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    Favoriten

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning12. September 2024Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Die Filme der österreichischen Autorin und Regisseurin Ruth Beckermann wurden schon oft prämiert. Dies trifft auch auf ihr neuestes Werk zu. Auf der 74. Berlinale wurde Favoriten mit dem Friedensfilmpreis in der Section Encounters ausgezeichnet. Auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich für eine Dokumentation über eine Schulklasse in Österreich.

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    Filmplakat
    Poster zu Favoriten © Grandfilm

    Die Inhaltsangabe von Favoriten

    Drei Jahre lang hat Ruth Beckermann den Unterricht einer Gruppe von Volksschülern mit Migrationshintergrund gefilmt. Man lernt den Schulalltag der Kinder sowie ihrer Lehrerin kennen und begleitet sie bei Ausflügen in eine Moschee und dem Stephansdom.

    Der Bezirk

    Favoriten ist der Name eines ehemaligen Wiener Arbeiterbezirkes, mit einer hohen Einwohnerdichte und einer multikulturellen Gesellschaftsstruktur. Mediale Aufmerksamkeit erlangte das Viertel aufgrund seiner hohen Kriminalitätsrate und dadurch wurde ein öffentlicher Diskurs angestoßen. In diesem Bezirk steht die größte Volksschule Wiens, die sich Beckermann für ihre Dokumentation ausgesucht hat. Sie fand es interessant, dass hier fast nur Kinder mit Migrationshintergrund zur Schule gehen und deren Eltern eingeschränkt Deutsch sprechen.

    Glücklicherweise wird auf eine Vorstellung des Bezirkes und eine politische Einordnung verzichtet. Außenstehende würden den Titel wahrscheinlich auch nicht mit dem Bezirk in Verbindung bringen. Der Standort der Schule ist egal und das ist eine gute Entscheidung. Es ist keine Dokumentation über eine Schule in einem „Problembezirk“, sondern der Mikrokosmus Schule wird von ihr genutzt, um eine multikulturelle Gesellschaft und deren Lebensrealität in Westeuropa abzubilden. Die hier aufgezeigten Herausforderungen einer demokratischen Gesellschaft und die Wünsche ihrer Einwohner sind somit übertragbar und nicht regional begrenzt. Hier werden keine Argumente für ein bestimmtes politisches Lager gesammelt, sondern ein möglichst neutrales Bild gezeichnet. Trotzdem wächst die Erkenntnis, dass es keine pauschalen Gründe und Lösungen für bestimmte Probleme gibt, sodass gängige Vorurteile abgebaut werden.

    Aneinander Lernen

    Beim Anschauen von Favoriten kann der Eindruck entstehen, dass nicht viel Arbeit investiert wurde, denn im Prinzip werden unkommentiert Unterrichtsausschnitte oder Elterngespräche gezeigt. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem jeweiligen Fach, sondern auf dem Vermitteln von sozialen Werten der westlichen Gesellschaften. Anhand von kleinen Konflikten und Fragen der Kinder, werden neben den aktuellen politischen Problemen wie Migration und Ukraine-Krieg auch Themen wie individuelle Freiheit, Toleranz und friedliches Miteinander besprochen. Dabei ist es der ungefilterte kindliche Blick auf die Dinge, der diese Diskussionen anreichert. Obwohl Altersstufen gemäß kommuniziert wird, sind die Aussagen nicht simpel, sodass nicht nur den Kindern Denkanstöße gegeben werden.

    Der Lehrerin Frau Ilkay Isdekut beim Unterrichten zuzusehen ist eine wahre Freude, weil sie mit absoluter Hingabe zu den Themen und ihren Schützlingen agiert, ohne sich in den Mittelpunkt zu drängen. So stellt sie den Kindern Gegenfragen und lässt Diskussionen zu, damit diese ihren Standpunkt überdenken können. Dieses Engagement ist in dem Berufsstand leider nicht immer der Standard. Kein Wunder, dass ihre Schüler:innen in einer herzerwärmenden Szene meinen, dass eine gute Lehrerin schwer zu finden, hart zu verlassen und unmöglich zu vergessen ist.

    Unsichtbare Beobachter

    Dem Filmteam gelingt es, dass alle Beteiligten sie nicht mehr wahrnehmen oder von ihnen beeinflusst werden. Hier wirkt nichts gestellt oder geschönt, was zu einer maximalen Authentizität führt. Einzig von den Schüler:innen selbsterstellte Handyvideos, die für filmische Zwecke in den Unterricht eingebaut wurden, brechen den Authentizitätsanspruch etwas auf. Diese helfen allerdings die jeweilige Person und ihr Lebensumfeld kennenzulernen. Bei Favoriten stehen einzelne Personen mit ihren individuellen Hoffnungen, Träumen und Grenzen im Mittelpunkt und nicht eine anonyme Masse. Die Kamera verstärkt den Eindruck, sodass man nicht nur immer auf Augenhöhe der Kinder ist, sondern sich geradezu im Klassenraum wähnt.

    Durch diese unmittelbare Nähe übertragen sich auch die Emotionen auf uns, wenn ein Kind an den Problemen des Bildungssystem, wie z. B. Personalmangel und Notenstress, zerbricht. Es ruft automatisch Empathie hervor, wenn man erahnen kann, dass Wunsch und Wirklichkeit eines Kindes wahrscheinlich nicht zusammenpassen werden. Der beobachtende Zustand wird dabei nie unterbrochen und niemand wird in eine Opferrolle oder Täterrolle gedrängt. Zeitlupenaufnahmen mit trauriger Musik oder ein belehrendes Voiceover, über die schwierigen Zustände in der Bildung werden nicht benötigt.

    Frau Isdekut mit zwei ihrer Schützlinge © Grandfilm

    Unser Fazit zu Favoriten

    Favoriten zeigt eindrücklich, dass man nicht für die Schule lernt, sondern fürs Leben. Die Idee gesellschaftspolitischen Diskurs aus kindlicher Sicht aufzubereiten ist fabelhaft, weil dadurch ungewöhnliche Fragen aufgeworfen werden, die zum Nachdenken auffordern. Man kann nur erahnen, wieviel Vorbereitung, Nachbearbeitung und Logistik benötigt wurde, um aus Stunden von Filmmaterial thematisch einen roten Faden zu entwickeln und diesen über die zwei Stunden Laufzeit unterhaltsam und lehrreich zu gestalten. Nebenbei gelingt das Kunststück uns auf eine emotionale Reise in den Schulalltag von Grundschüler mitzunehmen. Favoriten ist daher ein wichtiger Beitrag für Frieden und Toleranz in Europa, so empfand es auch die Berlinale Jury.

    Fvvoriten ist ab dem 19. September 2024 im Kino zu sehen.

    ©Grandfilm-RuthBeckermannFilmproduktion

    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

    • Stefan Brüning
      The Housemaid – Wenn sie wüsste
    • Stefan Brüning
      Der Tiger
    • Stefan Brüning
      Avatar: Fire and Ash
    • Stefan Brüning
      Silent Night, Deadly Night
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