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    Startseite » Mad Love in New York
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    Mad Love in New York

    Bernd Wetzlvon Bernd Wetzl26. Mai 2021Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Mike (Buddy Duress) und Harley (Arielle Holmes) sitzen rauchend am Straßenrand. Rechts neben ihnen liegt der Rucksack von Harley und einige Plastiktüten. Im Hintergrund befindet sich das Soldiers' and Sailors' Monument in New York. © Koch Films
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    Eine toxische Beziehung zwischen zwei obdachlosen Heroinsüchtigen: Mad Love in New York, der dritte Langfilm der Safdie-Brüder, ist nun endlich auch hierzulande verfügbar und beileibe kein leichter Stoff. Ob wir uns trotzdem in den Film verliebt haben, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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    Das Cover zu Mad Love in New York zeigt Ilya (Caleb Landry Jones), der Harley (Arielle Holmes) zärtlich die Wange küsst und sie umarmt. In pinker Kapitalschrift prangt der Titel des Filmes über den beiden. © Koch Films
    Das Cover von Mad Love in New York © Koch Films

    Die Handlung von Mad Love in New York

    Harley (Arielle Holmes) und Ilya (Caleb Landry Jones) verbindet ihre gemeinsame Heroin-Abhängigkeit. Darüber hinaus reicht die Beziehung der beiden Obdachlosen von hasserfüllter Kälte bis hin zu überschwänglicher Liebe und Zärtlichkeit. Abhängig davon, ob sie gerade ihre Sucht stillen konnten oder noch auf der Suche nach dem nächsten Schuss sind. Die Situation eskaliert als sich die verzweifelte Harley nach Aufforderung ihres Freundes die Pulsadern mit Rasierklingen aufschneidet. Das Geld für die Rasierklingen hat sie zuvor durch Betteln verdient, den Selbstmordversuch überlebt sie.

    Nachdem Harley aus der psychiatrischen Klinik, in die sie eingeliefert wurde, entlassen wird, trifft sie auf Mike (Buddy Duress), einen befreundeten Drogendealer. Mit Mike hat sie eine neue Bezugsquelle für ihren Stoff ausgemacht und schläft für einige Zeit bei ihm, um ihre Sucht zu stillen. Kurz darauf geraten Ilya und Mike in einem Park in einen Streit, in dem Mike von Ilya an der Hand verletzt wird. Während Mike sich von seiner Wunde erholt, gesteht Harley ihm, dass sie Ilya immer noch liebt, woraufhin er sie aus Frust verlässt. Als Ilya dann wenig später in einem Fast-Food-Restaurant aufgrund einer Überdosis bewusstlos wird, versöhnt sich das Paar auf leidenschaftliche Art und Weise. Ob diese Beziehung nun allerdings von Dauer ist, bleibt fraglich…

    Vor einer Statue sitzen Harley (Arielle Holmes) und Ilya (Caleb Landry Jones), der ihre verletzte Hand hält. Im Hintergrund befindet sich Evan (Manny Aguila), ein weiterer Süchtiger. © Koch Films
    Harley (Arielle Holmes) und Ilya (Caleb Landry Jones) warten auf den Krankenwagen. © Koch Films

    Nüchterne Milieustudie nach wahren Begebenheiten

    Die Handlung basiert auf den leicht fiktionalisierten Memoiren der Hauptdarstellerin Arielle Holmes, die im Film gewissermaßen sich selbst spielt. Während den ersten Arbeiten an Der Schwarze Diamant kamen die Safdie-Brüder in Kontakt mit Holmes und ermutigten diese, ihre Memoiren niederzuschreiben, die schließlich als Fundament für Mad Love in New York dienten. Auch Buddy Duress kam seiner Filmpersona im wirklichen Leben recht nahe: Während den Dreharbeiten stand ein offener Haftbefehl gegen den Mann aus. Unter anderem aufgrund Diebstahls und dem Besitz von Heroin…

    Durchaus hat es also seine Gründe, warum sich der Film so unglaublich authentisch anfühlt. So entstammen viele Darsteller der New Yorker Drogen- und Obdachlosenszene. Zudem inszenierten die Safdie-Brüder aufgrund fehlender Drehgenehmigungen unzählige Sequenzen mit einer hohen Brennweite aus der Distanz. Das Ergebnis dessen ist ein fast schon voyeuristischer, ungeschönter Blick auf ein Milieu, den man fast schon als naturalistische Feldstudie durchgehen lassen könnte. Im Kontrast dazu stehen der Drogenkonsum und die zwischenmenschlichen Beziehungen, bei denen die Kamera oft ganz nahe am Geschehen ist. Hier glänzen insbesondere Arielle Holmes und Caleb Landry Jones mit außergewöhnlich guten Darstellungen.

    Nichtsdestotrotz mag sich eine emotionales Invest in die Handlung nie etablieren. Das mag durchaus gewollt sein, so ist die Lebensrealität der Protagonisten in der Regel weit entfernt von der des Publikums. Jedoch entsteht oft das Gefühl, dass viele Elemente im Film der Authentizität untergeordnet werden und das Gesamtwerk ein wenig darunter leidet. Wenn die Handlung ohne richtiges Ziel vor sich hin mäandert, dann ist das sehr wirklichkeitsgetreu zum Leben seiner Figuren, stößt den Zuschauer allerdings vor den Kopf. Es ist ein extremes Stück Slice of Life, das nicht typischen Filmdogmen folgt. Ein wenig filmischer und deshalb umso erinnerungswürdiger, verbleibt dann der energetische Soundtrack, der viele Szenen sehr passend untermalt.

    Harley (Arielle Holmes), die in der Wohnung von Mike ein belebendes Bad in der Badewanne nimmt. ©Koch Films
    Die Handlung des Films basiert auf den Memoiren der Hauptdarstellerin Arielle Holmes. © Koch Films

    Gute Zeiten, schlechte Zeiten

    Wenig später verfolgt dann Good Time, der gewissermaßen als spiritueller Nachfolger von Mad Love in New York gehandelt werden darf, einen etwas anderen Ansatz. Robert Pattinson kontaktierte die Regisseure, nachdem er auf das obige Poster von Arielle Holmes gestoßen war und bat die Brüder Safdie um eine Zusammenarbeit. Im Vergleich zur rauschhaften Nacht, zur „Good Time“, kommt dieser Safdie-Film deutlich roher und ungeschliffener daher. Wir beobachten unsere ziellose Protagonistin, die neunzig Minuten lang ihr Elend in Alkohol, Sex und Heroin ertränkt. Und gerade in der Verbindung mit der eben dargelegten authentischen Inszenierung, trifft das umso härter. Das Portrait eines realen Albtraums, in dem Menschen tagtäglich gefangen sind und in den wir innerhalb der Laufzeit von Mad Love in New York einen intensiven Blick werfen „dürfen“.

    Aber eben auch das Portrait von Figuren zu denen sich – im Gegensatz zum Protagonisten Connie aus Good Time – nie so recht eine emphatische Verbindung aufbauen mag. In diesem Aspekt verliert der Film einiges an Boden, wenn man ähnliche Drogenfilme zum Vergleich heranzieht. Der dokumentarische Ansatz mag innovativ und innerhalb der Drehbedingungen gut gewählt sein, aber die Härte des Filmes entsteht vor allem extrinsisch durch die Vergleiche zur Realität und nicht aus sich selbst heraus. Letztlich verbringen wir als Publikum viel Zeit mit den Figuren und erleben ein Stück ihres Lebens mit ihnen. Dabei können wir diese aber nie greifen und so bleibt die emotionale Distanz bis zum Ende bestehen. Der zuvor gefallene Begriff Feldstudie beschreibt dieses Phänomen recht passend. So intim die persönliche Geschichte von Arielle Holmes sein mag, so richtig daran teilnehmen lässt uns Mad Love in New York nicht.

    Ilya (Caleb Landry Jones) dreht sich gerade eine Zigarette, während er an einem Zaun sitzt. Neben ihm liegt ein prall gefüllter Plastiksack. © Koch Films
    Das Objekt der Begierde Harleys – Ilya. © Koch Films

    Mad Love in New York – unser Fazit

    Unter dem Strich bleibt ein sehenswertes Stück Film mit einem ganz eigenen Blick auf eine kleine Parallelgesellschaft in New York, die oft übergangen wird. Darüber hinaus eine authentische Darstellung der Drogenvergangenheit von Arielle Holmes und eine tragische Liebesgeschichte zweier Menschen am Abgrund, die insbesondere durch fantastische Schauspielleistungen brilliert. Allerdings eben auch ein Film, der zu Teilen vor sich hinplätschert, der noch sehr roh und ungeschliffen wirkt. Wie ein kleines Stück Kohlenstoff, das noch nicht zum schwarzen Diamanten geworden ist.

    Nichtsdestotrotz ist Mad Love in New York ein gutes Frühwerk der Safdies. Wer die Motivation für so ein schweres Thema hat, wer mit der Hoffnungslosigkeit, die in der Prämisse des Films mitschwingt, klar kommt, der wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden. Man muss sich nur ein bisschen Einlassen auf die Art der Inszenierung und darf definitiv keinen klassischen Drogenfilm erwarten. Vielmehr muss der Streifen als Milieustudie einer hilflosen Szene verstanden werden – am Beispiel der wahren Geschichte von Arielle Holmes.

    Mad Love in New York ist seit dem 27. Mai 2021 digital, als DVD und als Blu-Ray verfügbar.


    © Koch Films

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