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    Emancipation

    Jan Wernervon Jan Werner6. Dezember 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Ein Fluss in dem mehrere Personen bis zur Brust im Wasser waten.
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    Es wäre schon extrem ironisch, würde Will Smith für seine Rolle in der Apple-Produktion Emancipation tatsächlich bei den Academy-Awards nominiert werden. Ist das Drama jedoch wirklich so gut, dass sich dieses Dilemma abzeichnet?

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    Das Poster von Emancipation zeigt den Protagonisten im Profil
    Das Postermotiv der Apple-TV+ Produktion © Apple TV+

    Emancipation – offizielle Handlungsangabe

    Emancipation erzählt die triumphale Geschichte von Peter (Will Smith), einem Mann, der sich aus der Sklaverei befreit. Geleitet von seinem scharfen Verstand und getrieben von seinem unerschütterlichen Glauben und seiner tiefen Liebe zu seiner Familie muss er auf seinem Weg in die Freiheit kaltblütigen Sklavenjägern und den unerbittlichen Sümpfen von Louisiana widerstehen. Der Film ist von den Fotos des „Whipped Peter” von 1863 inspiriert, die während einer medizinischen Untersuchung des Unionsheeres im Sezessionskrieg aufgenommen wurden und erstmals in „Harper’s Weekly“ erschienen. Ein Foto, das als „The Scourged Back“ (der lädierte Rücken) bekannt wurde und Peters durch die Peitschenhiebe seiner Peiniger vernarbten Rücken zeigt, trug letztlich zum wachsenden öffentlichen Widerstand gegen die Sklaverei bei.

    Das harte Elend in (zu?) spektakuläre Bilder gebannt

    Die Optik von Emancipation ist auf alle Fälle anders, mitunter gewöhnungsbedürftig, für einen Historienfilm dieser Thematik: nahezu schwarzweiß und doch digital anmutend, gestochen scharf. Kameramann Robert Richardson hat vorher unter anderem für Django Unchained und The Hateful Eight mit Tarantino gearbeitet. Seine Handschrift fällt hier ebenfalls eindeutig auf. Diese Kombination wird mit Sicherheit auf dem heimischen Fernseher auch gar nicht so zur Geltung kommen, wie sie es auf der Leinwand im Kino tut. Speziell die Aufnahmen in den Wäldern haben zig unterschiedliche Perspektive inklusive Drohnenaufnahmen, wodurch das Setting plastisch wird und die Orientierung beim Zuschauen leicht fällt. Und trotz der fehlenden Farbe, wirken auch die Bilder von Schlamm, Dreck und Staub wahnsinnig realistisch.

    Dieser Look passt zu einem Regisseur wie Fuqua, der meist auch den Actionszenen eine hohe Aufmerksamkeit zukommen lässt. Doch irgendwie will sich die Optik in Verbindung mit dieser Geschichte nicht wirklich organisch zu einer Einheit verbinden. Es geht um die elendigen Zustände in der Sklavenarbeit, um die Flucht aus der absoluten Unterdrückung – dafür sind die visuellen Aspekte fast zu beeindruckend, sodass die inhaltliche Komponente fast etwas nebensächlich erscheint. Nicht in jeder Szene, aber immer mal wieder. Apple fährt sämtliche audiovisuellen Geschütze auf – auch der Score ist sensationell und wuchtig – aber trägt im Endeffekt eine Spur zu dick auf, um der Story noch ihre notwendige Bodenhaftung zu behalten.

    Will Smith stark und (zu?) präsent

    Betrachtet man die Rollenauswahl des einstigen Fresh Prince Will Smith in den letzten Jahren, so fallen doch mehrere Dinge auf. Einerseits spielt der Superstar verhältnismäßig in wenigen Produktionen mit, da er sich auch abseits der Schauspielerei immer vielseitiger aufgestellt hat. Und andererseits scheint es doch, als ob sich Smith ganz bewusst Herzensprojekte, wie zuletzt King Richard oder vorher nochmal sein Bad Boys Comeback aussucht.

    Auch in Emancipation merkt man von Sekunde eins an, dass er hier zu 110 Prozent bei der Sache war und er immer noch eine absolute Erscheinung ist. Sein Charisma befindet sich, trotz einiger Risse durch die negativen Schlagzeilen der letzten Jahre (Stichwort: Oscar-Skandal), immer noch auf einem Level, auf dem wirklich nur die ganz großen Namen Hollywoods performen. Dementsprechend nimmt man ihm auch die Rolle des unbändigen Kämpfers hier voll ab. Der Wille, der in Smiths Augen in jeder Nahaufnahme durchschimmert, unterstreicht die Charakterisierung seiner Figur genau, wie man es von dieser prominenten Besetzung erwarten durfte.

    Das kann jedoch auch dazu führen, dass der ein oder andere Zuschauer tatsächlich nur Will Smith und nicht seinen Peter sieht. Teilweise ist der Historienfilm zu zentriert auf den Protagonisten, stilisiert einen übermenschlichen Helden in der Haut eines Sklaven. Vergleicht man beispielsweise seine Darbietung mit der von Chiwetel Ejiofor in 12 Years a Slave so wirkt der zweitgenannte nahbarer, menschlicher und somit besser als Stellvertreter für eine ganze – und vor allem große – Gruppe an menschlichen Schicksalen.

    Zwei Frauen in einem schwarzweißen Bild inmitten eines Baumwollfeldes. Emancipation
    Die Familie von Peter bei der Arbeit © Apple TV+

    Nüchtern und (zu sehr?) auf Epos getrimmt

    Teilweise erinnert der Überlebenskampf von Peter schon sehr an The Revenant. Hatte aber der DiCaprio-Film mit dem Rachemotiv und der  um einiges spektakuläreren Landschaft eine definitive Rechtfertigung für den epischen Charakter, so wirkt dieser Anstrich in Emancipation nicht nur, wie angesprochen, optisch überbordend. Auch das verhältnismäßig überschaubarere Areal, in dem diese Flucht stattfindet und die noch klarere Rollenzuweisung sprechen eigentlich für eine etwas zurückgenommene Inszenierung. Das hätte mitunter ohne Smith vor und Fuqua hinter der Kamera besser funktioniert. Doch die beiden Namen stehen für Spektakel – und untergraben damit leider die potenzielle Tiefe der Geschichte dieser Produktion. So bleiben tatsächlich Bilder eines von oben bis unten von Dreck bedeckten Will Smith, von jagenden Hunden und choreografierten Aufständen im Gedächtnis.

    Das ist am Ende aber vor allem auch in Anbetracht der ebenso epischen Lauflänge einfach zu wenig, um nicht doch in einer gewissen Langatmigkeit auszuarten. Die Tour de Force von Peter nimmt emotional mit. Aber die finale Immersion durch Empathie, wie es anderen Filmen gleichen Themas gelungen ist, will sich nicht einstellen. Selbst die ebenfalls stimmig eingebauten Kriegsfilmsequenzen mitsamt einiger drastischer Bilder, bei denen mal schon schlucken muss, ändern nichts daran, dass der emotionale Kern nicht wirklich herausgeschält wird. Hochglanz und Postermotive, doch zu wenige Schläge in die Magengrube und Gänsehautmomente. Die Botschaft dieses Films steht ohne Zweifel ja auch von vornherein fest, sodass man mehr darauf achten hätte müssen, auch Charaktere aufzubauen, deren individuelles Schicksal – neben dem von Will Smiths Figur – für das Publikum von Bedeutung ist.

    Unser Fazit zu Emancipation

    Mit Sicherheit ist Emancipation kein schlechter Film. Doch mit genauso großer Sicherheit wäre in dieser Geschichte mit dem passenden Augenmaß ein wahrlich großartiger drin gewesen. Zu lang, zu Smith-zentrisch, zu sehr auf optische und akustische Opulenz getrimmt. Vielleicht bekommt zumindest aber Will Smith für seine aufopferungsvolle Darbietung die ein oder andere Wertschätzung – wenn auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bei der kommenden Oscar-Verleihung.

    Emancipation ist ab dem 9. Dezember 2022 bei Apple TV+ abrufbar!


    © Apple TV+

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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