Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm
    Filme

    Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm

    Ronja Rabevon Ronja Rabe8. Mai 2023Keine Kommentare5 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Cem Kaya zelebriert in seiner Dokumentation Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm 60 Jahre Musik von türkeistämmigen Migrant:innen in Deutschland. Die alternative Nachkriegsgeschichte gewann bei der Berlinale 2022 den Publikums-Preis in der Kategorie Panorama Dokumente und hat seitdem national und international eine Vielzahl weiterer Preise erhalten. Was den Film so besonders macht, erfahrt ihr in unserer Kritik!

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Nahaufnahme einer türkischen Sängerin beim gefühlvollen Auftitt, davor in gelber Schrift der Filmtitel

    Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm

    Als Anfang der 1960er Jahre im Zuge des Anwerbeabkommens die ersten Arbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen, brachten sie auch ihre Musik mit. Überrumpelt und enttäuscht von den Arbeitsbedingungen  und voll Sehnsucht nach der Heimat, entstand eine neue Musikrichtung: die Gurbetçi-Lieder – Lieder aus der Fremde. Einer der ersten Interpreten war Metin Türköz. Seine Lieder verkauften sich millionenfach unter den in Europa lebenden Migrant:innen, von der übrigen Bevölkerung völlig unbemerkt.

    Von den Gurbetçi-Liedern bis zum Hip-Hop geht der Film lose chronologisch vor. Cem Kaya interviewt Künstlerinnen wie Yüksel Özkasap, die Nachtigall von Köln, und Cavidan Ünal, die Diva von Europa. Er stellt Bands wie Derdiyoklar vor und Musiker wie Cem Karaca, der aus der Türkei fliehen musste und im deutschen Exil mit seiner Band Die Kanaken sozialkritische Lieder auf Deutsch singt. Vorgestellt werden Hochzeitsbands und Gazinos, Gaststätten mit Musikprogramm, aber auch Plattenfirmen und der Kassettenmarkt, welche alle zum Erfolg der Musikerinnen und Musiker beigetragen haben.

    Ergänzt wird das Bild durch umfangreiches Archivmaterial, das die Geschichte der türkischen Musik im Ausland auch unter sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten beleuchtet: Von falschen Versprechungen und ungleichen Arbeitsbedingungen über den plötzlichen Anwerbestopp 1973, die krisengeschüttelten 1980er Jahre und die Nachwendezeit mit der traurigen Häufung rassistischer Übergriffe bis in die Gegenwart. Es entstand eine Musikszene, die ihre Wurzeln in der Türkei hatte, ihre Blütezeit aber in Deutschland erlebte. Sie ist bis heute allgegenwärtig.

    Metin Türkoz lächelnd vor seinen Instrumenten
    Asik Metin Türköz © filmfaust Film Five

    Liebe, D-Mark und Tod – Der Titel ist Programm

    Wie der Titel, der auf einem Gedicht des Autors Aras Ören basiert, ist auch der Film in drei Teile gegliedert. Vor allem in den ersten Liedern wird die Liebe besungen: die Liebe zur Heimat und ihren Menschen oder die enttäuschte Liebe zu Deutschland. Vieles sind Volkslieder, die auf der Tradition der Aşıks basieren. Sängern, die durch das Land zogen und in ihren Liedern die Politik aufs Korn nahmen. D-Mark beschreibt die Hochphase vieler Musikschaffender in den 80er Jahren. Türkische Hochzeiten bringen den Musiker*innen teils exorbitante Trinkgelder. Um den Markt zu bedienen, müssen sie ein riesiges Repertoire an Liedern aus 81 türkischen Provinzen sowie kurdische und arabische Lieder beherrschen. Tod ist das Kapitel über die Brandanschläge und rassistischen Übergriffe, die Angst und Schrecken verbreiteten. Auch alte TV-Ausschnitte zeigen oft die Ignoranz gegenüber den lediglich als Arbeitskräfte geduldeten Migrant:innen und ihren Kindern, und die Moderationen tragen oft einen unterschwelligen Rassismus in sich.

    Wer 60 Jahre Musikgeschichte in einen Film packen will, muss aussortieren. An vielen Stellen würde man gerne mehr erfahren. Doch trotz des Tempos und dieser Einschränkung zeigt sich die Dokumentation enorm vielschichtig. Regisseur Cem Kayan bringt viele Facetten ans Licht, indem er Interviews mit Zeitzeugen und Archivmaterial einbindet. Neben der Musik erhält das Publikum auf diesem Wege auch ein wenig historisches Hintergrundwissen. Etwa wie sich 1973 deutsche Frauen und Arbeitsmigrant:innen aus Italien, Griechenland und der Türkei bei Pierburg und Ford solidarisieren, um für gleichen Lohn zu kämpfen. Oder über die Kinder der Arbeiter:innen, die oft sich selbst überlassen werden, da beide Elternteile arbeiten müssen und sich Staat und Gesellschaft kaum für sie interessieren.

    Derya Yildirim singt und spielt Baglava bei einem Live Auftritt 2020
    Baglama Virtuosin Derya Yildirim 2020 © filmfaust Film Five

    Der Musik wird genügend Raum gegeben

    Bei so vielen Interviews könnte man meinen, dass die Musik manchmal zu kurz kommt. Das ist bei Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm glücklicherweise nicht der Fall. Die Künstler:innen spielen zum Teil vor der Kamera. Zahlreiche Archivaufnahmen vermitteln die Emotionen der Musik und erwecken längst vergangene Auftritte zum Leben – Tanz, Musik und das längst vergessene Leben in Almanya, wie zum Beispiel auf dem Basar, der zu West-Berliner Zeiten der U-Bahnhof Bülowstraße war. Unterschiedliche Musik und ihre Interpret:innen aus mehreren Jahrzehnten bereichern das Bild mit Anekdoten und lustigen, aber auch nachdenklich machenden Geschichten. Zwar wird nicht genau auf die Entstehung der Songs eingegangen, aber schon das Setting und die Instrumente oder Sammlungen, die die Künstler:innen zeigen, bieten einen umfassenden Einblick in die damalige Musikszene.

    Hatay Engin exzentrisch mit Sonnenbrille, Fächer und Designer Handtasche
    Hatay Engin © filmfaust Film Five

    Unser Fazit zu Liebe, D-Mark und Tod

    Auf unterhaltsame Weise wird dem Publikum eine bunte Collage über die Anfänge des Einwanderungslandes Deutschland und teils fast vergessene Musik präsentiert. So fügen sich vielfältige Eindrücke zu einem Mosaik rund um die gemeinsame deutsch-türkische (Musik-)Geschichte. Denn abseits von Superstar Tarkan, der sich Ende der 90er sehr erfolgreich in den deutschen Charts platzieren konnte (im Film aber nicht vorkommt), gab es seit den 60er Jahren viele türkische und türkischstämmige Musiker:innen, die unter dem Radar eine enorme Anzahl an Platten verkauften. Für jeden, der historisch oder musikalisch interessiert ist, bietet der Film spannende Einblicke.

    Liebe, D-Mark und Tod – Ask, Mark ve Ölüm ist seit dem 31. März 2023 als VoD und DVD erhältlich!


    © Rapid Eye Movies

    Vorheriger BeitragGuardians of the Galaxy Vol. 3
    Nächster Beitrag M3GAN

    Weitere Beiträge

    4.0

    Wuthering Heights – Sturmhöhe

    von Stefan Brüning
    4.0

    Is This Thing On?

    von Jan Werner
    3.0

    Crime 101

    von Luca Mattys
    5.0

    Marty Supreme

    von Jan Werner
    1

    Return to Silent Hill

    von Simon Eultgen
    4.0

    Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

    von Stefan Brüning
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Wuthering Heights – Sturmhöhe

    12. Februar 2026

    How to get to Heaven from Belfast

    12. Februar 2026

    Is This Thing On?

    11. Februar 2026

    Crime 101

    11. Februar 2026
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2026 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.