprüche nachgewiesen werden. Doch der Kommissar und der nicht wirklich ehrenwerte Richter spielen ein falsches Spiel…

    Spannungsloses Beziehungsgeflecht

    Die Freibeuterin war die damals bereits vierte Verfilmung des Bestsellers The Spoilers von Schriftsteller Rex Beach. Seine Geschichte basierte auf wahren Ereignissen, die Beach zeitgleich auch in einer Sachbuch-Reihe namens The Looting of Alaska dokumentierte. Trotz der realen Hintergründe im rauen Umfeld des Goldrauschs erweist sich der Film als eher leichte Unterhaltung. Die Geschichte tingelt dabei immer wieder zwischen dem Gaunerstück und Wildwest-Romantik, vor der sich eine, bzw. zwei Liebesdreiecke abspielen, hin und her. Zum einen wird Marlene Dietrich als Cherry Malotte von Randolph Scott als McNamara und John Wayne als Glennister umgarnt. Dazu wird letzterer auch noch von Margaret Lindsay als Helen hofiert, was sich als Finte entpuppt, gehört sie doch zur Bande von McNamara und Stillman. Aber natürlich verliebt sie sich dann doch in Glennister, der aber nur Interesse an Cherry hat. Soweit, so vorhersehbar.

    Das Problem des Westerns ist freilich, dass er aus dem ganzen Beziehungsgeflecht keine Spannung zu ziehen vermag. Es steht eigentlich von Anfang an fest, dass Cherry und Glennister zusammen gehören. Hinzu kommt noch, dass dieses belanglose romantische Durcheinander die an sich interessante Kriminal-Handlung immer wieder in den Hintergrund drängt, weswegen es auch hier im Spannungsaufbau hapert. Auch tonal ist sich der Film uneins, ob er nun bierernst seinen Krimi abhandeln will oder doch lieber eine lockere Gangart einschlägt. Durchaus netter Wortwitz wechseln sich hier mit wüsten Drohungen ab, am Ende steht dann sogar eine Schießerei an, bei der alle Handlanger der Schufte im Kampf um die Glennister-Mine ihr Leben lassen müssen. Punkten kann der Film dafür mit seinen drei Stars, die sich hier immer wieder gut aufgelegt die Bälle zuspielen. Wayne und Scott tragen ihren Konflikt am Ende in einer Saloon-Schlägerei aus, die damals als eine der besten galt.

    Die Stars

    Unumstrittener Star des Films ist der deutsche Hollywood-Export Marlene Dietrich. Sie scheint selbst dem Gold als Zankapfel zwischen ihren beiden Co-Stars immer wieder den Rang abzulaufen. Sie folgte nach ihrem Durchbruch in Der blaue Engel (1930) dem Regisseur Josef von Sternberg nach Hollywood. Nachdem ihr Erfolg dort Mitte der 30er-Jahre nachließ, vollzog sie einen Image-Wechsel von der passiven Schönheit hin zur schlagkräftigen Barfrau, wie sie sie in Der große Bluff (1939), Das Haus der sieben Sünden (1940) oder eben auch Die Freibeuterin (1942) zum Besten gab.

    John Wayne war erst einige Jahre zuvor, in Howard Hawks‘ Ringo (1939), zum Hollywood-Star aufgestiegen und muss sich hier dem dominanten deutschen Superstar unterordnen. Das gleiche gilt für Western-Star Randolph Scott (She – Herrscherin einer versunkenen Welt, Sacramento), der allerdings auch nie solch ein Standing aufzuweisen hatte, wie die beiden Leinwandlegenden neben ihm. Die Charaktere und ihre Beziehungen sind zwar sehr schlicht gezeichnet, doch vermögen die drei sie durchaus mit Leben zu füllen. Dies wertet gleichermaßen alle anderen Nebencharaktere auf, die eigentlich nur noch funktionale Zwecke erfüllen.

    Unser Fazit zu Die Freibeuterin

    Man kann nun nicht gerade behaupten, dass hier ein verloren gegangener Klassiker des Westerns wieder ausgegraben wurde. Aber wer die Stars Marlene Dietrich, John Wayne und Randolph Scott gerne mag, wird mit Die Freibeuterin sicherlich kurzweilige anderthalb Stunden verleben. Alle drei sind gut aufgelegt und lassen die dünne und etwas unausgereifte Mischung verschiedener Genre-Motive besser aussehen, als es ihr eigentlich zusteht.

    Vom Bild des mittlerweile 78 Jahre alten Films darf man indes keine Wunder erwarten, doch die Blu-ray kann zumindest mit einem guten Schwarz-Weiß-Bild aufwarten. Auch die Tonspur ist gut verständlich und wird nur an wenigen Stellen durch ein Hintergrundrauschen beeinträchtigt. In den Extras finden sich dafür nur ein Trailer und ein wenig Werbematerial zum Film als Bildergalerie.

    Blu-ray und DVD sind am 15. Mai 2020 erschienen.


    © Explosive Media / Koch Films

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