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Ringu 2

Hideo Nakata spinnt in Ringu 2 die Handlung um das verfluchte Videoband weiter. Kann er an den erfolgreichen Erstling anknüpfen oder wartet hier nur ein lauer Aufguss?

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TitelRingu 2
Jahr1999
LandJapan
RegieHideo Nakata
Drehbuch Hiroshi Takahashi, Kôji Suzuki
GenreHorror
DarstellerMiki Nakatani, Hitomi Satô, Kyôko Fukada, Fumiyo Kohinata, Yûrei Yanagi, Kenjirô Ishimaru, Rikiya Ôtaka
Länge95 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihPLAION Pictures

Die Handlung von Ringu 2

Die im Vorgänger geborgene Leiche Sadakos gibt der Polizei Rätsel auf: seit 30 Jahren in ihrem nass-kalten Gefängnis eingesperrt, ergibt die Obduktion dass sie erst vor ein bis zwei Jahren verstorben sein muss. Gleichzeitig versucht Mai Takano (Miki Nakatani) die mysteriösen Todesumstände ihres Freundes Ryûji (Hiroyuki Sanada) zu entschlüsseln. Dabei gerät sie auf die Fährte der spurlos verschwundenen Reiko (Nanako Matsushima) und ihres Sohnes Yôichi…

Nahtlose Fortsetzung…

Hideo Nakata führt die Handlung seines Überraschungserfolgs Ring nahtlos fort, was dem Publikum ein Wiedersehen mit zahlreichen bekannten Gesichtern beschert. Zum Zentrum der Handlung wird Mai, die Assistentin und Freundin des im Vorgänger verstorbenen Ryûjis, aufgebaut.

Im Vergleich zur doch sehr übersichtlichen Personenzahl in Ring – Das Original, wähnt man sich bei Ringu 2 fast schon in einem Familiendrama. Polizeichef, Wissenschaftler, Familie und Freunde vorheriger Opfer – eine schier endlose Zahl an Leuten ist mit dem Mythos und der Auflösung des Videofluches vertraut. Es hat sich ein regelrechter Markt entwickelt, auf dem Kopien des Films verkauft werden und ganz generell scheint der Fluch zum Alltag zu gehören.

Inszenatorisch bleibt sich Regisseur Nakata indes aber völlig treu. Anstelle mit lautem Getöse und Effekthascherei für Schreckmomente zu sorgen, verläuft auch Ringu 2 eher ruhig. Erneut sind es das bedrohliche Sounddesign, stimmungsvolle Bilder und bodenständig, aber gleichzeitig unerklärliche Geschehnisse, die für Unbehagen sorgen. Als Gruselhighlights sind ganz klar die aus dem Video bekannte Spiegelszene und das Finale zu benennen. Erstere darf nun in der realen Welt erlebt werden und bei letzterem kommt dann sogar überraschend viel Dynamik in den Ablauf.

Der große Schock, die spektakuläre Offenbarung, wenn Sadako im Erstling plötzlich aus dem Fernseher krabbelt und sich in der realen Welt manifestiert, auf den Ring abzielt, bleibt im Nachfolger jedoch aus.

…mit anderem Fokus

Da die grundlegenden Fragen um die todbringende Kassette im Vorgänger bereits geklärt wurden, verlagert sich der Fokus weg vom Video hin zu den Figuren. Das Tape ist zwar noch immer Katalysator diverser Handlungen, verliert im Verlauf des Films aber an Bedeutung. Regisseur Nakata und sein Drehbuchautor Hiroshi Takahashi sind sich der Stärken des Vorgängers zwar bewusst, beschreiten bei der Fortführung ihrer ursprünglichen Idee aber andere Pfade. Wie bereits angeführt, sorgt auch Ringu 2 für wohligen Schauer und weist in Summe sogar mehr Gruselszenen auf.

Elementarer werden aber die einzelnen Personen und deren Fähigkeiten. Das mag vom persönlichen Geschmack abhängig sein, doch die Andeutungen parapsychologischer Begabungen zählten bereits in Ring nicht zwingend zu den starken Momenten. In der Fortsetzung stehen diese Fertigkeiten fast schon unangenehm im Mittelpunkt, da hier jede Figur mit etwas ausführlicherer Screentime befähigt ist, Dinge zu erahnen oder sehen zu können.

Ebenso fraglich: Es wird versucht, das Mysterium rund um den Fluch wissenschaftlich zu ergründen und die Befähigungen der Charaktere esoterisch zu begründen. Einmal so deutlich offengelegt, verliert Sadakos unheimliche Macht merklich von ihrem Schrecken. Interessanter fallen da schon die Szenen mit Okazaki und der Schülerin aus, die eine Weiterentwicklung des Fluches andeuten.

Unser Fazit zu Ringu 2

Ringu 2 kann sich als gelungene Fortsetzung bezeichnen: Die Stärken des Vorgängers, nämlich das grandiose Sounddesign und der subtile Horror, werden beibehalten und der Kosmos rund um den Videofluch wird ausgebaut. Ob die inhaltlichen Ergänzungen aber zwingend notwendig sind, kann diskutiert werden, schließlich wird so der Mythos auch ein Stück weit entmystifiziert. Ob der angehobene wissenschaftlich-esoterische Background funktioniert, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Wer auf Gruselkino mit gemächlichem Tempo aber unergründlichem Horror steht, wird auch heute noch seinen Spaß damit haben.

Ringu 2 ist seit dem 21.7.2023 als Nummer 3 der J-Horror-Reihe exklusiv im Plaion Picturess Shop erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© PLAION Pictures

Tobias Theiß

Name: Tobi | Alter: 31 | Bei Filmtoast seit: Januar 2018 | Aufgabengebiete: Reviews verfassen | Am aktuellen Mainstream völlig desinteressiert, suche ich mein Glück zum großen Teil in den Nischen des vielfältigen Horrorgenres, gerne abgründig und gewalttätig. Allerdings bin ich kein tumber Schlächter, sondern lasse mich ebenso von aufwühlenden Dramen mitreißen oder werde bei dänischem Humor schwach.

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