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    Niemals Selten Manchmal Immer

    Jan Wernervon Jan Werner26. Februar 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Niemals Selten Manchmal Immer ist der Wettbewerbsfilm der Regisseurin Eliza Hittman zur Berlinale 2020. Das Sozialdrama thematisiert das heikle Thema „Abtreibung einer Teenagerschwangerschaft“ in den USA, wo in den verschiedenen Staaten die Gesetzeslage hierzu stark variieren. Ob die Filmemacherin und die jungen Schauspieler mit wenig Erfahrung dieser kontroversen Thematik gerecht werden können, lest ihr in unserer Kritik.

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    Sidney Flanigan in ihrer ersten Hauptrolle in Never Rarely Sometimes Always
    Autumn (Sidney Flanigan) im Bus nach New York © 2019 Courtesy of Focus Features

    Wovon handelt Niemals Selten Manchmal Immer?

    Autumn Callahan (Sidney Flanigan) ist eine Siebzehnjährige, die in einer ländlichen Gegend in Pennsylvania aufwächst. Eigentlich quälen das Mädchen die typischen Probleme des Erwachsenwerdens: Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Unsicherheit beim Auftreten vor Publikum und ein schwieriges Verhältnis zu den Eltern. Was Autumn jedoch von den meisten Altersgenossen unterscheidet, ist, dass sie schwanger ist. Dies ist ihr Geheimnis, und möglichst soll es auch eines bleiben. Heimlich besucht sie eine Frauenärztin, um schnellstmöglich eine Abtreibung durchführen zu lassen. Allerdings muss sie feststellen, dass sie dazu wegen der Rechtslage in ihrem Bundesstaat nach New York fahren muss. Gemeinsam mit der einzigen Person, der sie sich anzuvertrauen traut, ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder), bricht sie zum ersten Mal Richtung Großstadt auf.

    Unsere Kritik zu Niemals Selten Manchmal Immer

    Typisch für den Wettbewerb der Berlinale sind Filme, die sich heiklen Themen, oft mit politischer Relevanz, annehmen. Niemals Selten Manchmal Immer in diesem Jahr stellt dabei keine Ausnahme dar. In dem Sozialdrama werden viele heiße Eisen tangiert. Eliza Hittman verpackt in einer doch von außen betrachtet klassischen Roadtrip-Geschichte sehr feinfühlig die ein oder andere Kritik am Sozialstaat, dem Gesundheitswesen und der generellen Einstellung zu Abtreibung in den Vereinigten Staaten.

    Talia Ryder spielt Autumns Cousine in Never Rarely Sometimes Always
    In New York werden die Teenager vor Herausforderungen gestellt © 2019 Courtesy of Focus Features

    Sidney Flanigan auf den Spuren von Lady Bird

    Sidney Flanigan verleiht durch ihre Unerfahrenheit vor der Kamera dem Film genau die Authentizität, die es braucht, damit man bei dieser Thematik mit einer Figur mitfühlen kann. Sie erinnert dabei teils an die besten Momente in Lady Bird, wenn sie ihrer Rolle sehr nachvollziehbar zwischen Verzweiflung, Wut und Trotz hin und her wechselt. Wenn Autumn augenscheinlich ein Problem mit und einen gewissen Ekel vor dem eigenen Körper hat, dann spielt die junge Darstellerin dies sehr überzeugend. Aber auch die Momente, wenn sie im pubertären Trotz alle in ihrem Umfeld von sich wegstößt, wirken plausibel und nicht offensichtlich geschauspielert.

    Eine besonders intensive Szene ist ein Interview mit einer behandelnden Ärztin in New York. Während den zutiefst intimen und auch für den Zuschauer unangenehmen Fragen verharrt die Kamera auf dem Gesicht der Protagonistin. Dabei wird die volle Bandbreite der Emotionen in dieser Situation sichtbar. Flanigan bildet wirklich jede Facette von Wut über Scham und auch eine gewisse Befreiung so gut ab, dass der Zuschauer diese Gefühlsachterbahn scheinbar am eigenen Körper mitfühlt.

    Eine Cousine als Vertraute

    Neben der starken Leistung der Hauptdarstellerin muss man auch die andere souverän aufspielende junge Dame lobend anführen. Talia Ryder spielt Skylar, die Cousine von Autumn, die als einzige noch von dieser ins Vertrauen gezogen wird, während Mutter und Vater keine Bezugspersonen für Autumn sind. Was diese Rolle auszeichnet ist, dass auch Skylar mehrfach durch die Stimmungsschwankungen des schwangeren Teenagers Beleidigung und Undankbarkeit erfährt. Trotzdem steht sie zu ihrer Verwandten, da sie zu wissen scheint, dass jegliche Abwehrhaltung nur Zeichen der Unsicherheit sind. Diese Reife steht dann wiederum im Kontrast zu einer gewissen Naivität in anderen Situationen. Wirklich stark ist, wie Talia Ryder diese Balance beherrscht.

    Sidney Flanigan als Autumn in Never Rarely Sometimes Always
    Autumn ist ein Teenager gequält von Unsicherheit © 2019 Courtesy of Focus Features

    Niemals Selten Manchmal Immer hält auch dann drauf, wenn es unangenehm ist

    Ein Film, der moralische Konflikte thematisiert, überschreitet oftmals schnell Grenzen hin zu einer Form der Belehrung der Zuschauer. Dass dies hier nicht passiert ist, liegt in erster Linie an der nüchternen Inszenierung, die nahezu komplett auf dramaturgische Kniffe zu verzichten weiß. Ein Stilmittel, das sich Eliza Hittman jedoch zu eigen gemacht hat und hier in Perfektion seine anvisierte Wirkung entfalten kann, ist das Draufhalten der Kamera in den Momenten, wenn es wirklich unangenehm ist hinzusehen. Auch wenn es dabei mitunter schon fast Ekelgefühle beim Publikum provoziert ist genau dies das richtige Mittel, um den Problematiken Ausdruck zu verleihen und vor allem auch Bilder zu kreieren, die noch lange vor Augen bleiben.

    Kleine Abzüge für Männerbild und vereinzelte Eindimensionalität

    Ein klein wenig zu einseitig ist hingegen die Darstellung der Männerfiguren im Film geraten. Gleichsam wird der Chef der beiden Mädchen im Supermarkt als Scheusal dargestellt, wie auch die Kunden im Laden scheinbar alle schlüpfrige Absichten haben. Zudem wird auch, was den Vater von Autumn betrifft, angedeutet, dass hier etwas im Argen liegen könnte. Und wenn dann auch noch der erst so freundliche Mitreisende aus dem Bus letztlich nur für eine gewisse Gegenleistung hilfsbereit bleibt, so könnte man wirklich meinen, dass in dieser Realität scheinbar jeder Mann schlecht ist. Auch wenn man sagen kann, dass dies die Wahrnehmung von Autumn widerspiegeln soll, die scheinbar viele negative Erfahrungen in ihrem jungen Alter mit dem anderen Geschlecht machen musste, hätte man die ein oder andere negative Anspielung doch weglassen können, um die Neutralität noch besser zu wahren.

    Die Regisseurin von Never Rarely Sometimes Always
    Eliza Hittman, die Regisseurin des Films © Harrison Sheehan

    Amerika einmal aus anderer Perspektive

    Wenn man wohl eine Stadt auf der Leinwand wirklich schon in Gänze gesehen zu haben meint, dann ist es die Stadt die niemals schläft: New York City. Trotzdem zeigt uns Eliza Hittman sowohl die Metropole als auch das Land als Ganzes in Niemals Selten Manchmal Immer von selten gezeigten Seiten.

    Die Unterschiede, was die Einstellung zur Abtreibung betrifft, werden hier sehr klar herausgestellt, ohne, dass es noch genauere Erklärung braucht. Die Bilder sprechen für sich.

    Und auch die Einblicke in das Sozialsystem am Beispiel der Betreuungseinrichtung für Abtreibungspatientinnen öffnet dem europäischen Publikum die Augen. Die Unterscheidung zu unseren Sozialstandards werden deutlich und sorgen womöglich dafür, dass man nachher ein verändertes Bild von Amerika hat. Ein Bild, dass auch der American Dream schnell zum Albtraum werden kann.

    Unser Fazit zu Niemals Selten Manchmal Immer

    Im Wettbewerb der Berlinale 2020 ist Niemals Selten Manchmal Immer ein sehr starker Beitrag. Das teils unangenehm anzusehende, aber packend gespielte Drama von Eliza Hittman zeigt authentisch wie selten die sozialen Unterschiede in den Staaten auf.

    Getragen wird der Film von zwei hervorragenden Jungschauspielerinnen, die eine mehrtägige Odyssee durch New York erleben. Dabei verzichtet man glücklicherweise auf Elemente zum Spannungsaufbau und verlässt sich voll und ganz darauf, dass das Thema Teenagerschwangerschaft und Abtreibung schon interessant genug ist.

    Die Bilder von New Yorks U-Bahnen und Kliniken unterstreichen zudem, dass in den USA auch heute nicht alles gold ist, was glänzt.

    Der Film macht manch eine Andeutung und lässt am Ende einige Fragen unbeantwortet, was der Diskussion jedoch sehr zugute kommt.

    Niemals Selten Manchmal Immer läuft im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2020. Kinostart ist in Deutschland der 11. Juni 2020.


    © 2019 Courtesy of Focus Features

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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