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    Kleine schmutzige Briefe

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen15. Juli 2024Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    v.l.n.r.: Edith Swan (Olivia Colman) und Rose Gooding (Jessie Buckley)
    Front and center: Das Duell zweier Damen (Olivia Coleman und Jessie Buckley) © Capelight
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    Heutzutage sind es Shitstorms in den sozialen Medien, früher waren es beleidigende Briefe. Die britische Komödie Kleine schmutzige Briefe beruht auf wahren Tatsachen (bzw. Beleidigungen) und kommt mit der Starpower von Olivia Coleman und Jessie Buckley daher. Reicht das, um gut zu unterhalten?

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    Die Handlung von Kleine schmutzige Briefe

    Edith Swan ist über 40 Jahre, ledig und wohnt noch bei ihren Eltern Edward und Victoria. Die fromme und tugendhafte Christin erhält eines Tages immer wiederkehrend Briefe, in denen sie auf das Übelste beleidigt wird. Die Hauptverdächtige, Rose Gooding (Jessie Buckley), ist nicht nur schnell gefunden, sondern auch schnell eingesperrt. Denn die alleinerziehende Mutter, die früher auch mal mit Edith befreundet war, hat ein mehr als vorlautes Mundwerk und betrinkt sich regelmäßig im Dorf-Pub. Als Zugezogene ist sie den Dorfbewohnern ohnehin schon suspekt.

    Was für eine erdrückende Beweislast, denkt sich die hiesige Polizei. In wenigen Wochen steht der Gerichtsprozess an, der darüber entscheidet, ob Rose ins Gefängnis muss. Die Lage erscheint aussichtslos, wäre da nicht die engagierte junge Polizistin Gladys Moss (Anjana Vasan). Sie ist sich sicher, dass die Polizei vorschnell geurteilt hat. Nur die Beweise fehlen ihr bisher…

    v.l.n.r.: Edith Swan (Olivia Colman) und Rose Gooding (Jessie Buckley)
    Front and Center: Das Duell zweier Damen (Olivia Coleman und Jessie Buckley) © Capelight

    Eine absurd-wahre Begebenheit

    Kleine schmutzige Briefe von Theaterregisseurin Thea Sharrock (Ein ganzes halbes Jahr, Der einzig wahre Ivan) beginnt mit einem augenzwinkernden Hinweis an die Zuschauer: „Diese Geschichte ist wahrer, als man meinen würde“. Denn heutiger Sicht wirkt es schon reichlich schräg, was sich vor rund 100 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Little Hampton wirklich und wahrhaftig zugetragen hat.

    Die anonymen Schmähbriefe erschütterten nicht nur das beschauliche Küstendörfchen, sondern schlugen in ganz England hohe Wellen. Kurios ist vor allem, wie eine Frau allein aufgrund ihres Rufs und den resultierenden Anschuldigungen verhaftet und vor Gericht gestellt wurde.

    Das Ganze hat deshalb schon etwas Absurdes und Thea Sharrock sowie ihr Drehbuchautor Jonny Sweet tun gut daran, das Geschehen als Komödie und humoristische Farce aufzuziehen. Wohlgemerkt ist hier von dem Setting über die Besetzung bis hin zum Humor alles „very british“. Hier dominiert der trockene Humor statt lautstarker Schenkelklopfer.

    Goldrichtig ist daher auch, wie (fast) alle ihre eigentlich überdrehten Rollen spielen: nämlich bierernst und nüchtern, was abseits der herausragenden Damen auch den Schauspielveteran Timothy Spall (Harry-Potter-Reihe) zum absoluten Highlight macht (stimmlich, mimisch und textlich ein Hochgenuss).

    v.l.n.r.: Constable Papperwick (Hugh Skinner) und Edward Swan (Timothy Spall)
    Die Machthaber in Little Hampton sind natürlich männlich: Der Vater als Patriarch der Familie und die Polizei © Studiocanal

    Gut aufgelegte Damen

    Seien wir ehrlich: Die eigentlichen Ereignisse dieser kleinen historischen Anekdote machen an sich nicht besonders viel her, um die doch spürbaren 100 Minuten zu füllen. Kleine schmutzige Briefe ist deshalb nicht nur sichtlich bemüht, diese Geschichte zur lustigen Farce hochzujazzen. Zusätzlich nutzen Sharrock und Sweet den Stoff auch, um etwas über unsere Gesellschaft auszusagen – damals wie heute.

    Denn das kleine Dorf Little Hampton ist das Musterbeispiel für Engstirnigkeit, Bigotterie und Heuchelei und damit der perfekte Nährboden für den Eklat. Eine Meinung über einen Menschen ist hier schneller gefällt, als derjenige den Mund aufmachen kann. Handfeste Beweise sind da höchst zweitrangig, was Rose Gooding am eigenen Leib erfahren muss. Alles im Sinne von „Ist der Ruf erst ruiniert…“ befeuert sie eher noch das Bild, das sich die Dorfbewohner von ihr gemacht haben.

    Was damals über beleidigende Briefe ausgetragen wurde, ist heute einfach in den sozialen Medien zu finden. Das wäre zugegeben auch alles etwas zu belehrend, wenn sich Olivia Coleman und Jessie Buckley nicht mit so großer Spiellust in ihre spleenigen Figuren hineinwerfen würden. Die zugeknöpft-tugendhafte Junggesellin Edith und die selbstbewusst-schnoddrige Rose sind bis zur letzten Einstellung zwei unvereinbare Pole (die doch früher mal Freundinnen waren).

    Unser Fazit zu Kleine schmutzige Briefe

    Thea Sharrocks Kleine schmutzige Briefe ist eine Star-besetzte und charmant gespielte Komödie, die mit geballter Frauenpower in allen wichtigen Haupt- und Nebenrollen glänzt. Während die kleine historische Anekdote aus den 1920er-Jahren eigentlich gar nicht so viel hergibt, jazzt der Film das Ganze zu einer weitestgehend unterhaltsamen Farce hoch.

    Es sind letzlich die moralischen Untiefen aus Bigotterie, Heuchelei und engstirnigen Vorurteilen, die zum Schmunzeln einladen und den historischen Stoff auch heutzutage noch interessant machen. Zumal das anonyme Beleidigen und Herunterputzen anderer Menschen immer noch stattfindet und nur vom analogen Brief zum digitalen Posting in den sozialen Medien gewechselt ist.


    © Capelight

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