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    Startseite » The Fanatic
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    The Fanatic

    Onnovon Onno18. September 2020Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Moose (John Travolta) spaziert introvertiert, in Hawaii-Hemd und mit eigenwilliger Frisur durch die Straßen von Los Angeles.
    John Travolta als "Super-Fan" Moose © Koch Films
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    Vom Fan zum Stalker. Limp-Bizkit-Frontman und Regisseur Fred Durst verarbeitet in The Fanatic eigene Stalker-Erlebnisse und stützt sich dabei auf die Schultern von John Travolta. Ob der Streifen wirklich eine Lachnummer ist, wie in den USA propagiert, erfahrt ihr hier.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=hRDAw7zywHI“]

    Das Filmplakat The Fanatic zeigt John Travolta in seiner Rolle als autistischer "Super-Fan" Moose, das Motiv ist komplett in roter Farbe gehalten.
    Filmplakat zu The Fanatic © Koch Films

    Von Stars besessen – die Handlung von The Fanatic

    Moose (John Travolta) ist ein Fan. Von Horrorfilmen, von Stars und besonders von Action-Darsteller Hunter Dunbar (Devon Sawa). Wie besessen jagt er nach Autogrammen, Requisiten und sonstigen Fan-Utensilien. Als er eines Tages bei einer Autogrammstunde von Hunter Dunbar nicht zu seinem gewünschten Autogramm kommt und abgewiesen wird, nimmt er sein Schicksal selbst in die Hand. Er macht die Adresse des Stars ausfindig und mutiert immer mehr zu einem wahnsinnigen Stalker. Hunter Dunbar ist davon alles andere als erfreut und dessen Abweisungen lassen Moose zu einer echten Gefahr werden.

    John Travolta am Tiefpunkt

    Da muss man schon zweimal hinschauen, wenn Fred Durst als Regisseur geführt wird. Der Frontmann von Limp Bizkit hat aber tatsächlich schon langjährige Regie-Erfahrungen. Zum einen hatte er Musikvideos von KoRn, Eminem, Staind oder auch Limp Bizkit inszeniert und zum anderen hatte er schon 2007 mit Charlie Banks – Der Augenzeuge sein Spielfilmdebüt als Regisseur gegeben. Mit The Fanatic folgt nun Film Nummer drei. Hier verarbeitet Durst eigene Erfahrungen, die er mit einem Stalker gesammelt hat. In genau diese Rolle schlüpft John Travolta, dessen Karriere in den letzten Jahren durch Filme wie Gotti ordentlich in Schieflage geraten ist. Und so viel sei verraten, The Fanatic ändert daran nicht wirklich etwas, eher im Gegenteil. Denn der einstige Tanz-Superstar und lässige Tarantino-Gangster mimt hier einen autistischen Extremfan, der von seiner Umwelt gemieden und gepeinigt wird. Eine Rolle, die herausfordernd ist und der er zu keiner Sekunde gewachsen ist.

    Moose (John Travolta) sitzt in The Fanatic auf seinem braunen Ledersofa und guckt in seinem Heimkino leidenschaftlich einen Horrorfilm.
    Moose (John Travolta) schaut leidenschaftlich gern Horror-Filme © Koch Films

    Dustin Hoffman hatte in Rain Man mit seiner sensiblen und würdevollen Darstellung der autistischen Figur Raymond Babbitt Verständnis für die Entwicklungsstörung wecken können. Doch John Travolta macht hier das Gegenteil und gibt seine Figur komplett der Lächerlichkeit preis. Mit überzeichneten Psychosen, Gestiken und einer dümmlichen Mimik wirkt er vielmehr wie ein erwachsener 11-Jähriger, aber nicht wie ein wirklicher Autist. Das Drehbuch mit seinen grenzwertigen Dialogen und die Maske mit der peinlichen Frisur geben der Figur den Rest und lassen jegliche Glaubwürdigkeit vermissen. So ist Moose bereits ein Meme-Fest für das Internet, über den man sich lustig machen kann, aber keine Figur, die man ernst nimmt. Das ist schade, da die Grundidee durchaus interessant ist, nur an der Umsetzung hapert es gewaltig. Die Schelte seitens der US-Presse ist daher nicht wirklich unberechtigt.

    Drehbuch-Desaster

    John Travolta ist klar das negative Highlight von The Fanatic, doch auch abseits seiner fragwürdigen Performance klotzt der Film mit Ungereimtheiten. Da wird schon mal eine Leiche tagelang im Garten übersehen oder ein Romero-Klassiker als Erklärungsversuch für das Verhalten von Moose missbraucht. Auch moralisch werden bezüglich Gewalt und deren Konsequenzen bedenkliche Entscheidungen getroffen. Da hinterlässt gerade das Finale einen bitteren Geschmack, wenngleich Fred Durst damit womöglich den Umgang mit seinen eigenen Stalker-Erfahrungen kritisieren möchte. Dennoch ist der Abgang irgendwie unpassend. Genauso wie die Freundschaft von Moose zu der jungen Paparazzo Leah (Ana Golja). Diese fühlt sich von Beginn an befremdlich und absolut nicht nachvollziehbar an. Zwischen ihr und Moose besteht keinerlei Chemie, aber dennoch ist sie der entscheidende Katalysator für die Handlung. Zudem nervt sie als überflüssige Erzählerin des Films. Letzteres soll die Tragik der Geschichte untermauern, stört letztlich aber mehr, als das es nützt.

    Moose (John Travolta) im ernsthaften Austausch mit seiner besten Freundin Leah (Ana Golja).
    Moose (John Travolta) kann sich jederzeit an seine loyale Freundin Leah (Ana Golja) wenden © Koch Films

    The Fanatic enttäuscht in beinahe allen Disziplinen, kann sich aber nicht vorwerfen lassen, schlecht auszusehen. Denn Kameramann Conrad W. Hall (Panic Room, The Punisher) schafft es tatsächlich, dass sich der Streifen rein optisch einigermaßen gut ansehen lässt. Das nächtliche LA wird ebenso stimmig eingefangen wie die zerfahrenen Situationen im Haus von Hunter Dunbar. Sogar eine kleine Gewaltspitze hat sich in den Film geschlichen, die man so nicht wirklich kommen sieht. Retten kann das aber leider wenig. The Fanatic ist letztlich so dumpfbackig geschrieben und gespielt, dass man lediglich damit Spaß haben kann, wenn man eine Trash-Brille aufsetzt. Denn ernst nehmen kann man hier inhaltlich wirklich gar nichts und daher ist es kein Wunder, dass der Film bereits zu einer Meme-Vorlage im Internet geworden ist.

    Unser Fazit zu The Fanatic

    Von der Gesellschaft verachtet, inmitten eines gefährlichen Abwärtsstrudels, Grenzen der Gewalt überschreitend, geschultert auf einer einzigartigen Performance – The Fanatic ist der Anti-Joker. Es gibt durchaus Parallelen, doch ist alles um Lichtjahre schlechter. Die ganze Zeit fragt man sich, was John Travolta da eigentlich gerade macht. Er liefert eine Leistung, bei der so gar nichts passt und die die eigene Figur ins Lächerliche zieht. Gepaart mit einem miserablen Drehbuch ergibt das einen Film, der wirklich unterirdisch ist. Eine gewisse Faszination strahlt er dennoch aus und lässt Erinnerungen an The Room aufkeimen. Ansprechend gefilmt ist er allerdings, das muss man ihm lassen. Freunde des „schlechten“ Geschmacks werden ihre Freude haben.

    The Fanatic lässt sich bereits streamen und erscheint am 17.09.2020 auf DVD und Blu-ray.


    © Koch Films

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