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    Startseite » A Different Man
    Drama Filme Mystery Thriller

    A Different Man

    Luca Mattysvon Luca Mattys6. Dezember 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Sebastian Stan war vor kurzem noch Tommy Lee in der recht flachen Disney Plus-Serie über das Sextape von und mit Pamela Anderson. Jetzt wird er für seine Performance zusammen mit Adam Pearson in A Different Man über den grünen Klee gelobt. Zurecht?

    A Different Man – Die offizielle Handlungsangabe

    Der erfolglose Schauspieler Edward (Sebastian Stan) leidet an Neurofibromatose. Sein Gesicht ist mit Tumoren überzogen. Zurückgezogen lebt er in seiner Wohnung, bis eines Tages die neue Nachbarin Ingrid (Renate Reinsve) einzieht, mit der er eine Freundschaft beginnt. Als ihm das Angebot unterbreitet wird, eine neue Behandlungsmethode zu testen, die ihn schlagartig heilt, ändert sich alles. Kurzerhand inszeniert er seinen Tod, nimmt eine neue Identität und den Namen Guy an und versucht wenig später, eine Rolle in Ingrids neuem Stück zu erhalten, das auf seinem Leben basiert. Alles scheint perfekt, bis sich Oswald (Adam Pearson) zum Casting verirrt. Der charmante Mann sieht Guys altem Ich verdächtig ähnlich und begeistert nicht nur Ingrid augenblicklich für sich. Guy bemerkt: Er muss Oswald loswerden, um die Rolle zu spielen, für die er geboren wurde.

    Eine ewige Debatte

    Die Diskussion um angemessene Repräsentation beschäftigt nicht nur Hollywood seit Jahren. Wieder und wieder flammen Diskussionen auf, ob Schauspieler:innen bestimmte Rollen spielen „dürfen“, ob Regisseur:innen bestimmte Filme drehen „können“. Diese Debatte ist gewiss nicht einfach aufzulösen. Nicht nur wird sich zwischen künstlerischer Freiheit und Authentizität schlicht nicht immer ein Konsens bilden lassen, auch äußerliche Faktoren können in die Problematik einfließen: Nimmt ein:e Schauspieler:in potenziell geeigneteren Kandidat:innen das Spotlight, das sich diese nicht auch in hunderten anderen Rollen schnappen können? Drängt man sich zwangsweise auf eine fremde Bühne, wenn man außerhalb des eigenen Typus gecastet wird? Diskutieren wir so lange über das Dürfen und Können, dass wir das Sollen aus den Augen verlieren?

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    Die beste Version von sich selbst

    Autor und Regisseur Aaron Schimberg liefert einen augenzwinkernden Beitrag, der diese Fragen bespricht, nicht aber konkret beantwortet. Im Mantel einer Geschichte über Repräsentation versteckt sich eine messerscharfe Abhandlung über Identität, Eigen- und Fremdwahrnehmung und Schaffensprozesse. Statt auf die Tränendrüse zu drücken, um Sebastian Stan Beachtung in der anstehenden Preissaison zu spendieren, nutzt Schimberg das herzzerreißende Leben seines Protagonisten lediglich als ersten Dominostein. Sobald dieser gekippt ist, löst er eine umwerfend tragikomische Kettenreaktion aus, die einen der besten Filme des Jahres ergibt.

    Es fällt dabei keineswegs schwer, sich eine schwächere Version von A Different Man vorzustellen. Eine Version, in der Stans Edward nach seiner Operation zunächst alles bekommt, was er sich gewünscht hat, dann jedoch feststellt, dass er trotzdem nicht glücklich ist. Eine, in der er die Behandlung schlussendlich revidiert und sich so akzeptiert, wie er ist. Eine, in der der Hollywoodkitsch honigschmalzig aus der Leinwand tropft und die Botschaft nackt in die Publikumsgesichter hüpft. Doch so leicht macht es sich Schimberg nicht. Stattdessen ist die Maske, die er bedächtig aus Edwards Gesicht pult, keine fleischliche. Über wie im Flug vergehende zwei Stunden arbeitet er eine sardonische Wahrheit heraus: Edwards Einsamkeit hat unzählige Gründe. Keiner davon hat mit seinem Gesicht zu tun.

    Edward? Oswald? Guy?

    Als Gegenpol zu Sebastian Stans begnadeter Darbietung – zunächst unkenntlich, aber charakterstark unter Make up-Prothesen, dann zunehmend brüllend komisch entnervt und überfordert als Guy – zaubert A Different Man Adam Pearsons Oswald aus dem Hut. Dieser Mann kann singen, schauspielern, Leute in seinen Bann ziehen. Betritt er den Raum, geht die Sonne auf; jede:r liebt ihn augenblicklich. Oswald ist stets der Mittelpunkt, wohin auch immer er geht – weder trotz seiner Behinderung noch wegen seiner Behinderung. Er ist der grinsende Spiegel, den das Universum Edward vor sein frisches Balenciaga-Modelgesicht hält. Pearsons Darstellung ist hervorragend, sein Charme essenziell. Bis zum Schluss erfahren wir nicht, ob Oswald überhaupt menschlich ist oder ein grausamer Hohn des Universums. Der Geniestreich des Films: Solange Edward es selbst nicht weiß, spielt es keine Rolle.

    Trotz all dieser Gemeinheiten hasst Schimberg seinen Protagonisten jedoch nicht. Ähnlich wie ein anderes fantastisches 2024 erschienenes Werk, Coralie Fargeats The Substance, prangert er den konstanten gesellschaftlichen Optimierungszwang an. So ist Stans Edward ebenso wie Demi Moores Elisabeth eine Person, die unsere Empathie verdient hat. Doch beider Figuren tiefsitzender Selbsthass bildet den Nährboden, auf den die Feindseligkeiten ihrer Umwelt fallen. Ihr schwaches Sozialsystem befeuert den Druck, dem sie schlussendlich nachgeben.

    Sebastian Stan in A Different Man © Faces Off LLC

    Immer einen Schritt voraus

    Ein weiterer Faktor, der Schimbergs Skript zu einem wahren Volltreffer macht, sind die unaufdringlichen Meta-Kommentare und Brüche der vierten Wand, die er wieder und wieder gekonnt einbaut. Das Highlight stellt dabei eine Szene dar, in der ein Zuschauer des von Ingrid inszenierten Stücks Guy in ein Gespräch verwickelt. Je weiter dieses Gespräch fortschreitet, desto klarer wird: Dieser Zuschauer sind wir. Seine Reaktionen auf das Stück sind identisch mit unseren auf den Film. Der Autor demonstriert somit klar eine beeindruckende Kontrolle über die Gedankenprozesse seines Publikums. Subtil und kein bisschen frech suggeriert er, dass er uns von Anfang an einen Schritt voraus ist.

    Neben der beachtlichen Drehbuchleistung darf aber auch Schimbergs Talent hinter der Kamera nicht vergessen werden. Neben einer Vielzahl an überzeugenden Performances brilliert A Different Man insbesondere durch seinen verspielten Stil und die unaufgeregten, aber stets durchdachten Kameraentscheidungen. Die Vision wird nie ins Rampenlicht gerückt, ist aber stets präsent. Dazu läuft eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige musikalische Begleitung vom Komponisten Umberto Smerilli. Der absolute Hingucker sind aber selbstredend die genialen Make up-Effekte, die Sebastian Stan verwandeln, ohne sein Schauspiel auch nur im Geringsten einzuschränken. Bis auf eine auffällig schlechte Perücke gegen Ende des Films kann sich die Aufmachung der Schauspieler:innen wirklich sehen lassen. Beteiligt war hier unter anderem Make up-Artist Michael Marino, der zuletzt Colin Farrell in den Pinguin verwandelte. Die Qualität ist eine ähnliche.

    © Faces Off LLC

    Unser zu A Different Man

    4.0 Stark

    Formvollendet wie kaum etwas in diesem Kinojahr bietet A Different Man sich für eine tiefergehende Analyse ebenso an wie für einen unterhaltsamen Kinobesuch. Mit seinem schwarzen, aber nie gezwungen aneckenden Humor dürfte er für nur beiläufig Filminteressierte funktionieren. Das wahre Fleisch liegt aber natürlich – wie könnte es bei einem solchen Werk anders sein? – unter der Oberfläche. Aaron Schimberg gibt nie vor, einfache Antworten parat zu haben, doch präsentiert Szenarien, die vorgefertigte Meinungen zu sämtlichen behandelten Fragen untergraben können. Wen das nicht zumindest zum Nachdenken gebracht hat, der dürfte ihn mit geschlossenen Augen gesehen haben. Dieser Film ist ein technischer und inhaltlicher Hochgenuss und eines der Späthighlights des Jahres.

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    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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