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    There Is No Evil

    Jan Wernervon Jan Werner1. März 2020Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Der letzte Wettbewerbsfilm der Berlinale 2020 hat nochmal untermauert, dass man es in diesem Jahr mit einem außergewöhnlich starken Jahrgang zu tun hat. There Is No Evil ist ein außergewöhnlicher Episodenfilm, der vier Geschichten erzählt, die von Personen handeln, die direkt oder indirekt mit der Vollstreckung der Todesstrafe im Iran zu tun haben. Der Film wurde mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet. Ob dies auch mit unserer Einschätzung im Einklang steht, lest ihr im Folgenden.

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=HgyisKVoFzY“]

    There Is No Evil
    Das Titelplakat des Film © Cosmopol Film

    Wovon handelt There Is No Evil?

    Das Projekt von Mohammad Rasoulof ist mit konventionellen Kriterien kaum zu bewerten. Wenn man versuchen müsste, kurz und knapp die Prämisse, die die vier Einzelepisoden verbindet, zu umreißen, könnte man dies wie folgt tun:

    There Is No Evil erzählt von den Auswirkungen auf das Leben von Menschen im Iran, die unmittelbar mit dem Vollzug der Todesstrafe in Berührung kommen. Dabei werden die tiefen Risse herausgearbeitet, die in der Psyche von Personen entstehen, die gezwungen werden, blind dem Tötungsbefehl Folge zu leisten.

    Um der Unabhängigkeit der vier Kapitel, die jeweils anhand von Einzelschicksalen sinnbildlich für so viele reale Menschen stehen, gerecht zu werden, haben wir uns entschieden in diesem Fall kurz die Episodeninhalte zu skizzieren:

    1. There Is No Evil

    Der Familienvater aus der ersten Episode in There Is No Evil
    Familienvater Heshmat © Cosmopol Film

    Der vierzigjährige Familienvater Heshmat ist eigentlich vom Glück gesegnet. Zusammen mit Frau und Tochter lebt er ein beschauliches, friedliches Leben in Teheran. Er ist ein Mensch, der froh ist, einen strukturierten Alltag zu haben. Und auch wenn das Geld, das er verdient, reicht um gut über die Runden zu kommen, sieht man in seinem Blick, dass er wohl mit einem Geheimnis lebt, das ihn niemals loslassen wird.

    2. She said: „You can do it“

    Ein Gruppe Soldaten in There Is No Evil
    Die Wehrdienstleistenden diskutieren © Cosmopol Film

    Pouya steht noch ganz am Anfang der 24 Monate seines Wehrdienstes. Um sich ein freies Leben mit seiner Freundin im Ausland ermöglichen zu können, muss er diese Zeit durchstehen. Doch nicht mal zwei Wochen nach der Grundausbildung wird der junge Soldat vor ein gewaltiges moralisches Dilemma gestellt. Nun muss er entscheiden, wie weit er seine Werte aufzugeben bereit ist, um seine Träume nicht zu gefährden.

    3. Birthday

    Ein Soldat aus einer der Episoden in There Is No Evil
    Javad ist auf dem Weg zu seiner Geliebten © Cosmopol Film

    Javad hat für drei Tage Urlaub von seinem Militärdienst erhalten, um mit seiner Liebsten ihren Geburtstag feiern zu können. Als er bei ihrer Familie ankommt, muss er jedoch feststellen, dass die Feierlichkeiten ausfallen müssen, da ein enger Freund der Familie unerwartet verstorben ist. Als sich offenbart, wer der für ihn fremde Tote war, wird die Beziehung Javads zu Nana hart auf die Probe gestellt.

    4. Kiss Me

    Darya ist zum ersten Mal im Iran in There Is No Evil
    Darya reist aus Deutschland in den Iran © Cosmopol Film

    Ein mittelaltes Paar, das sich mit seinem ländlichen Leben im Iran arrangiert hat, bekommt eines Tages Besuch aus Deutschland. Darya wird von ihrem Vater in dessen Heimatland zu einem alten Freund geschickt ohne den genauen Grund dafür zu wissen. Während sich das junge Mädchen mit dem liebevollen Bahram und dessen Frau Zaman ganz gut versteht und sich über die idyllische Lebensart auf der kleinen Farm freut, scheint doch ein größeres Geheimnis hinter ihrem Besuch zu lauern. Die Offenbarung wird das Leben aller Beteiligten vollkommen neu ausrichten.

    Unsere Kritik zu There Is No Evil

    Das Episodendrama entfaltet seine volle Wirkung dadurch, dass man es ohne große Erwartungen auf sich einprasseln lässt. Daher soll auf inhaltliche Details hier nicht näher eingegangen werden.

    Beurteilt sollen an dieser Stelle jedoch trotzdem einige Merkmale werden. There Is No Evil ist, wie bereits erwähnt in vier unterschiedliche Kapitel, die lediglich durch einen thematischen Überbau verknüpft sind, geteilt. Jede Episode könnte für sich allein stehen, die Reihenfolge ist nahezu beliebig und keine Figur taucht in mehr als einem Part auf. Trotzdem hat Mohammad Rasoulof mit genau dieser Aneinanderreihung ein Gesamtbild erzeugt, das erst nach dem Ende des letzten Teils seine volle Intensität freisetzt.

    Der Paukenschlag nach gut 40 Minuten

    Wenn man keinerlei Vorwissen mitbringt, so fragt man sich während der sehr, sehr langatmigen Exposition spätestens nach 20 Minuten schon mal, wohin diese Reise denn eigentlich gehen soll. Bis auf minimalste Hinweise, die den Familienvater etwas traurig und nachdenklich aussehen lassen, gibt es kaum Indizien dafür, was There Is No Evil eigentlich erzählen soll. Es wirkt fast wie eine Doku-Soap über eine iranische Bilderbuchfamilie, die einen Tag lang im Leben begleitet wird.

    Es dauert deutlich mehr als eine halbe Stunde, bis völlig aus dem Nichts klar wird, weshalb Heshmat einen so apathischen und melancholischen Eindruck erweckt hat. Dieser Paukenschlag ist für mich eine der ergreifendsten Szenen, die man wohl jemals in einem Spielfilm gezeigt hat.

    Zwei Episoden über Soldatenschicksale

    Die Mittelteile sind dann tonal von Beginn an klarer, da man mit Teil eins die Stimmung dafür schon bereitet hat. Und auch diese beiden Episoden haben jeweils eine markerschütternde Pointe, die lange nachhallen wird. Ein kleinwenig fällt das Niveau jedoch leider ab, da die Kapitel wesentlich erwartbarer und konventioneller verlaufen. Außerdem kann eine Überraschung, wie die erste Aufklärung nicht mehr erreicht werden. Trotzdem gehen auch diese Schicksale dem Zuschauer extrem nahe und lassen durch die hervorragenden darstellerischen Leistungen die Situationen hautnah mitfühlen.

    Teil 4 ist noch persönlicher

    Die finale Episode scheint dann im ersten Moment aus der Reihe zu tanzen. Doch diese Geschichte ist der wohl persönlichste Teil im Gesamtkonzept und hat daher für den Regisseur nochmals mehr Bedeutung. Die Entscheidung mit dieser autobiografisch angehauchten Erzählung die Klammer zu schließen ist ein klares Statement dafür, dass dem Regisseur sehr viel daran gelegen ist, die Welt über die menschlichen Schicksale in seiner Heimat aufzuklären. Allein dafür braucht es keine weiteren Worte, um die Inszenierung zu rechtfertigen.

    Ein scheinbar glückliches Paar
    Javad und Nana © Cosmopol Film

    Das Menschsein verbindet

    There Is No Evil ist in erster Linie ein filmischer Fingerzeig gen Westen! Denn die moralischen Konflikte, die die Menschen hier jeweils durchleben müssen, sind größtenteils nur dadurch bedingt, dass die Leute dort nicht das Glück hatten, woanders geboren zu sein. Wenn man in einem derart dysfunktionalen System lebt, ergeben sich Konsequenzen für alle Bürger, denen man nicht entrinnen kann. Auf diese politische Botschaft oder vielmehr diesen humanistischen Appell ist der Regisseur aus. Das mag belehrend wirken, ist aber wohl die wichtigste Message, die man gerade in einem Publikumsfestival herausschreien kann:

    Denkt immer dran, dass die Menschen dort so handeln, weil sie nicht die Wahl haben, die in unserer westlichen Welt als normal gilt! Verurteilt niemanden für etwas ohne dessen individuelle Geschichte zu kennen!

    Unser Fazit zu There Is No Evil

    Der Goldene Bär 2020 geht aus durchaus triftigen Gründen an den iranischen Beitrag There Is No Evil von Mohammad Rasoulof. Die Berlinale ist ein politisches Filmfest und die Bühne, die man hier bekommt, kann und sollte man genau so nutzen, wenn man die einmalige Gelegenheit hat, ein derartiges Statement in die Welt zu senden.

    Filmisch mag man sicherlich die ein oder andere Schwachstelle ausmachen, aber die Intensität, die von diesem Werk ausgeht ist herausragend. Mit mehreren exzellent pointierten Schlägen in die Magengrube lässt dieser Film keinen Zuschauer unberührt. Eine spezielle Szene geht sogar derart ins Mark, dass man einige Zeit braucht, um wieder Luft zu bekommen. Die Schauspieler sind für uns völlig unbekannte Gesichter und damit noch besser geeignet, um dem internationalen Publikum reale Schicksale vor Augen zu führen. Ein wichtiger Film zur richtigen Zeit.

    There Is No Evil lief im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2020 und hat den Goldenen Bären 2020 gewinnen können. Ein Kinostart ist noch nicht bekannt.

     

    © Cosmopol Film

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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