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    Lost Girls

    Jan Wernervon Jan Werner16. März 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Einem wahren Fall hat sich Netflix diesmal in Spielfilmform angenommen. Lost Girls erzählt von einer verzweifelten Mutter auf der Suche nach ihrer Tochter und nach Gerechtigkeit. In dieser Filmkritik wird geklärt werden, ob man aus den wahren Begebenheiten einen packenden Thriller machen konnte oder ob man besser ein True-Crime-Dokumentation daraus entwickeln hätte sollen.

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    Das Hauptplakat von Lost Girls
    Das Titelbild des Films © Netflix

    Die wahren Hintergründe von Lost Girls?

    Als eines Nachts ihre 24-jährige Tochter Shannan Gilbert auf mysteriöse Weise verschwindet, beginnt für ihre Mutter Mari (Amy Ryan) eine dunkle Odyssee mit unbequemen Wahrheiten über ihre Tochter, sie selbst und die Rolle der Polizei. Da sie ihre Tochter um jeden Preis finden will, verfolgt Mari Gilbert die letzten bekannten Schritte von Shannan und landet bald in einem abgesperrten Stadtviertel in den sozial fragwürdigen Randgebieten von Long Island. Ihre Entdeckung ruft die Polizei und die Medien auf den Plan, denn plötzlich geht es um mehr als ein Dutzend unaufgeklärte Morde an Prostituierten – alles junge Frauen, die Mari nicht in Vergessenheit geraten lassen will.

    Lost Girls beruht auf dem gleichnamigen Sachbuch-Bestseller von Robert Kolker. In diesem Buch hat der Autor die tragische Geschichte von Mari Gilbert dokumentiert, die durch ihre eigenen Ermittlungen maßgeblich erst die Polizei auf den Long-Island-Killer aufmerksam gemacht hat. Nach einiger Zeit hat sie die Gewissheit über das Schicksal ihrer Tochter bekommen. Die Identität des Serienmörders ist auch heute noch nicht geklärt. Insgesamt hat der Täter zwischen 1996 und 2013 mutmaßlich 16 Morde begangen.

    Die Familie Gilbert in Lost Girls
    Sherre (Thomasin McKenzie) und Sarra Gilbert (Oona Lawrence) unterstützen ihre Mutter © Netflix

    Ein dramatischer Fall, aber ein langweiliger Krimi

    Eine alleinerziehende Mutter verzweifelt bei der Suche nach ihrer ältesten Tochter an der Einsatzbereitschaft der Polizei. Zudem hat diese Frau noch zwei weitere Töchter, die ebenfalls zwischen Hoffen und Bangen hin- und hergerissen sind. Dazu kommen die tragischen Schicksale der Angehörigen der Opfer, deren Gebeine schon gefunden wurden. Die Ungewissheit, wie viele Leichen in den Dünen noch begraben liegen, hält die Stimmung getrübt.

    Eigentlich ist diese Story sowas von prädestiniert, um den Zuschauer mit auf eine emotionale Suche nach einem Serienkiller zu nehmen. Außerdem werden große Fehleinschätzungen der Ermittler, fragwürdige Methoden und strukturelle Vorverurteilungen der Polizei offenbart, die einem beim Zusehen schon sehr wütend machen könnten.

    Wenn man allerdings schon ein Thrillerdrama aus einem Sachbuch macht, sollte auch eine Spannungskurve oder zumindest ansatzweise eine Dramaturgie seitens des Drehbuchs die wahren Begebenheiten sinnvoll zu einem Spielfilmformat erweitern. Leider ist es nicht gelungen einen Krimi zu schreiben, der den Zuschauer durch die Frage nach der Identität des Täters bei der Stange zu halten vermag. Lost Girls überzeugt durchaus als Charakterdrama über eine verzweifelte Frau, die in Don Quichote Manier gegen die Windmühlen des rigiden Justizapparats kämpfen muss. Spannung kommt jedoch nicht auf.

    Die Familie der Vermissten vor Journalisten
    Mari Gilbert mit ihren Töchtern beantwortet die Fragen der Journalisten © Netflix

    Eine Mutter, mit der man mitfühlt

    Im Mittelpunkt steht die Mutter der vermissten Prostituierten, die zu ihrer Tochter eigentlich ein schwieriges Verhältnis hat, aber trotzdem alles in ihrer Macht stehende zu tun bereit ist, um das Verbrechen aufzuklären, wenn schon die Polizei kein großes Interesse an ihrem Schicksal hat. Unterstützung erhält Mari Gilbert in erster Instanz von ihren beiden Töchtern. Einigen weitere Frauen, die schon die Gewissheit haben, dass deren Schwestern oder Töchter nicht mehr lebendig zurückkehren werden, stehen ebenfalls an deren Seite.

    Amy Ryan (Birdman) spielt die Frau zwischen blindwütigem Aktionismus und Akzeptanz des Unausprechlichen mit viel Gefühl und schafft es, dass man ihre Besessenheit vollkommen nachvollziehen kann. Einerseits die Wut, ob der Passivität der Ermittler und andererseits die Hoffnung, die sie für sich und ihre Töchter aufrecht erhält, mimt Ryan nahegehend und sehr authentisch.

    Auch Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit) hat ein paar Dialoge mit ihrer jungen Schwester, ihrer Mutter, aber auch speziell mit einer anderen Leidensgenossin, in denen sie untermauert, dass sie einer der kommenden großen Namen in Hollywood ist. Sie soll darstellen, dass sie reif genug ist, um ihre Mutter vor Unüberlegtheiten zu schützen und auch realistisch einzuschätzen weiß, wie gering die Chance auf Rettung ihrer Schwester doch ist.

    Die Angehörigen trauern gemeinsam in Lost Girls
    Eine Mahnwache wird abgehalten © Netflix

    Ein Offenbarungseid der Polizeiarbeit

    Gabriel Byrne (Hereditary) und Dean Winters (John Wick) spielen zwei sehr unterschiedliche Polizisten. Jeder für sich versagt auf seine Art bei der Ermittlungsarbeit. Winters ist, ziemlich klischeehaft, der Cop, der die sorgende Mutter überhaupt nicht ernst nimmt und durch Passivität die Tätersuche eher manipuliert als voranbringt. Byrne hingegen ist, ebenso klischeehaft, der Mordermittler, der eigentlich zur Kooperation mit der beinahe hysterischen Mutter bereit ist, aber dafür durch private Probleme die Kompetenzen vermissen lässt.

    Natürlich hat man hier zwei etwas überzogene Charaktere geschrieben, die durch ihre Inkompetenz und Unsympathie, die Zuschauer noch näher an die verzweifelten Angehörigen bringen sollen. Jedoch wirkt dies über weite Strecke eher als Versuch etwas Spannung dadurch zu generieren, dass die entscheidenden Fortschritte bei den Ermittlungen entweder durch Außenstehende oder den Zufall bedingt werden. Auch, wenn auch im realen Fall die Polizeiarbeit erst durch die Initialzündung von Mari Gilbert ins Rollen gebracht wurden, wirken die Filmfiguren dann doch zu plakativ, als dass man sich vorstellen kann, dass auch die echten Ermittler wirklich so tölpelhaft vorgegangen sind.

    True Crime, nicht True Detective

    Man hat nach dem Ende den Eindruck, dass dieser Fall wahrscheinlich einfach nicht im richtigen Format umgesetzt wurde. Während beispielsweise Zodiac von David Fincher trotz ähnlich actionarmer und behäbiger Erzählweise als Thriller überzeugt und den Zuschauer durch die Suche nach den Puzzleteilen, die zur Identifizierung des Killers führen sollen, fesseln kann, fehlt in Lost Girls jegliche Form von Spannung. Die Regisseurin hat bislang mit Dokumentation für Furore sorgen können.  Den dokumentarischen Stil merkt man hier sehr stark. Man hat zwar einige schöne Kamerafahrten und düstere Einstellungen eingestreut, aber trotzdem ist alles für einen Krimi viel zu nüchtern und sachlich. Hätte man sich entschieden eine True-Crime-Doku aus dem Sachbuch zu machen, mit O-Tönen von beteiligten Angehören, Journalisten und Ermittlern hätte man die Tragik der Mari Gilbert genauso abbilden können und hätte dann nicht durch den ein oder anderen überzeichneten Charakter die seriöse Thematik torpediert.

    Mari Gilbert sucht nach der Wahrheit in Lost Girls
    Mari Gilbert (Amy Ryan) ist verzweifelt © Netflix

    Unser Fazit zu Lost Girls

    Es ist ziemlich schwierig Lost Girls abschließend zu bewerten. Die Geschichte hat das Potenzial für ein tiefgehendes Charakterdrama. Mit einem Thriller-erfahrenen Drehbuchautor und Regisseur hätte man daraus womöglich ein hochspannendes Krimidrama inszenieren können. Auch die Darsteller sind gut in ihren Rollen und holen alles aus dem Skript raus. Trotzdem muss man das beurteilen, was man daraus gemacht hat und nicht, was hätte sein können. Am Ende bleibt dann leider nur ein gut gespieltes Drama auf TV-Film-Niveau übrig. Spannung und Tempo vermissen man leider komplett.

    Netflix hat so oft bewiesen, dass man mit herausragenden kriminalistischen Dokumentationen Zuschauer vor dem Fernseher fesseln kann. Dann hat man auch noch eine oscarnomierte Doku-Regisseurin an Bord und entscheidet sich trotzdem dazu das Risiko einzugehen und ein fiktionales Format zu entwickeln. Diesmal ist das Experiment leider gescheitert und nur ein weiterer, schnell vergessener Spielfilm in der Reihe der Netflixproduktionen entstanden, der dem tragischen Schicksal der Vorlage leider nicht gerecht werden kann.

    Lost Girls ist seit dem 13. März 2020 bei Netflix abrufbar.


    © Netflix

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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