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    Startseite » Miroirs No. 3
    Drama Filme

    Miroirs No. 3

    Felix Knorrvon Felix Knorr15. September 2025Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    © Schramm Film
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    Spätestens seit dem reputablen Roter Himmel gilt der Berliner Regisseur Christian Petzold als eine der Konstanten für das Deutsche Kino. Reiht sich sein neuestes Werk Miroirs No. 3 ein?

    Davon handelt Miroirs No. 3

    Wie durch ein Wunder überlebt die Klavierstudentin Laura bei einem Ausflug ins Berliner Umland einen schweren Autounfall. Körperlich unversehrt, aber innerlich aus der Bahn geworfen, kommt sie im Haus von Betty unter, die den Unfall beobachtet hat. Vom ersten Moment an verbindet die beiden Frauen eine tiefe Zuneigung. Laura genießt die mütterliche Fürsorge Bettys, die Arbeit im Garten, die Besuche in der Werkstatt von Bettys Ehemann Richard und ihrem Sohn Max, die gemeinsamen Essen. Es beginnt eine fast unbeschwerte, glückliche Zeit des Zusammenseins, ein Spätsommertraum, dem sich Laura und die Familie nur zu gerne überlassen. Aber da ist etwas, das nicht stimmt, ein tiefer, dunkler Schmerz, der alle vier verbindet und doch unausgesprochen bleibt. Laura spürt, dass sie aus diesem Traum erwachen müssen, um wieder leben und lieben zu können.

    Poster zu Miroirs No. 3 © 2025 Schramm Film

    Spiegelbilder

    In Christian Petzolds Undine spielt Paula Beer eine Halbweltfigur, die der Saga zufolge jenen Mann umbringen muss, der sie verlässt, und abschließend zurück ins Wasser kehren muss. Doch die Figur entscheidet sich gegen dieses auferlegte Schicksal. Wie ein Geist wandert sie durch das moderne Berlin, auf der Suche nach Sehnsucht und Liebe.

    Auch im neuen Werk des „Berliner Schule“-Regisseurs gibt Beer eine Frau, die den Verlust ihrer alten Liebe verarbeiten muss. Petzold, der auch bekannt geworden ist durch seine „Gespenster-Trilogie“, greift diese Symbolik auch in Mirors No. 3 auf. Der Filmtitel bezieht sich dabei auf ein Klavierstück des französischen Komponisten Joseph-Maurice Ravel. Spiegelbilder, die die angehende Pianisten Laura auch zu Beginn in einem Fluss unter dem tosenden Lärm der Autobahnbrücke zu suchen scheint. Sie giert nach der Ruhe im Gewässer und findet dort die strömende Reflexion vor.

    Mirors No. 3 liefert keine direkten Verweise auf einen Geisterfilm, doch schon die erste Begegnung der zwei Frauen lässt eine übergeordnete Ebene vermuten. Laura fährt an Bettys Haus vorbei, während diese am Gartenzaun arbeitet. Ein flüchtiger, aber intensiver Blickkontakt entsteht, als wäre der Kontakt schon immer vorbestimmt gewesen. Eine Begegnung der höheren Art, die sich auf drastische Weise vollziehen wird, um die Ruhe im zwischenmenschlichen Miteinander zu finden.

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    Ungewohnte Gewohnheit

    Noch bevor Laura schließlich in Bettys gemütlichem Eigenheim unterkommt, um sich von dem verstörenden Unfall zu erholen, verliert sie ihre Handtasche. Als wolle das Schicksal der jungen Studentin sagen, dass sie materielle Beweise auf ihre Identität nicht mehr braucht. Gemeinsam verbringen beide Frauen eine fast schon altmodisch-heilende Zeit: In dem behaglichen Zimmer schläft Laura ihre Sorgen aus, während Betty ihr Kaffee, Apfelschnitze und Croissants an das Bett stellt. Als sie jedoch ihren Mann Richard und den gemeinsamen Sohn Max am Glück teilhaben lassen möchte, beginnt die Situation sukzessive zu kippen.

    Doch Petzold ist gewohnheitsgemäß nicht auf die großspurigen Emotionen hinaus. Er führt hier das fort, was er mit seinem distanziert-lakonischen Blick auf sich entfaltende Beziehungen in Roter Himmel bereits perfektionierte. Die Dynamik zwischen der „zufällig“ zusammengeführten Familie entwickelt sich in den sanften Bildern von Stamm-Kameramann Hans Fromm und gibt den Charakteren Zeit in einer zeitlosen Welt.

    Nicht-Orte und Nicht-Worte

    Figuren in Filmen von Christian Petzold sind ständig in Bewegung, rastlos, oft ruhelos. Wandeln durch Gebäude, weite Flure, breite Landschaften und schmale Gehwege. Auto- und Bahnfahrten. Heimat scheint nur ein perfides Konstrukt zu sein, nicht greifbar, schon gar nicht vorstellbar. Es sind Nicht-Orte, in denen die Protagonisten zwischen Traum- und Realwelt wechseln, verfolgt von der Vergangenheit oder der ungelebten Zukunft. In Memoirs No. 3 stellt sich die Frage, wer sich im Zustand des Geistes befindet. Oder anders: Wer ist hier Geist für wen?

    Paula Beer und Barbara Auer im Blickwechsel © 2025 Schramm Film

    Genauso unkonkret und assoziativ bebildert stellt sich der Film die Frage, wie sich eine Familie überhaupt zusammensetzt. Petzolds Werke funktionieren immer auf verschiedenen Ebenen. In Miroirs No. 3 kanalisiert sich Yellas Geister-Motiv, (Kino-)Mythen von Phoenix, und die wechselhafte Beziehungsdynamik aus Roter Himmel.

    Und versammelt ein vertrautes Team: Der Cast um Paula Beer, die nach Nina Hoss Petzolds neue Muse zu sein scheint, und Barbara Auer, mit der er bereits zum siebten Mal kooperierte, sind gewohnt eine Bank. Besonders die Szenen mit Beer und Enno Trebs bereiten spielerische Freude, wenn sich ihre Blicke gelegentlich treffen und verlegen woandershin schauen. Gesagtes und Ungesagtes sind in Miroirs No. 3 gleichsam bedeutsam – und das lässt sich nur mit einem gut aufgelegten Schauspiel-Ensemble realisieren.

    Wohin führt der Landweg?

    Es sind fast schon klischeehafte Symbole für einen Neuanfang: Laura möchte Betty helfen, den Gartenzaun zu streichen, und macht sich daran, das verwachsene Kräuterbeet neu zu bepflanzen. Richard sammelt zusammen mit seiner Frau frische Pflaumen, um sie ihn einen Kuchen zu verarbeiten. In der eigenen Werkstatt schrauben Vater und Sohn an Luxusautos herum. Auch das Klavier muss gestimmt werden, damit die verwaisten Räume wieder musikalisch unterlegt werden. Petzold selbst sagt, dass er einen Film über Heilung in einer schnellen, unsicheren Periode erschaffen wollte. Und so entfaltet Miroirs No. 3 eine Sehnsucht nach Souveränität und dem vertrauten Fremden.

    Eine zusammengewürfelte Familie © Schramm Film

    Dabei geht der deutsche Autorenfilmer wohlwollend, aber nicht durchweg vergnüglich vor. Mit einem herrlich-subtil abgestimmten Szenenbild von Klaus-Dieter Gruber hüllt er uns in jene durch den Wind tänzelnde Gardinen, die sich auch um Laura schmiegen. Doch das harmonische Abbild beginnt zu bröckeln, als sich das Geheimnis der zerrütteten Familie offenbart, das allerdings nicht als plumpe Wendung eingebettet wird. Wir wissen schon, wohin sich das Geschehen entwickelt, aber lassen es zu, weil wir eher die fehlerhafte Konstruktion als den vollständigen Verlust akzeptieren.

    Dringend muss die kaputte Spülmaschine ersetzt werden. Es geht um Austausch. Das Materielle bedingt das Immaterielle und vice versa. Laura verliert zu Beginn ihre Tasche, und verkommt dann selbst zur Aufbewahrung von personifiziertem Füllmaterial. Gleichzeitig sehnt sie sich nach Sicherheit – so hat sie sich von der erdrückenden Hauptstadt entfremdet. Miroirs No. 3 setzt filmisch jene Flucht aus dem urbanen Alltag um. Pflaumenkuchen (aus Mürbeteig!) und Königsberger Klopse erinnern an eine alternative Lebensrealität, oder eine vergangene Realität, eine Zwischenwelt eben. Abgeschottet von allem, aber nicht aus dieser Welt entfernt. Mögen wir uns alle irgendwann unserer Tasche entledigen.

    © Schramm Film

    Unser Fazit zu Miroirs No. 3

    4.0 Stark

    Allmählich merkt man Christian Petzold eine gewisse Altersmilde im besten Sinne an. Miroirs No. 3 glänzt mit sanften Bildern und lakonischen Blickwinkeln, lässt dabei auch düstere Entwicklungen zu, die hinreichend im Verborgenen bleiben. Eine Geistergeschichte im Herzen, funktional auf verschiedenen Ebenen, kleinlaut konzipiert, aber immer reich an Worten und Nicht-Worten.

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