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Nymphomaniac

Der Film beginnt mit nem Minuten langen schwarzen Bildschirm, ich dachte echt erst mein Player spinnt, bis ich Geräusche wahrnehmen konnte und dann spielt Rammstein plötzlich los, das hat mir schon extrem gut gefallen und gab den ersten Pluspunkt.

Titel Nymphomaniac
Jahr 2013
ProduktionslandDänemark, Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien
Regie Lars von Trier
Drehbuch Lars von Trier
Genre Drama
DarstellerCharlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin, Shia LaBeouf
Länge I: 117 Minuten
II: 124 Minuten
FSK Ab 16 Jahren freigegeben
Verleih Concorde Filmverleih

Bluray-Cover von Nymphomaniac
Bluray-Cover von Nymphomaniac Vol. 1 & 2 von ©Concorde Filmverleih Home Entertainment
Charlotte Gainsbourgh, verlassen und einsam auf der Straße, in Nymphomaniac
Charlotte Gainsbourgh, verlassen und einsam auf der Straße, in Nymphomaniac Vol. 1 & 2 von ©Concorde Filmverleih Home Entertainment

Der Film beginnt nur langsam mit einer eher “seichten” Erzählweise, aber genau das hat mir im Laufe der Geschichte gut gefallen. Ein absoluter Gegensatz zu den teilweise echt harten Bildern die man zu sehen bekommt. Die Hauptdarstellerin Joe (Charlotte Gainsbourg) wird zusammengeschlagen in einer Gosse von Seligman (Stellan Skarsgard) aufgefunden, der sie mit zu sich nach Hause nimmt. Dort offenbart sie ihm ihre komplette Leidensgeschichte. Es werden viele Metaphern zur Thematik der Sexualität aufgezeigt, zum Teil nicht nur anhand von Erzählungen sondern auch von eingespielten Bildern. Das hat mir extrem gut gefallen.
Die gezeigten Sexszenen haben genau den richtigen Spagat gefunden um nicht als “billig Porno” rüber zu kommen. Die Story des Ganzen ist vielleicht in der Tat nicht die tiefgründigste, aber durch die Art und Weise der Erzählung, durch die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin und diese mir neue Seite der Sexualität wurde es nicht langweilig.

Charlotte Gainsbourgh und Shia LeBeouf in Nymphomaniac
Charlotte Gainsbourgh und Shia LeBeouf in Nymphomaniac Vol. 1 & 2 von ©Concorde Filmverleih Home Entertainment

Der Film ist in mehrere Kapitel (8 an der Zahl) aufgeteilt von denen jedes einzelne klasse war. 2 davon haben mich allerdings echt gefesselt und schockiert… Das Kapitel in dem man meiner Meinung nach zum ersten Mal sieht und spürt das Joe nicht nur triebgesteuert und ohne jegliche Emotionen und Gefühle durch´s Leben läuft. Nämlich dort wo sie ihrem Vater am Sterbebett versucht beizustehen. Das ging mir teilweise schon ein wenig an die Substanz. Hier finde ich wird auch das erste Mal deutlich das nicht nur Lust und Gier Joe antreibt, sondern wirklich eine pure Sucht. Denn wer um Himmels Willen vögelt in einem Krankenhaus rum, während sein eigener Vater mit dem Tode kämpft?

Charlotte Gainsbourgh in Nymphomaniac
Charlotte Gainsbourgh in Nymphomaniac Vol. 1 & 2 von ©Concorde Filmverleih Home Entertainment

Und die zweite Szenerie war ihre selbst durchgeführten Abtreibung…Mir hat es stellenweise den Atem genommen und ich konnte kaum hinsehen (was aber auch sicherlich ein wenig meiner momentanen “Situation” zu schulden ist. Ich sage nur die „Nussknacker Methode“, mich schüttelt es immer noch Während der Erzählungen wird eine parallele zur Musik gezogen, ein Akt der nicht nur aus einer Komponente besteht sondern aus mehreren, in diesem Falle aus 3 en. Dieser Vergleich passt wie die Faust auf´s Auge wie ich finde. Genau dann als Joe denkt ihre perfekte „Komposition“ gefunden zu haben, bricht ihr Gerüst zusammen. Und dort endet das erste Kapitel…Man merkt relativ schnell das im ersten Teil das Hauptaugenmerk auf ihre unbändige Lust gelegt wurde und zu zeigen wie es zu ihrer Sexsucht kam. Im zweiten Teil sieht man schon eher die pure Verzweiflung Joe´s auf der ewigen suche nach Befriedigung.

Das ganze Refugium von Nymphomaniac
Das ganze Refugium von Nymphomaniac von ©Concorde Filmverleih Home Entertainment

Bewundernswert ist es zu sehen wie Seligman bei jedem Kapitel versucht dennoch das Gute in Joe zu sehen und sie weiter und weiter versucht ihm zu verdeutlichen das sie genau das Gegenteil ist. Auch wird ihr allmählicher Zerfall durch den Missbrauch ihrer selbst deutlich gemacht. Sowohl ihre extreme Persönliche Veränderung, als auch die gesundheitlichen Aspekte werden gezeigt. Es gibt einen Moment in dem sie versucht sich einer Therapie zu unterziehen um diese Sucht loszuwerden, das scheitert aber kläglich. Es wird eine Szene gezeigt in der sie all das aus ihrem Alltag verbannen soll, was sie an Sex erinnert. Meine Fresse, die hat ihre komplette Wohnung auseinander genommen und versucht zu „entsexen“…Wasserhähne, Waschbeckenränder, Türklinken und und und…Traurig zu sehen wie sehr diese Sucht einen durch die alltäglichsten Dinge quälen kann. Das Ende hat mich nochmal mit offenem Mund zurückgelassen…
Alles in allem hat mir der Film echt erstaunlich gut gefallen

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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© Concorde Filmverleih

Nadine Warnecke

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