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    The Medium

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen24. Juli 2022Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Mutter Noi hat die Arme um ihre Tochter Mink gelegt, die sie mit verweintem Gesicht anschaut
    Fluch oder Segen? Mink scheint das Medium für die Göttin Bayan zu werden
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    Wenn sich zwei namhafte thailändische und südkoreanische Filmemacher zusammentun, um einen Horrorfilm zu produzieren, was kommt dann dabei heraus? Die Antwort erfahrt ihr hier in unserer Kritik zu The Medium!

    Das Mediabook von Koch Films mit FSK 16 Sticker
    Das offizielle Mediabook zum Film © Koch Films

    Die Handlung von The Medium

    Für eine Dokumentation reist ein Filmteam nach Thailand in die Provinz Isan. Im Mittelpunkt soll der Schamanismus in dieser Region stehen, der eine ganz eigene Art von Götterglaube darstellt. Vor Ort treffen sie auf die Schamanin Nim, in die der Geist der wohlwollenden Göttin Bayan eingefahren sein soll. Durch sie kann Nim den Menschen um sie herum neue Kraft und Gesundheit schenken.

    Diese Gabe wird üblicherweise unter den Frauen einer Familie weitergegeben und genau dieser Moment scheint gekommen, als Nim ihre Schwester Noi und ihre Nichte Mink bei einem Trauerfall besucht. Denn bei Mink stellen sich merkwürdige körperliche und psychische Anzeichen ein, die nahelegen, dass Bayan bereit ist, in das jüngere Familienmitglied überzugehen. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Noi, die dem Aberglauben ablehnend gegenübersteht. Was als Segen beginnt, scheint sich jedoch zunehmend in einen Alptraum zu verwandeln.

    Asia-Horror aus Thailand

    Wer im Filmmarkt des Fernen Ostens, besonders Südostens einigermaßen bewandert ist, bekommt mit dem Pressetext von The Medium sofort zwei vielversprechende Infos geliefert. Zum einen wurde das Drehbuch von dem Südkoreaner Na Hong-jin geschrieben, der nicht nur mit knallharten Thrillern wie The Chaser und The Yellow Sea echte Highlights lieferte, sondern zuletzt auch mit The Wailing einen wirklich erfrischend eigenwilligen Horrorfilm als Regisseur wie Autor entwickelte.

    Blick auf eine steinerne Götterstatue innerhalb einer Gebirgsenge
    Ein Schrein zu Ehren der Göttin Bayan © Koch Films

    Für die Regie bei The Medium zeichnete wiederum Horrorfilm-Spezialist Banjong Pisanthanakun aus Thailand verantwortlich, der bereits 2004 mit Shutter vielversprechend in die Branche einstieg und Teil der bis in den Westen schwappenden J-Horror-Welle war.

    Eine ernste Mockumentary

    The Medium wird genretechnisch häufig als Horror-Mockumentary eingestuft, was dem Film nicht gänzlich gerecht wird, aber gut vor Augen führt, wie sich das Seherlebnis anfühlt.

    Eine Mockumentary ist ein Spielfilm, der seinem Publikum vorgaukelt, eine echte Dokumentation zu sein. Häufig verbirgt sich dahinter die Absicht, sich über das Genre lustig zu machen, die Zuschauerschaft an der Nase herumzuführen und Ereignisse sowie Themen aus der echten Lebenswelt zu parodieren. Wer mal an Borat mit Sascha Baron Cohen denkt, dürfte ziemlich schnell verstehen, was eine Mockumentary ausmacht.

    Mutter Noi hat die Arme um ihre Tochter Mink gelegt, die sie mit verweintem Gesicht anschaut
    Fluch oder Segen? Mink scheint das Medium für die Göttin Bayan zu werden © Koch Films

    Auch The Medium täuscht vor, reale Themen und Ereignisse, den Schamanismus in der Familie von Nim, abbilden zu wollen, ohne sich allerdings darüber lustig zu machen. Beim Anblick der vielen fantastischen Landschaftsaufnahmen gerade zu Beginn wird dieser pseudodokumentarische Stil schnell offensichtlich: Pisanthanakun entführt besonders westliche Zuschauer:innen in eine ganz eigene, mit mythischem Aberglauben beseelte Welt fernab der großen Städte. Seine Bilder wirken dabei eben authentisch, nicht verkünstelt, sondern im Dienste einer Dokumentation gehalten. Die regelmäßigen Texteinblendungen, die das weitere Vorgehen sowie die Gedanken der Filmcrew vermitteln, runden diesen Gesamteindruck ab.

    Neben „Mockumentary“ ist „Found Footage“ das zweite Stichwort, das The Medium am besten einordnet: Ende der 1990er-Jahre gelang den Machern hinter Blair Witch Project ein grandioser Coup. Angeblich wurden Filmspulen von drei Studenten gefunden, die 1994 im Wald der sagenumwobenen Hexe von Blair auf der Spur gewesen sein sollen und bei den Dreharbeiten verstarben. Das Ergebnis? Der scheinbar echte Film The Blair Witch Project, der das sogenannte Found Footage Genre zwar nicht begründete, aber maßgeblich seitdem prägte, auch weil eine umfangreiche Medienkampagne um den Film herum den Gesamteindruck verstärkte. The Medium steht ganz im Zeichen dieses Genres und das im positiven wie negativen Sinne.

    Found Footage Filme – kennst du einen, kennst du alle?

    Über die stolze Laufzeit von 130 Minuten führen Banjong Pisanthanakun und Na Hong-jin die Zuschauer:innen sehr behutsam und ausführlich in die Region, den Aberglauben und die betroffene Familie ein. Wir sehen, wie Menschen zur Heiligenstätte von Bayan im Wald pilgern, lauschen zahlreichen Interviews mit Nim über die Aufgaben und Fähigkeiten einer Schamanin und tauchen in den Alltag der Familie, speziell von Mutter Noi und Tochter Mink ein, als sie Anzeichen von Besessenheit zeigt. Es entsteht der typische Nervenkitzel durch das Gefühl der Echtheit und des Mittendrinseins, weil die Kameraleute mit schwankender Handkamera im Geschehen stehen.

    Mink steht zwischen Bäumen und Büschen und schaut in Richtung Kamera, die sie anleuchtet
    Minks Verhalten wird zunehmend rätselhafter © Koch Films

    Gleichzeitig löst auch The Medium das größte Problem des Genres nicht, sondern schlägt auch noch voll in diese Kerbe: Warum sollten Kameraleute im Augenblick größter Gefahr für sich selbst noch filmen? Zusätzlich befeuert wird diese haarsträubende Unglaubwürdigkeit dadurch, dass die Filmcrew selbst bei offensichtlichem Leid und Schmerzen nicht helfend einschreitet, sondern voyeuristisch draufhält. Das Ethos einer Dokumentation mag es zwar verbieten, aber je mehr Mink die Kontrolle über sich und ihren Körpern verliert und sich alle ernsthaft die Frage stellen (sollten), von was sie da eigentlich beseelt ist, desto unverständlicher wird das Handeln der Filmcrew.

    Ab dann, das heißt in der zweiten Stunde des Films, verlässt The Medium den Pfad einer glaubhaften Mockumentary, stellt die Weichen klar auf Horrorfilm und heizt dem Horrorfan ungewohnt spät aber noch rechtzeitig mit allen Mitteln des Exorzismus-, Geister- und Found Footage-Genres gehörig ein. Das Finale ist, abgesehen von der Grundproblematik des Genres, über jeden Zweifel erhaben und entfesselt einen schonungslosen Gewaltreigen, der je nach Geschmack der Zuschauerschaft entweder den perfekten Höhepunkt darstellt oder zumindest gut für die bis dato aufgebrachte Geduld entschädigt.

    Unser Fazit zu The Medium

    The Medium startet als realistisch inszenierte Dokumentation über den Schamanismus in der Isan-Region, um immer tiefer in ein Familiendrama einzutauchen. Die scheinbar echte Berichterstattung über Besessenheit, gute oder böse Götter und die Bürde als Schamanin lässt die Zuschauer:innen lange im Unklaren, welche Richtung der Film genau einschlagen möchte. Bekannte Versatzstücke aus Exorzismus-, Found-Footage- und Geisterfilmen werden dabei munter zusammengeworfen, ehe das Geschehen sich in der letzten halben Stunde endgültig voll und ganz in einen wunderbar schaurig inszenierten Alptraum verwandelt.

    Durch seine üppige Laufzeit von 130 Minuten ist Pisanthanakuns neuer Film alles andere als ein unkomplizierter Horrorsnack, zumal er viele bekannte Motive aus westlichen Horrorfilmen zitiert. Wer aber bereits mit The Wailing von Na Hong-jin bestens unterhalten wurde, kann hier bedenkenlos reinschauen.

    The Medium erscheint am 28. Juli digital sowie physisch als Mediabook und Standard-Edition.


    © Koch Films

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