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    Startseite » Familie Willoughby
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    Familie Willoughby

    Jan Wernervon Jan Werner28. April 2020Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Die Kinder stehen zusammen vor einer bunten Mauer
    Die Willoughbys tanzen aus der Reihe © Netflix
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    „Never judge a book by its cover!“ Wenn man die knallbunten und knuffigen Figuren auf den Plakaten des neuen Animationsfilms von Netflix sieht, geht man vermutlich mit falschen Erwartungen heran. Warum Familie Willoughby eher die Fans von Tim Burton oder The Addams Family als die Freunde der Minions anspricht, lest ihr in dieser Filmkritik.

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=7gn9B9A8Ycc“]

    Hauptplakat zu Familie Willoughby
    Das offizielle Poster © Netflix

    Familie Willoughby dreht Disneyklischees auf Links

    Als die vier Willoughby-Kinder von ihren eigennützigen Eltern verlassen werden, müssen sie ihre altmodischen Werte an eine moderne Welt anpassen, um zu einer neuen, zeitgemäßen Familie zu werden.

    Netflix hat mit seinem ersten selbst produzierten Animationsfilm Klaus bereits Kritiker durch liebevolle Animationen und eine herzergreifende und zugleich auch witzige Geschichte begeistern können. Gleichzeitig haben Zuschauer weltweit einen wundervollen, zeitlosen künftigen Weihnachtsklassiker beschert bekommen. Mit der neuen „Originstory“ des Weihnachtsmanns ist es gelungen, sich deutlich von den großen Trickfilmschmieden abzugrenzen.

    Nun muss Familie Willoughby die unangenehme Aufgabe der Nachfolge erfüllen und unter Beweis stellen, dass der Streamingdienst auch wirklich verstanden hat, wie man Animationsfilme mit eigener Handschrift kreiert. Dazu hat man sich entschieden, bewusst mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen, die jahrzehntelang durch die Disneyformel geprägt wurden. In dieser Geschichte geht es nicht darum, dass sich die Waisenkinder nach den Eltern sehnen. Hier wollen die Kinder im Gegenteil die Eltern loswerden!

    Die Kinder der Familie Willoughby in Großaufnahme hinter einem Tisch
    Tim, die Barnabys und Jane © Netflix

    Zwischen bonbonbunt und bitterböse

    Sieht man sich die Bilder zusammenhanglos an, so denkt man aufgrund der quietschbunten Optik, den Figuren mit den skurrilen Proportionen und den großen Kulleraugen wohl, dass man hier einen Film ähnlich der Minions-Reihe (Ich – einfach unverbesserlich 3) bekommen wird. Auch die Illumination-Produktionen sind durchaus mal frech und versuchen, die Genreklischees zu unterwandern. Doch am Schluss läuft es meist doch auf die typischen Handlungsverläufe und das Happy End hinaus. Familie Willoughby hingegen täuscht durch die farbige, kindliche Gestaltung bewusst vor, dass man hier wieder die 08/15-Geschichte sehen wird, um dann binnen weniger Minuten deutlich zu machen, dass man hier eher die Addams Family im Zuckerwattepelz versteckt hat. Der Humor ist trocken, teils sehr schwarz und stellenweise sogar recht makaber. Hier merkt man deutlich die Einflüsse von Ricky Gervais, der nicht nur die Erzählerkatze spricht, sondern auch als Produzent beteiligt war.

    Die Familie Willoughby steuert angsterfüllt ein Auto
    Die Kinder erleben gemeinsam einen wilden Roadtrip © Netflix

    Pointierter Witz durch tolle Sprecher

    Nicht nur der britische Komiker ist Teil des englischsprachigen Sprecherstabs. Auch mit Maya Rudolph, Terry Crews und Will Forte verleihen comedyerfahrene Schauspieler den Figuren ihre Stimme und damit auch ein Stück weit ihre eigene Humornote. Glücklicherweise ist es wirklich gelungen, den Witz der Sprecher auf die Charaktere zu übertragen. Davon profitiert der Film, denn die Pointen sind gut getimed und selten flach. Die Charaktere per se sind auch ein wirklich bunter Haufen aus skurrilen Persönlichkeiten mit reichlich überzogenen Merkmalen. In diesem Punkt unterscheidet man sich dann doch wenig von anderen Trickfilmen. Trotzdem ist auch der mutige Ansatz zu spüren, durchaus etwas ruppiger sein zu wollen. Auch wenn es ein putziges Waisenbaby und eine Nanny mit Mary-Poppins-Syndrom gibt, sind die Familienmitglieder der Willoughbys eher spleenige Außenseiter.

    Die Nanny der Familie Willoughby in Nahaufnahme vor einer Treppe
    Die Nanny will den Kinder helfen © Netflix

    Nichts für die ganz Kleinen

    Insgesamt punktet der Animationsfilm mit einem eher erwachsenen Humor. Das große Kunststück der Pixarstudios ist, dass sie ihre Filme so vielschichtig gestalten, dass die Kinder durch Slapstick-Humor reichlich zu lachen haben und die Eltern nebenher über die versteckten Anspielungen schmunzeln können. Bei Klaus ist man dieser Erfolgsformel schon sehr nahe gekommen. Nun ist aber Familie Willoughby etwas unausgewogener geraten. Das liegt allerdings im Kern schon an der Prämisse des Films. Ganz kleine Kinder werden die Intention der Kinder, sich ihrer Eltern entledigen zu wollen, nicht verstehen.

    Ohne dieses Einsehen bleibt allerdings für die kleinen Zuschauer nicht viel übrig. Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, dass man den Film erst mit Kindern ab einer gewissen Reife ansieht, da man sonst in Erklärungsnöte kommen könnte. Doch der Ansatz, die Zielgruppe etwas einzugrenzen, ist insgesamt zu begrüßen, da so vor allem etwas ältere Kinder und Jugendliche gut an etwas schwärzeren, komplexeren Humor herangeführt werden können.

    Ein Luftschiff fährt durch einen Regenbogen-Antrieb nachts durch die Lüfte, im Hintergrund leuchtet der Mond
    Mit dem Regenbogen-Antrieb abgehoben © Netflix

    Familie Willoughby wirbelt die Animationsstile durcheinander

    Technisch ist dem Film selbstverständlich anzusehen, dass man weder das Budget noch die Produktionszeit von Disney und Co. zur Verfügung hatte. Allerdings hat man es geschafft, diesen Umstand durch eine sehr eigenwillige Designsprache erfolgreich zu kaschieren. Teilweise meint man fast, es handele sich um eine Stop-Motion-Produktion, da die Bewegungen sehr abgehakt anmuten. Es dauert ein paar Minuten, aber dann gewöhnt man sich daran. Und auch sonst hat man nicht den Fehler gemacht, den Branchengröße nachzueifern und mangels Mitteln zu scheitern. Die Animationskünstler des kanadischen Studios BRON haben eine mutige, liebevolle Stilistik gefunden, die einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat. Die wiederholt auftauchenden Elemente wie Regenbögen prägen sich gut ein und sehen wirklich fantastisch aus.

    Unser Fazit zu Familie Willoughby

    Nach Klaus ist auch das zweite Animations-Original von Netflix ein Kleinod der Kreativität. Die Bilder lassen spüren, wie viel Liebe und Gedanken man in dieses Projekt gesteckt hat. Auch wenn die ganz großen Emotionen im Gegensatz zum neuen Weihnachtsklassiker hier nicht entfacht werden können, bekommt man auch hier eine schöne Geschichte erzählt, die Mut beweist und mit einem untypisch makaberen Humor daherkommt. Einem Klischee bleibt man jedoch auch mit Familie Willoughby treu: Ohne einen eingängigen Ohrwurm kommt man nicht durch den Film.

    Familie Willoughby ist seit dem 22. April 2020 bei Netflix abrufbar.


    © Netflix

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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