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    Startseite » Sorry, Baby
    Drama Filme Komödie

    Sorry, Baby

    Luca Mattysvon Luca Mattys19. November 2025Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Fast ein Jahr ist es her, dass Regisseurin Eva Victor mit ihrem Regiedebüt Sorry, Baby beim Sundance Film Festival große Wellen schlug. Nun kommt die spritzige Dramedy endlich nach Deutschland. Wird sie ihren Vorschusslorbeeren gerecht?

    Darum geht’s in Sorry, Baby

    In fünf Kapiteln wird das Leben der Studentin Agnes (Eva Victor) erzählt, die nach einem schrecklichen Vorfall in ihrer Universitätslaufbahn mit Depressionen zu kämpfen hat. Hilfe erfährt sie fast ausschließlich von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Lydie (Naomi Ackie), die jedoch bald das gemeinsame Heim verlässt, um mit ihrer Partnerin nach New York zu ziehen. Agnes verfällt immer tiefer in Selbsthass und vereinsamt, während ihr Umfeld vergessen zu haben scheint, was ihr widerfahren ist. Doch nach und nach fügt sich ihr Leben wieder zusammen. Nicht nur gelingen ihr akademische Fortschritte, mit ihrem Nachbarn Gavin (Lucas Hedges) blüht außerdem eine Romanze auf.

    Key-Art © A24

    Erste Schritte

    Das Anti-Kriegs-Drama Furcht und Begierde aus dem Jahr 1953 ist ohne Zweifel ein Paradebeispiel für einen amateurhaft inszenierten Film. Die Schauspielregie ist bestenfalls fragwürdig, zwischen den Darstellenden herrscht keinerlei greifbare Chemie und ein Großteil der Dialoge fühlt sich an, als wäre jede Zeile einzeln aufgenommen worden. Trotz einiger konzeptionell nicht übel gedachter Ideen erscheinen die Bilder wacklig und ungeschickt eingefangen. Das Wäldchen, das als Kulisse für den Löwenanteil der Handlung dient, wirkt, als wäre es insgesamt nur wenige Quadratmeter groß, und ist noch das mit Abstand am wenigsten hölzerne Element des Films. Furcht und Begierde kann nach keiner Definition des Wortes als gelungen bezeichnet werden. Dieses Werk ist eine Katastrophe, dessen Kreativteam im Regelfall wohl jede Chance auf eine Karriere in den Wind schießen könnte. Es ist außerdem das Spielfilmdebüt von Stanley Kubrick, dem vermutlich besten amerikanischen Regisseur aller Zeiten.

    Die Lektion hinter diesem Beispiel sollte klar sein: Kinderkrankheiten sind in Erstlingswerken nicht nur zu erwarten, sondern auch zu verschmerzen. Der kreativste Kopf der Welt wird an der Startlinie vermutlich zunächst Humbug fabrizieren, bevor er gelernt hat, diese Kreativität technisch einzufangen und in bahnbrechende Bilder zu bündeln. Bevor Kubrick die gemäldegleichen Welten von Barry Lyndon auf die Leinwand bannte, musste er anhand des Hundewiesenwaldes von Furcht und Begierde erfahren, wie es nicht geht. Insofern ist Sorry, Baby vermutlich ein gutes Omen für Regisseurin Eva Victor, denn Kinderkrankheiten findet man hier beileibe genug. Dieses Kind ist nicht nur krank, es kämpft sich mit letzter Kraft und wackligen Beinen aus der Frühchenstation auf die Leinwände. Victor ist ein Debüt gelungen, das mit Sicherheit sympathisch, aber schlicht und ergreifend nicht gut ist.

    Von allem ein bisschen

    Von Sekunde eins an werden die Inspirationen, die Einfluss auf den Entstehungsprozess von Sorry, Baby ausgeübt haben, klar und deutlich. Hier eine Prise von Lena Dunhams Mittzwanziger-Komödie Girls, dort ein Hauch des Noah-Baumbach- und Greta-Gerwig-Charms, der sich durch Werke wie Frances Ha und Lady Bird zieht. Protagonistin Agnes hat offensichtlich eine Fleabag verschluckt und irrt planlos durch ihr in schrullige Kapitel eingeteiltes Leben wie Julie in Joachim Triers Der schlimmste Mensch der Welt. An und für sich ist das völlig unproblematisch – die besten Künstler:innen der Welt tragen ihre Inspirationen stolz auf der Brust –, wird jedoch zum Problem, sobald die erste Figur ihren Mund öffnet.

    Victors Schreibtalent ist entweder nicht ausgereift genug oder nicht vorhanden; die Vergleiche, die die Natur des Films einlädt, schmeicheln dem unausgegorenen Drehbuch kein bisschen. Nicht nur scheitern die tölpelhaft verfassten Versuche von Komik am unausgereiften und unpassenden Humor, ganze Dialogszenen entfalten sich außerdem so holzbeinig, dass man die Drehbuchseiten quasi rascheln hören kann. Jede Diskussion zwischen der Hauptfigur und ihrem Umfeld liest sich wie ein Duschgedanke – als sähen wir nicht die wirkliche Version der Ereignisse, sondern deren optimalen Verlauf, den sich Agnes im Nachhinein ausgemalt hat.

    Wahr oder fake?

    Ihren Gipfel findet diese Unverschämtheit eines Skripts in einer völlig wirr konzipierten Debatte zwischen der Protagonistin und der Dekanin ihrer Universität. Absolut unbewusst dessen, wie Gespräche zwischen Menschen aussehen, wechselt diese Szene mit jeder neuen Dialogzeile ihr Register. Mal wird eine greifbare Echtheit kommuniziert, mal erhöhte Absurdität. An einer Stelle kommunizieren die Figuren wirklichkeitsnah, verschweigen oder verdrängen manche Sachverhalte und interagieren anhand von Kontextbezügen, an anderen wiederum kramen sie satiregleiche Phrasen hervor.

    Sorry, Baby. © A24

    Beinahe scheint es, als hätte Eva Victor hier nicht eine reale Erfahrung niedergeschrieben, sondern einen Querschnitt aus allen realen Erfahrungen dieser Welt. Ihre Agnes diskutiert nicht mit der Figur der Dekanin, sondern mit allen Dekaninnen, die jemals diese Diskussion geführt haben. Die Charakterzeichnung ist schlichtweg erbärmlich und resultiert in instabilen Konversationen, die unter der leisesten kritischen Betrachtung zusammenfallen. Man vergleiche dieses Negativbeispiel mit der hervorragenden Universitätsszene in Emerald Fennells maßlos unterschätztem Genremix Promising Young Woman, die auf satirische Überhöhung abzielt und dennoch näher am Kern einer Realität landet als Sorry, Baby.

    In der Ruhe liegt die Kraft

    Ganz im Sinne der Parallelen zu Fleabag und Girls besetzt auch der kreative Kopf hinter diesem Projekt sich selbst in der Hauptrolle. So fiktionalisiert die Handlung von Eva Victors Erstling auch sein mag, alleine durch diese Casting-Entscheidung flößt sie dem Material eine gewisse Authentizität ein und macht sich verletzlich. Das ist zweifelsohne mutig. Leider ist Victor jedoch auch die mit Abstand schwächste Darstellerin im gesamten Film und fällt hoffnungslos in sich zusammen, sobald sie die Leinwand für mehr als eine Minute mit einer anderen Person teilen muss. Insbesondere ihre Szene mit dem wunderbaren John Carroll Lynch offenbart eine darstellerische Kluft, die die theoretische Wirkungskraft dieses ausnahmsweise tatsächlich gelungenen Augenblicks zu untergraben droht.

    Generell glänzt Victors Stift eher in den introspektiven Momenten als in denjenigen, die auf bloßen Humor abzielen. Ihr reflektierter Monolog in der Badewanne stellt vermutlich das Highlight des Films dar; kurzzeitig gelingt es Sorry, Baby, ein tatsächliches Gefühl einzufangen und nicht nur die Idee eines Gefühls. Die Tatsache, dass das Schauspiel der Hauptdarstellerin hier für sich atmen darf und keine Vergleiche mit besseren Performances heraufbeschwört, dürfte dem ebenfalls zuträglich sein.

    © A24

    Unser Fazit zu Sorry, Baby

    2.0 Tut nicht weh

    Ein gutes Debüt zu realisieren ist möglich, aber schwierig. Eva Victors Sorry, Baby beweist in erster Linie, dass noch keine Meisterin vom Himmel gefallen ist. Das geringe Indie-Budget dient kaum als Ausrede für die inszenatorische Kreativlosigkeit, die das Projekt ausstrahlt. Victor ist mit jedem Part ihrer Dreierrolle als Regisseurin, Autorin und Hauptdarstellerin gleichermaßen überfordert und liefert einen Einstand in die Kinowelt, der wirkt, als wäre er in einem Labor kreiert worden, um einen Preis in Sundance zu gewinnen. Die betonte Spritzigkeit des Films ist dabei nie mehr als aufgesetzt. Keines der handwerklichen Elemente kann wirklich glänzen; das Buch ist zu schwach, um darüber hinwegzutäuschen. Die positive Resonanz für Sorry, Baby ist der Beweis, dass Rezensent:innen kollektiv vergessen haben, dass wichtige Filme und Filme über wichtige Themen nicht dasselbe sind.

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    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

    • Luca Mattys
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