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    Startseite » The Adam Project
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    The Adam Project

    Jan Wernervon Jan Werner10. März 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Zwei Personen schweben auf einem beleuchteten Brett im dunklen Wald
    The Adam Project (L to R) Ryan Reynolds as Big Adam and Walker Scobell as Young Adam. Cr.Netflix © 2022
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    Free Guy von Ryan Reynolds und Regisseur Shawn Levy kam bei Kritikern wie Publikum gut an. Nun ruhen die Hoffnungen für die neue Kooperation darauf, dass nach Red Notice der zweite Netflixfilm mit dem Deadpool-Darsteller eher an die Qualitäten dieser Zusammenarbeit anknüpft. Ist ein Aufwärtstrend zu erkennen?

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    Das Poster zeigt die beiden Hauptfiguren auf einer nächtlichen Lichtung beleuchtet durch die Scheinwerfer eines Raumschiffs. Im unteren Bildbereich der Titel The Adam Project.
    Das Poster zum Film The Adam Project © Netflix

    The Adam Project – Handlung

    Adam (Ryan Reynolds) ist ein Jetpilot im Jahr 2050 und befindet sich auf der Flucht vor den eigenen Leuten. Als er durch ein Zeitportal schafft zu entkommen, landet er verletzt im Jahr 2022 bruch und trifft dort auf sein junges Ich (Walker Scobell). Mit dessen Hilfe will er seinen bzw. ihren Vater (Mark Ruffalo) im Jahr 2018 aufsuchen, um diesen vor einem folgenschweren Fehler zu warnen. Die Verfolger sind den Zeitreisenden jedoch schon auf den Fersen und so entbrennt ein Rennen durch Raum und Zeit.

    Zeitreisen existieren, du weißt es nur noch nicht.

    Reynolds nimmt sich etwas zurück

    Die beste Nachricht für alle, denen in Red Notice das Großmaul von Ryan Reynolds endgültig den letzten Nerv geraubt hat, zuerst: In The Adam Project schraubt er seine inzwischen berüchtigten Sprüche auf ein wesentlich erträglicheres Level zurück. Komplett verzichtet er zwar auch hier nicht auf den ein oder anderen eher selbstironischen Kommentar oder deplatzierten Gag, aber im Gegensatz zur nur noch schwer auszuhaltenden Kabbelei mit Dwayne Johnson, kostet seine Eigenart dem Film hier nicht die komplette Seriosität. Es sitzt längst nicht jeder Witz und hin und wieder muss man auch hier wieder die Augen verdrehen, aber irgendwie gehört genau das inzwischen zu den Zutaten, die man von einem Film mit Reynolds in der Hauptrolle erwartet.

    An der Dynamik zwischen Reynolds und dem Jungdarsteller Walker Scobell, der das zwölfjährige Ich des Zeitreisenden Adam spielt, werden sich die Geister scheiden. Natürlich drängt sich der A-Lister hier immer wieder in den Vordergrund und gibt dem Newcomer stückweise wenig Raum zum Glänzen. In den Szenen, in denen der junge Adam durch Nuancen im Verhalten suggerieren soll, dass schon die Anlagen da sind, die ihn später mal zu älteren werden lassen, wirkt es leider nicht ganz organisch und eher erzwungen. In letzter Instanz muss man einfach schlucken, dass Scobell eine Kindervariante von Reynolds spielt. Das Zusammenspiel der beiden Darsteller ist dafür wirklich überzeugend und lässt gut über die nicht ganz passend wirkende Wahl hinwegsehen.

    Kleiner als man erwarten würde

    Wer nach dem CGI-Overkill in den letzten groß angelegten Netflix-Blockbusterproduktionen auch hier wieder eine richtige Action-Orgie erwartet, der wird überrascht sein, wie kompakt doch The Adam Project aufgezogen ist. Sowohl die über die ersten Dreiviertel des Films eher spärlich gesäten Actionsequenzen als auch die Vielzahl an Dialogmomenten machen diesen Abenteuerfilm deutlich intimer und dadurch emotional zugänglicher. Selbst wenn dann die Action zwischendrin und speziell auch im Finale doch effektmäßig aufdreht, wird hier keiner beim Zuschauen der sonst inzwischen oft gescholtenen Reizüberflutung ausgesetzt. Die kleinen Action-Choreografien sind solide gemacht und auch die Flugszenen können sich sehen lassen. „Weniger ist mehr“ hat sich hier einmal mehr bewahrheitet.

    Zoe Saldana und Ryan Reynolds Stirn an Stirn mit geschlossenen Augen. Im Hintergrund ein See und Berge. The Adam Project
    Zoe Saldana spielt in The Adam Project die Frau des Zeitreisenden © Netflix

    Herz gleicht den Mangel an Originalität gut aus

    Der Raum der durch die Konzentration auf die Familiengeschichte entsteht, wird von allen beteiligten Schauspielenden durch ein sympathisches und ehrliches Spiel mit viel Herz gefüllt. Das gleicht in der Summe ganz gut aus, dass die Story für sich genommen alles andere als überraschend oder neu daherkommt. Ganz im Gegenteil merkt man als Kenner der Zeitreisefilmklassiker mehrfach mit welchem Respekt man sich daran orientiert hat. Ähnlich wie in Free Guy weiß Regisseur Levy auch hier wieder die ruhigen Momente so zu betonen, sodass die Entscheidungen der Figuren nachvollziehbar werden.

    Während sich schon viele Vorgänger im Zeitreise-Story-Bereich an ihrer eigenen Komplexität verhoben haben und letztendlich doch keinem Logiktest standhalten konnten, bemüht man sich in diesem Punkt hier erst gar nicht eine groß angelegte, wissenschaftliche Mechanik aufzubauen. Zwar wird schon auf die Weise, wie es möglich ist durch die Zeit zu reisen, eingegangen, aber wenn man diese Logik hier nicht versteht, tut das dem Sehvergnügen keinen Abbruch.

    Etwas aufgezwungene Musikauswahl

    Beim Einsatz von Rocksongs hat man hier allerdings nicht wirklich ein Händchen bewiesen. Die Lieder von The Who oder Led Zeppelin passen zwar thematisch gut zum Zeitthema, wirken aber seltsam reingezwängt. Die Kombination aus Science-Fiction-Plot mit klassischem Abenteueranstrich und dem Einsatz von schnellen Rock-Nummern zur musikalischen Untermalung der Actionszenen erinnert wie die ganze Tonalität sehr an die neuen Star-Trek-Filme mit Chris Pine und Co., insbesondere an Star Trek – Beyond.

    Ryan Reynolds, Mark Ruffalo und Walker Scobell laufen nebeneinander auf einer Straße, auf der etwas Laub liegt. The Adam Project
    Sohn, Vater und nochmal Sohn, nur eben jünger © Netflix

    Unser Fazit zu The Adam Project

    Netflix backt nach dem Bombast, den man für Red Notice aufgefahren hat, in The Adam Project zum Glück kleinere Brötchen. Getreu der K.I.S.S.-Devise (keep it short and simple) ist das Science-Fiction Abenteuer trotz vergleichbarer Starpower kurzweiliger und herzlicher und damit am Ende der sehenswertere Film für die ganze Familie. Ryan Reynolds spielt hier zwar wieder sich selbst, aber in deutlich subtilerer Version. Und auch den emotionalen Momenten wird genug Zeit gegeben, damit das Publikum Sympathien für die Charaktere aufbauen kann. Am Ende ist diese Produktion zwar kein Must-See, denn dafür bekommt man einfach viel zu viel Altbekanntes serviert. Die liebevolle Inszenierung und die Kompaktheit des Abenteuer machen aber Spaß, sodass man es keinesfalls bereut, dem Film eine Chance gegeben zu haben, auch wenn hier im Nachhinein kaum etwas im Gedächtnis bleibt.

    The Adam Project ist ab dem 11. März bei Netflix abrufbar!


    © Netflix

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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