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Slasher: The Executioner Screen 01

Slasher – Season 1

Mordende Irre mit scharfen Waffen haben in der Horrorwelt heranwachsender Teenager immer Hochkonjunktur. Und da die Kinoleinwand schon lange nicht mehr der einzige Ort ist, wo man sündige Menschen der Reihe nach schlachten kann, geht der Slasher in Serie…

TitelSlasher
Jahr2016
ProduktionslandKanada, USA, Großbritannien
RegieCraig David Wallace
DrehbuchAaron Martin
GenreHorror, Thriller, Serie
DarstellerKatie McGrath, Brandon Jay McLaren, Patrick Garrow, Dean McDermitt, Steve Byers
Länge378 Minuten
FSKfreigegeben ab 18 Jahren
Verleihjustbridge Entertainment
Slasher Steelbook Cover
Slasher Season 1+2 Steel Edition © justbridge Entertainment

Slasher – Dunkle Schatten der Vergangenheit

28 Jahre nachdem ihre Eltern an Halloween 1988 ermordet wurden, kehrt Sarah Bennett nach Waterbury zurück. Sie bezieht mit ihrem Mann Dylan das Haus, in dem diese dem wahnsinnigen Tom Winston zum Opfer gefallen waren. Und schon in der folgenden Nacht wird ihre Nachbarin, die Sarahs Mutter als Hure beschimpft hatte, grausam ermordet. Anschließend besucht Sarah Tom Winston, von den Medien damals Executioner genannt, im Gefängnis, um dem Monster ins Gesicht zu sehen. Dabei erzählt dieser ihr, dass es unter den Leuten in Waterbury, wie auch in der Vergangenheit ihrer Eltern, viele dunkle Geheimnisse gebe. Dementsprechend findet die junge Frau im Keller des Elternhauses ein Video, dass ihre Mutter beim Sex mit Tom Winston zeigt. Aus diesem Grund entschließt sie sich, den Mörder weitergehend zu befragen.

Während dieser nun mit jedem Besuch weitere Andeutungen gibt, denen Sarah nachgeht, geht das Morden in Waterbury munter weiter. Dylan sieht seine Chance, sich hier und jetzt als Journalist zu beweisen. Dagegen scheint die Polizei unter der Leitung von Chief Vaughn lange im Dunkeln zu tappen. Fest steht nur, dass jemand sich in der Maskierung des Executioners es zur Aufgabe gemacht haben scheint, dessen Werk zu wiederholen. Denn es sind die sieben Todsünden, die durch ihn symbolisch gesühnt werden sollen. Dessen ungeachtet spülen Sarahs eigene Ermittlungen einige unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht, die sie nicht nur auf die Spur des neuen Mörders bringen. Alldieweil nimmt der ganze Fall Fahrt auf, als es Dylans Chefin Alison gelingt, den Executioner in einem Interview persönlich zur Rede zu stellen…

Slasher: The Executioner Screen 01
Ohne Killer kein Slasher © justbridge Entertainment

Malen nach Zahlen

Wie der Name schon sagt, bedient diese Horror-Serie das Sub-Genre des Stalk’n’Slash, kurz Slasher genannt. Dabei steht immer eine Mord-Serie im Mittelpunkt, der meist moralisch verkommene Personen, vorzugsweise Teenager, zum Opfer fallen. Anders ausgedrückt sind es hier die Sünder, die drastisch büßen müssen, indem ihnen das Leben auf möglichst spektakuläre, brutale Weise genommen wird. Darum sind die zumeist sehr grafischen Darstellungen dieser Morde eine für das Genre signifikantes Element. Dem Einfallsreichtum, wie das gewaltsame Ableben in Szene gesetzt wird, sind gemeinhin keine Grenzen gesetzt.

Ein essentielles Element jedes Slasher-Films ist das sogenannte Final Girl. Normalerweise ist dieses Mädchen moralisch integer, sie beteiligt sich an keinen Intrigen und Diffamierungen, nimmt keine Drogen und ist idealerweise noch Jungfrau. Des Weiteren steht sie dazu noch in irgendeiner Beziehung zum Killer selbst, sei es durch ihre Familie oder Geschehnissen in ihrer Vergangenheit. Nachdem ihre Freunde oder Wegbegleiter umständehalber den eigenen Verfehlungen zum Opfer gefallen sind, ist sie es, die dem Killer am Ende konfrontiert und zur Strecke bringt.

Die Geschichte von Slasher beinhaltet hierbei pflichtschuldigst fast alle Trademarks des Genres. Jedoch spart er sich die x-te Neuauflage mit einigen unbeholfenen bis durchtriebenen Heranwachsenden aus und überträgt es auf die Generation der Mittzwanziger. Die Krux an der Sache ist, dass er dies vollzieht, ohne es in irgendeiner Weise zu reflektieren. Zeitweise kommt es einem so vor, als ob einfach nur eine zugrunde liegende Liste von Handlungselementen und typischen Wendungen nacheinander abgehakt wird. Die durchaus doppelbödige Auflösung verpufft dabei wie ein laues Lüftchen.

Slasher: The Executioner Screen 02
Sarah & Dylan werden nicht nett begrüßt in Slasher © justbridge Entertainment

Slasher – Alt, aber nicht gut

Sarah, die Heldin von Slasher und unser Final Girl, ist demnach mitnichten eine Jungfrau und hat in ihrem Leben gewiss schon einige Fehler begangen. Unbeschadet dessen hat sie sich im Kontext der Vergeltung durch den Killer zumindest nichts zu Schulden kommen lassen. Ihre Verbindung zu den Ereignissen liegt in den Sünden der Generation vor ihr begründet, ihre Ankunft fungierte dazu nur als Trigger. Leider ist es schwer, mit ihr warm zu werden. Erstens bleibt ihr Charakter ziemlich blass, weil wir nicht sehr viel über ihr Leben in den vorangegangenen 28 Jahren erfahren. Zweitens agiert sie meist schwer nachvollziehbar, zum Beispiel, wenn sie sehr schnell die Nähe zu Tom Winston, immerhin Mörder ihrer Eltern, sucht. Und das nur, weil sie ein Video gefunden hat, auf dem Tom es mit ihrer Mutter treibt. Die Defizite der Figur liegen nicht in ihrem Alter, sondern der fehlenden Unterfütterung begründet.

Genauso ist es an sich kein Problem, dass der Killer mal wieder die sieben Todsünden als Vorlage für seine damit exemplarischen Morde bemüht. Doch es wird derart oberflächlich behandelt, dass es schlicht beliebig wirkt. Die Verfehlungen der Opfer werden nicht effektiv ans Licht gezerrt und an den Pranger gestellt. Vielmehr wird dies zumeist sehr beiläufig abgehandelt und ist dem Script nicht mehr als ein paar Zeilen wert. Dagegen öffnen sich immer mal wieder Nebenschauplätze, die vielleicht irritieren sollen, aber schnell als falsche Fährten zu erkennen sind. Im besten Fall bringen sie etwas frischen Wind in die streckenweise ermüdende Plotte. Immerhin kann Slasher mit einigen garstigen Morden punkten, die die FSK dazu veranlasste, einigen Folgen die Jugendfreigabe zu verweigern.

Slasher: The Executioner Screen 03
Chief Vaughn wirkt reichlich ratlos in Slasher © justbridge Entertainment

Blutiger Mord von der Stange

Slasher ist das geistige Kind seines Schöpfers Aaron Martin. Gleichzeitig war die erste Staffel der kanadischen Produktion das einzige Original des US-Horror-Senders Chiller, der inzwischen seinen Betrieb eingestellt hat. Wenngleich der Serie als Produkt für den Markt des Kabelfernsehens gewalttechnisch Grenzen gesetzt waren, lotet man diese teils konsequent aus. Martin schrieb auch alle Drehbücher für die erste Staffel alleine, was eine klare Handschrift und einen ungebrochenen Flow garantiert. Im Gegensatz dazu fehlte es ihm deutlich am Input durch weitere Beteiligte, zündende Ideen, um das ganze Mystery aufzufrischen. Deswegen wirkt Slasher mit fortlaufender Spieldauer auch etwas fade, denn die Wendungen wirken bemüht, viele Motive althergebracht.

Im Grunde genommen war Slasher als Best-of des Genres gedacht, für eine Klientel, die mit solchen Filmen in den 90ern aufgewachsen ist. Demzufolge sind die Protagonisten keine Teenager, sondern Twentysomethings, die mit ihren verpfuschten Leben und einer gemütlichen Doppelmoral in den Fokus des Killers geraten. Obgleich Aaron Martin eigentlich alles aufbietet, was das Genre ausmacht, hat er es versäumt, dem etwas Neues hinzuzufügen oder wenigstens neue Facetten abzuringen. Vielmehr ergeht er sich größtenteils in Wiederholung statt Aufarbeitung und füllt die Story mit belanglosen Nebensträngen auf. Anstelle eines aufregenden, appetitlichen Menüs haben wir es hier eher mit Fast Food zu tun.

Slasher: The Executioner Screen 04
Der Killer steht Rede & Antwort in Slasher © justbridge Entertainment

Goldene Zeiten für Horror-Fans

Die TV-Sender und Streamingdienste haben unlängst die Horror-Fans, ob nun Teenager oder Erwachsene, als potente Klientel ausgemacht. Infolgedessen ist es eine gute Zeit für Freunde von “Thrills, Chills and Bloodshed”. Das heißt aber auch, dass sich Slasher mannigfaltiger und zum Teil hochkarätiger Konkurrenz gegenüber sieht. Unter dem Strich kann sich die Serie dabei leider nicht in der Spitzengruppe platzieren. Beispielsweise bot das betagte TV-Event Harper’s Island besseres Whodunnit, und die beliebte American Horror Story weit heftigere Gore-Eskapaden und anspruchsvollere Storylines. Zudem buhlte 2016 noch mit MTVs Scream ein zugkräftiger Name um die Gunst speziell der Stalk’n’Slash Fans, ist aber inzwischen wieder abgesetzt worden. Somit landet Slasher nur im Mittelfeld der TV-Genre-Produktionen.

Inzwischen ist die eigentliche Heimat der Serie, eben der Sender Chiller inzwischen von der Bildfläche verschwunden. Doch es erbarmte sich wieder einmal der Streaming-Gigant Netflix und nahm sie in ihr Portfolio auf, ließ 2017 auch eine zweite Staffel, die eine eigenständige, neue Geschichte erzählt, produzieren. Die Erstauswertung von Staffel 1 für das Heimkino stand schon letztes Jahr, passenderweise zu Halloween, an. Am 12. Oktober 2018 folgte dann die Veröffentlichung der zweiten Staffel Slasher: Guilty Party auf physischen Datenträgern. Für Sammler brachte justbridge Entertainment auch eine Komplettset mit beiden Staffeln von Slasher auf 4 Discs in einem stabilen Steelbook, welches sich mit seinem schlichten, aber passenden, Motiv bestimmt gut in jedem Regal macht.

Unsere Wertung:

 

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© justbridge Entertainment

Thomas Hortian

Thomas, Jahrgang '76. Ich bin schon von kleinauf Filmfan, klapperte ab frühester Kindheit die drei Programme ab, weil meine Mutter keinen Videorekorder im Haus wollte. Ich war und bin aufgeschlossen für alles, aber mit den Jahren haben sich natürlich Vorlieben herausgebildet. Ich steh auf japanische Regisseure wie Kitano, Sabu, Miike und ganz doll Tsukamoto. Außerdem fahre ich voll auf klassische Horrorfilme der Hammer Films ab und bin Sammler italienischer Exploitation im Bereich des Giallo und Poliziesco.

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