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    Filme Horror Mystery Thriller

    Heretic

    Jan Wernervon Jan Werner5. Dezember 2024Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Einen Sympathieträger zum Bösewicht zu machen, klappt mal mehr mal weniger. In Heretic ist nun Hugh Grant an der Reihe und soll zwei Missionarinnen und das Publikum auf diabolischste Weise schocken. Gelingt das dem charmanten Briten?

    Heretic – Die offizielle Handlungsangabe

    Als ihnen der charmante Mr. Reed (Hugh Grant) grinsend die Pforten zu seinem Haus öffnet, tappen Schwester Paxton (Chloe East) und Schwester Barnes (Sophie Thatcher) nichts ahnend in seine Falle. Die Flucht aus dem labyrinthischen Anwesen wird zum perfiden Versteckspiel, bei dem sich die beiden Missionarinnen nicht allein auf ihren Glauben verlassen können.

    Von Mickey Blue Eyes zum Psychokiller

    In den Neunziger verführte er die halbe Damenwelt Hollywoods inklusive Julia Roberts in Notting Hill, in den 00er-Jahren buhlte er gegen Colin Firth um die Gunst von Bridget Jones, war ein Chef zum Verlieben und traf uns mit einem Song Mitten ins Herz. Dann aber verabschiedete sich Hugh Grant von der Herzensbrecher-Figur, um einen selten in dieser Art erlebten Bruch in Sachen Rollenwahl zu vollziehen: Nach 2010 folgten unter anderem ein skurriler Mehrfach-Auftritt in Cloud Atlas, eine selbstironische kleine Rolle in Codename U.N.C.L.E., ein wohl erster Schurken-Coup in Paddington 2 und eine Rolle in The Undoing an der Seite von Nicole Kidman, die wohl ganz klar als Kommentar auf seine „alte“ Klischee-Charakterisierung gelesen werden konnte.

    Es folgten noch weitere Neben- und Hauptrollen, in denen er sich immer mehr als schrulliger Comedy-Act profilieren konnte – und bewies, dass er sich im reifen Karrierestadium für rein gar nichts zu schade ist. Ob als Drogenbaron in The Gentlemen, mit einem Mini-Cameo in Glass Onion, als trotteliger Bösewicht in Dungeons & Dragons oder mit der Endstufe der eigenen Neuerfindung als Oompaloompa in Wonka. Früher war er „everybodies darling“ in Sachen Sinn und Sinnlichkeit, heute ist er „everybodies darling“ als ungekrönter König der Selbstironie.

    … zum Psychokiller?

    Doch über all die langen Jahre hat man Hugh Grant noch nie als wirklich bedrohlichen Antagonisten sehen können. Bis jetzt. Denn tatsächlich hat es A24 geschafft den Briten für Heretic zu gewinnen, wo er nun zwei Mormonen-Schwestern, die es wagen, mit ihm über Religion sprechen zu wollen, eine mehr als denkwürdige Lektion zu erteilen – und damit auch dem Publikum Angst und Schrecken einzujagen. Zugegeben, war ich, nachdem der erste Trailer released wurde, noch immer skeptisch, ob es tatsächlich gelingt, glaubhaft (!) Grant einen soziopathischen Fanatiker abzukaufen. Doch nun nachdem ich Heretic gesehen habe, würde ich den einstigen Charmebolzen erstmal nicht mehr ins Haus lassen, wenn er an meiner Tür klingeln würde.

    Hugh Grant als Mr. Reed © PLAION PICTURES / Kimberley French

    In der Regiearbeit von Scott Beck und Bryan Woods allerdings ist es nicht Grant, der bei Fremden klingelt, sondern die beiden Schwestern Barnes, gespielt von Sophie Thatcher, und Paxton, gespielt von Chloe East. Und zu Beginn des Aufeinandertreffens scheint auch nochmal kurz sein alter Charme durch, wenn er die beiden naiven jungen Frauen geschickt zum Verbleib in seinem Haus „verführt“. Doch schon in den ersten Dialogzeilen merkt man als Zuschauer:in, dass irgendwas mit seinem Mr. Reed nicht ganz koscher ist: Die Witze sind platt und wirken aufgesetzt, aber aus reiner Freundlichkeit lachen natürlich die beiden „Opfer“ und ignorieren die offenkundigen Warnzeichen. Irgendwann aber ist es zu spät, die Tür ist versperrt, es gibt kein Entrinnen, das Psychospiel beginnt.

    Absurd und absurder

    Von nun an verfolgen wir, wie der Plot immer absurder wird. Erst ist man noch gebannt dabei, wenn der titelgebende Häretiker die gläubigen Schwestern mit interessanten Allegorien in eine Glaubenskrise versucht zu stürzen. Was war zuerst da? Bibel, Koran, Tora? Wer hat von wem abgeschrieben? Was ist die Essenz? Gibt es die eine Wahrheit? Dann geht es auch noch um Monopoly als Metapher auf die Weltreligionen, um Radiohead und eigentlich nur nebensächlich noch um Religiosität. Dieser Mittelteil ist die Stärke des Thrillers, weil man nicht wirklich weiß, wohin es mit diesem Konfusen Argumentations-Austausch denn gehen soll.

    Dann aber nimmt das Katz-und-Maus-Spiel die nächste Kehrtwende und Mr. Reed zündet eine weitere Eskalationsstufe, will die beiden Missionarinnen mit eine „echten Wunder“ davon überzeugen, dass sie mit ihrem Glauben einer Lüge folgen. Hier verzettelt sich jedoch das Skript leider etwas zwischen logischen Widersprüchen und überschlägt sich schier mit seinen Wendungen, sodass das Schlussdrittel etwas ausfranst. Die Stimmung jedoch ist trotzdem durchgehend von einer Grundbedrohlichkeit durchzogen, sodass man bis zum Finale nie den Blick von der Leinwand abwenden kann und sich die 110 Minuten sehr kompakt anfühlen.

    Hart und härter

    Vor allem nach besagtem Richtungswechsel, nimmt die Brutalität und Härte merklich zu. Alles was im Untergeschoss von Reeds Anwesen vor sich geht, ist deutlich dem Horror-Part des Films zuzuordnen: Ekel, Schock und nicht wenig Blut. Ob das mit dem, was im vornherein aufgebaut wird, zusammenpasst, muss jeder für sich entscheiden. Aber mutig ist der Bruch allemal, zumal von da an Grant nochmals diabolischer wird und dies auch in seinem Spiel nachhaltig umsetzt.

    Heretic wird zwar, nachdem das, was Anfangs passiert, noch realistisch daherkommt, ab einem gewissen Punkt doch sehr deutlich zu einem reinfiktionalen Werk. Doch da die Macher ein Händchen bei der Inszenierung beweisen, lebt die Illusion durch die Immersion bei allem objektiven Unfug weiter: Kameramann Chung Chung-hoon, der schon für Park Chan-wooks Rache-Trilogie verantwortlich zeichnete und auch in Last Night in Soho auf der visuellen Ebene Ausrufezeichen setzte, fängt die Bedrohlichkeit perfekt ein. Kammerspiel-Charakter trifft auf eine leicht hypnotisierende Ästhetik, das Publikum ist an der Seite der beiden Protagonistinnen mit eingesperrt in Mr. Reeds Falle. Die passende musikalische Umrahmung von Chris Bacon tut ihr Übriges zur Ausweglosigkeit. Das führt am Ende zu einem wirklich gut orchestrierten Gesamtwerk, wie man es seit Jahren von Indie-Studio A24 gewohnt ist.

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    Ein Trio infernale

    Nicht nur Hugh Grant glänzt in diesem Psychospiel. Genau genommen kann er überhaupt erst so auftrumpfen, weil die beiden Jungschauspielerinnen ihm ordentlich Paroli bieten. Sowohl Sophie Thatcher als auch Chloe East sind hier perfekt gewählt, um die Naivität glaubhaft zu vermitteln, aber dann auch, wenn sich abzeichnet, dass es um Leben und Tod geht, den körperlichen Überlebenskampf. Mit den beiden jungen Darstellerinnen fiebert man gern mit, bangt um sie und wünscht sich, dass sie am Ende gegen Grant gewinnen, der es schafft, dass man ihm wahrlich in seiner Rolle hasst.

    In die Falle gegangen © PLAION PICTURES / Kimberley French

    © Plaion Pictures

    Unser Fazit zu Heretic

    3.5 Sehenswert

    Nicht alles ist in Heretic vielleicht perfekt zu Ende gedacht. Man darf das Skript nicht auf die Goldwaage legen in Sachen Logik und Stringenz. Aber wer skeptisch war, ob Hugh Grant wirklich einen Psychokiller spielen könnte, wird hier den Gegenbeweis bekommen. So ist dieser Thriller ein atmosphärisches Highlight mit kleinen Abstrichen in der B-Note. Auf jeden Fall aber ist dieses Psychospiel bis zu seinem dann leider plumpen Schlusspart auch etwas fürs Köpfchen – und das ist im Horror-Genre ja immer noch eine Seltenheit.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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