Um Gal Gadot war es in den vergangenen Jahren etwas still geworden. Nun meldet sich die Ex-Wonder Woman mit The Runner bei Prime Video zurück. Gelingt das Comeback?

Darum geht’s in The Runner

Key-Art © Amazon MGM Studios

Speed – again.

Die Prämisse ist eine Variation der Speed-Formel, erinnert natürlich auch dann Crank oder Steig.Nicht.Aus. Daraus macht The Runner auch gar keinen Hehl, geht direkt in medias res und hält sich überhaupt nicht mit irgendwelchen Charaktereinführungen auf. Bereits nach etwa fünf Minuten erfährt die Gal Gadot-Figur von der Entführung ihres Sohnes und danach gibt es – im wahrsten Wortsinne – kein Halten mehr. Solche Echtzeit-Highspeed-Thriller haben trotz der denkbar simplen Struktur immer noch nichts von ihrem Reiz verloren. Das hat auch in Premium Rush zu Rad gut funktioniert und die Erpressung durch einen Fremden mittels Knopf im Ohr ist ebenfalls ein Klassiker in diesem Actionthriller-Bereich, wie unlängst Carry-On bei Netflix mal wieder mit Bravour unter Beweis stellte.

Gerne werden dann die schon nicht allzu einfachen „Spielregeln“ hierbei noch verkompliziert beziehungsweise die Hürden erhöht, wie nun in diesem Fall dadurch, dass der Sohn der Erpressten eine Krankheit hat, die zusätzlich wie eine weitere Zeitbombe wirkt.

Simple Formel, kompakt und knackig erzählt

Was also macht die spezielle Würze in diesem Fall aus – sollte ein solcher „USP“ überhaupt in The Runner vorhanden sein? Nun, neben der erwähnten Diabetes-Erkrankung des Kindes ist es vor allem die ziemlich rudimentär wirkende Optik, die dem Ganzen aber eine erstaunliche Nahbarkeit einhaucht. Außerdem hat es schon eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet jetzt, wo das Ultralaufen im breiten Mainstream fast schon inflationär zum Trend auserkoren wurde, die Speed-Formel auf die naheliegende Variante des pausenlosen Rennens übertragen wird. Und Lola rennt lässt da natürlich das ein oder andere Mal grüßen.

Abgesehen davon spielt auch dieser Erpressungsthriller gekonnt damit, dass man nicht nur mit der Protagonistin mitfiebert und quasi in Echtzeit gegen die Uhr mitrennt, sondern auch mit der Frage, wer der mysteriöse Mann am anderen Ende der Leitung ist – und warum er die vermeintlich so unschuldig wirkende Anwältin zum „Opfer“ auserwählt hat.

Rory Wilmot als Noah Marten und Gal Gadot als dessen Mutter Maia © Amazon MGM Studios

Gal Gadot ist dabei durch ihre überzeugende Athletik eine sehr gute Wahl, weil man ihr tatsächlich mühelos abkauft, tatsächlich hier die ganze Zeit durchzulaufen. Darstellerisch gibt es ansonsten an die Rolle quasi keine Ansprüche. Und ohne zu viel zu verraten, kann man auch den Gegenspieler loben, der analog zu Jason Bateman in Carry-On als Psychopath vollends aufgeht. Ja, der ein oder andere zu zufällige Moment und der ein Stock zu viel, der der Läuferin noch zwischen die Beine geworfen wird, untergräbt vielleicht ein bisschen die Glaubwürdigkeit des Szenarios, aber im Großen und Ganzen ist der Film mit seinen nur 80 Minuten so rasant, kurzweilig und eindrücklich gemacht, dass man gar keine Zeit hat, die Logik groß zu hinterfragen.

© Amazon MGM Studios

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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