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    Hereditary

    Heikovon Heiko8. Juni 2018Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Familiensitzung mit Toni Colette und Gabriel Byrne in "Hereditary" © Splendid Film
    Familiensitzung mit Toni Colette und Gabriel Byrne in "Hereditary" © Splendid Film
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    Von Kritikern und Fans auf dem Sundance Filmfestival gleichermaßen gefeiert, startet der Horrorthriller Hereditary am 14. Juni hierzulande in den Kinos. Wir haben uns den Film vorab angeschaut und sagen euch, ob er wirklich so gut ist, wie alle sagen.

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    Offizielles Poster - "Hereditary" © Splendid Film
    Offizielles Poster – „Hereditary“ © Splendid Film

    Anfang des Jahres feierte Hereditary seine Premiere auf dem Sundance Filmfestival. Dort stieß das Langfilmdebüt von Ari Aster nicht nur bei Fans auf großen Anklang, sondern konnte auch die Kritiker von sich überzeugen. Seitdem fiebern Horrorfans auf der ganzen Welt dem regulären Kinostart im Juni hinterher. Doch worum geht es überhaupt in diesem Horrorthriller, von dem derzeit alle reden?

    Hereditary – Grüße aus dem Jenseits

    Familie Graham führt ein beschauliches Leben: Annie (Toni Collette) ist eine liebevolle Mutter und lebt zusammen mit ihrem Mann Steve (Gabriel Byrne) und ihren beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, stirbt, muss sich die Familie mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Nach und nach kommen die furchterregenden Geheimnisse ihrer Ahnen ans Licht. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben…

    Wenn die Produktionsgesellschaft A24 einen Horrorfilm dreht, darf man durchaus gespannt sein. Das Studio steht nämlich für ungewöhnliche und mutige Filme wie Swiss Army Man oder The Lobster, konnte mit dem Filmdrama Moonlight im Jahr 2017 den begehrten Oscar für den Besten Film gewinnen und zählt mit The Witch auch einen großartigen Horrorfilm zu ihrem Programm, der sich von anderen Genrevertretern abzuheben weiß.

    Horrorfilm oder Familiendrama?

    Auch Hereditary ist zunächst durchaus ungewöhnlich. Seine Erzählweise ist sehr ruhig und gemächlich, die Handlung wird nur langsam aufgebaut. Viel Zeit wird dabei darauf verwendet, die Figuren vorzustellen und sie für den großen Showdown zu positionieren. So wirkt der Film zunächst eher wie ein Familiendrama. Hier ist auch eine der großen Stärken des Filmes zu sehen. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, gibt es ein paar Szenen, die einen wirklich ins Mark treffen.

    Darauf muss man sich jedoch einlassen. Der langsame Aufbau, die ruhige Inszenierung – die Stimmung ist die ganze Zeit über beklemmend, doch wer hier schnellstmöglich zu den typischen Horrorelementen mit seinen Jumpscares kommen möchte, wird vermutlich auf dem falschen Fuß erwischt werden. Der eigentliche Horror besteht hier zunächst in der Familientragödie.

    Familiensitzung mit Toni Colette und Gabriel Byrne in "Hereditary" © Splendid Film
    Familiensitzung mit Toni Colette und Gabriel Byrne in „Hereditary“ © Splendid Film

    Die Crux mit der Originalität

    Erst im letzten Drittel zieht Autor und Regisseur Ari Aster die Zügel an und verwandelt Hereditary in einen Horrorfilm der klassischeren Sorte. Hier hätte ich mir allerdings etwas mehr Originalität gewünscht. Der Film bietet hier nur wenig Neues, sondern beschränkt sich sowohl inszenatorisch als auch inhaltlich auf die typischen Elemente seines Genres. Das ist etwas schade, hat er schließlich in der ersten Hälfte den Eindruck erwecken wollen, mehr zu sein als ein normaler Horrorfilm.

    Getragen wird der Film hauptsächlich von einer brillanten Toni Colette (The Sixth Sense, xXx: Die Rückkehr des Xander Cage). Vor allem die wichtigen Szenen in der ersten Hälfte spielt sie mit einer unfassbaren Kraft, die sie dann über die gesamte Länge des Films zu tragen weiß. Das ist auch wichtig, denn Hereditary fokussiert sich vornehmlich auf seine Hauptdarstellerin. Gabriel Byrne (Stigmata, End of Days) wirkt dagegen leider etwas verschenkt und unterfordert. Er ist zwar präsent, hat aber eigentlich nicht wirklich viel zu tun. Das ist etwas schade.

    Fazit

    Hereditary erfindet das Rad nicht neu und ist letztlich stereotyper als erhofft. Eine der Stärken ist aber sicher der Aufbau der Handlung, dem sehr viel Platz eingeräumt wird.  Dadurch wirkt der Film zunächst weniger wie ein Horrorfilm, sondern trägt vielmehr Züge eines Familiendramas. Dies stellt sich jedoch gleichermaßen als eine der Schwächen heraus, schleicht sich dadurch bei einer Laufzeit von über zwei Stunden doch die ein oder andere Länge ein. Den hohen Erwartungen kann Hereditary nicht gerecht werden, dazu fehlt es ihm doch an der erhofften Originalität. Doch wenn er auch nicht genre-revolutionierend ist, so kann in ihm – vor allem Dank überzeugender Inszenierung und hervorragender Hauptdarstellerin – zumindest ein gelungener Vertreter seiner Art gesehen werden.


    © Splendid Film

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