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    Startseite » Mortal Kombat II
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    Mortal Kombat II

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning8. Mai 2026Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Das Reboot von Mortal Kombat bot eine ausreichend große Auswahl an spielbaren Charakteren, der Blutmodus war endlich aktiviert und die Fatalities wurden sauber ausgeführt. Trotzdem konnte es den einen oder anderen perfekt getimten Uppercut seitens der Kritik nicht abwehren. Gelingt Mortal Kombat II nun in der zweiten Runde ein Flawless Victory?

    Mortal Kombat II – Das ist die Story

    In Mortal Kombat II kehren die Lieblinge der Fans zurück – noch schlagkräftiger, noch entschlossener und diesmal verstärkt durch niemand Geringeren als Johnny Cage höchstpersönlich. Auf die Helden wartet ein gnadenloser, blutiger Kampf, der alles Bisherige in den Schatten stellt. Das Ziel: die Schreckensherrschaft von Shao Khan zu beenden. Doch der Einsatz könnte nicht höher sein, denn es geht um das Überleben von Earthrealm – und das Schicksal seiner letzten Verteidiger.

    Key-Art zu Teil 2 © Warner Bros. Entertainment Inc.

    Capcom vs. Midway

    Es ist schwierig, über Mortal Kombat zu reden, ohne die Konkurrenz zu erwähnen. Als Street Fighter II 1991 in die Spielhallen kam, war es nicht nur eine Sensation, sondern eine Revolution im Bereich der Kampfspiele. Capcom bot den Spielern ein Dutzend legendäre Charaktere – von denen anfangs nur acht den Spieler:innen zur Verfügung standen – mit individuellen Special Moves und eigenen Arenen, die sich über die ganze Welt verteilten. Zusammen mit der wunderschönen Comicgrafik setzte das Spiel den Standard für alle nachfolgenden Genrevertreter. Entwickler, die an dem Megaerfolg partizipieren wollten, fragten sich zu Recht, wie man sich im direkten Zweikampf gegen einen solchen Juggernaut zur Wehr setzen kann.

    Nur ein Jahr später lieferte Midway Games die Antwort: „With more blood and gore.“ Unter der Leitung von Ed Boon und John Tobias ließ man verschiedene Kämpfer:innen in einem düsteren Fantasy-Setting aufeinander einprügeln. Um sich noch stärker von der Konkurrenz abzuheben, schraubte man ordentlich am Gewaltgrad. Nach einem gewonnenen Zweikampf bestand die Möglichkeit, das Gegenüber auf grausamste Weise ins Jenseits zu befördern. Mortal Kombat war darüber hinaus cineastischer als die Konkurrenz. Das liegt nicht nur an den digitalisierten Charaktermodellen oder der Figur Johnny Cage – einem Hollywood-Actionhelden im Stile eines Jean-Claude Van Damme. Es ist vor allem die Art der Inszenierung, die Epik so gekonnt mit B-Movie-Elementen verbindet, dass selbst Filmfiguren wie RoboCop, Ghostface oder der T-800 problemlos in diese Welt integriert werden können.

    Realverfilmungen waren daher von Beginn an ein logischer Schritt in der Verwertungskette. Wie schwierig es allerdings ist, diese präzise ausgeführte Kombo auf die Leinwand zu übertragen, zeigen die bisherigen Versuche. Regisseur Simon McQuoid misslingt dieser Special Move nun bereits zum wiederholten Male, wodurch Mortal Kombat II reichlich Raum für kritische Gegentreffer lässt.

    Finish Him?!

    Wo friedlich Gesinnte dem Besiegten die Freundschaft anbieten, werden gnadenlosere Kritiker:innen ihre spitzen Federn in das wehrlose Werk stoßen, es in der Luft zerreißen und die blutigen Überreste ihren Lesern zum Fraß vorwerfen. Die Geschichte ist erwartungsgemäß banal und soll lediglich den Kämpfen Dramatik verleihen sowie den Figuren die nötige Motivation verschaffen. Das scheitert jedoch am Können der Darstellenden. Abgesehen von Karl Urban – der auf dem Papier Johnny Cage spielt, aber weiterhin Billy Butcher verkörpert – sowie Hiroyuki Sanada als Scorpion bewegen sich die schauspielerischen Leistungen auf dem Niveau früher Full-Motion-Videospiele. Dafür sehen die Schauspieler:innen ihren Charaktermodelle durchaus ähnlich, lediglich der Quan Chi und Baraka könnten ein optisches Update vertragen.

    Die begrenzte Studio-Kulisse engt ihr Spiel zusätzlich ein. Wer sich nicht gerade im Turniermodus befindet, verschmilzt mit dem Hintergrund. Mit dieser Strategie fügen sie sich selber Schaden zu, den weder die episch aufgebauschte Handlung noch der monumentale Soundtrack von Benjamin Walfisch heilen kann. Es ist allerdings auch nicht einfach, erzählerische Tiefe in eine Vielzahl von Figuren hineinzubringen, die sich hauptsächlich über ihre Kampfkünste definieren. Die digitalen Vorbilder mögen rein äußerlich dreidimensional sein, aber ihre Hintergründe waren schon immer recht flach. Anfangs bestand ihre Biografie aus ein paar Sätzen und die Dialoge gingen kaum über ein „Get over here!“ hinaus.

    Das mag sich mit der Zeit verändert haben, doch auch die neueren Spiele verstehen, dass ein markiger Spruch den Gegner besser einschüchtert als ein klassischer Theatermonolog. In der filmischen Umsetzung gibt es aber zu viele davon und die wenigsten davon sitzen, sodass man sich schnell wünscht, der eine oder andere würde mit einem gezielten Hieb zum Schweigen gebracht werden.

    Come Over here © Warner Bros. Entertainment Inc.

    Round 2, Fight!

    Es war zu erwarten, dass Mortal Kombat II sich nicht verteidigen kann, sobald Kritiker:innen mit der tödlichen Argumenten-Kombo „Schauspiel, Story und Charakterentwicklung“ angreifen. Im Spiel gibt es allerdings die Möglichkeit, mithilfe eines „Fatal Blows“ das Kampfgeschehen noch zu seinen Gunsten zu drehen. Danach muss jedoch jeder Schlag sitzen – und ob das gelingt, hängt stark von den eigenen Erwartungen ab.

    Der absurde Gewaltgrad der aktuellen Spiele wird nicht erreicht, doch für eine FSK-16-Freigabe geht es ordentlich zur Sache. Die blutigen Effekte sind sichtbar computeranimiert, was ironischerweise perfekt zur Vorlage passt. Gleiches gilt für die Kulissen, die wortwörtlich an die Spiele erinnern. Je nach kämpferischen Fähigkeiten der Protagonist:innen werden die ohnehin schon beengten Areale zusätzlich verkleinert, sodass manche Kämpfe kurz und statisch wirken, während andere die Dynamik der Vorlage kunstvoll nachahmen.

    Regisseur Simon McQuoid und Autor Jeremy Slater haben zudem aus den Fehlern des Reboots gelernt und einige Kritikpunkte beseitigt. Es gibt endlich das titelgebende Turnier, und das Kämpfer-Raster wurde – zulasten des Scorpion-Ersatzes Cole – um einige Fanlieblinge erweitert. Das ergibt zwar noch lange keinen Sieg auf ganzer Linie, doch mithilfe des Boxoffice rettet sich Mortal Kombat vielleicht doch noch in eine dritte Runde.

    © Warner Bros. Entertainment Inc.

    Unser Fazit zu Mortal Kombat II

    2.5 Watchable

    Einiger abgeschlagener Gliedmaßen zum Trotz einige ich mich mit Mortal Kombat II auf ein Unentschieden. Der trashige Charme der Spiele wird eingefangen, mit Kitana und Johnny Cage konzentriert man sich auf die richtigen Charaktere, und Brutalities gibt es reichlich. Im dritten Teil sollte allerdings der Storymodus ignoriert, das Charisma aufgelevelt und an einigen grundlegenden Filmtechniken gearbeitet werden, damit es beim nächsten Aufeinandertreffen nicht heißt: „Filmtoast wins. Fatality.“

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    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

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