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    Startseite » A Quiet House
    Filme Horror Mystery Thriller

    A Quiet House

    Louis Kiehlvon Louis Kiehl14. Oktober 2026Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    © Plaion Pictures
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    Steven Spielberg entführt uns selbst im hohen Alter noch in vergessen geglaubte Welten voller Kinomagie. Nun steht das Regiedebüt seiner Tochter in den Startlöchern. Sind die Fußspuren zu groß? Wir verraten euch, ob A Quiet House dem Vermächtnis gerecht wird

    Darum gehts im Horrorfilm

    Nachdem ein tödliches Virus den Großteil der erwachsenen Bevölkerung ausgelöscht hat, macht sich eine Gruppe von Jugendlichen auf die Suche nach einem sicheren Ort. In einem abgelegenen Haus treffen sie auf die fürsorgliche Clara, die ihnen Unterschlupf gewährt. Schnell wird jedoch klar, dass Clara ganz und gar nicht so nett ist, wie sie scheint, und nach ganz eigenen Regeln spielt.

    Key-Art © A Quiet House

    Achtung Verwechslungsgefahr

    Eins vorweg: A Quiet House ist kein Spin-off zu A Quiet Place. Und obwohl zunächst alles danach aussieht – Endzeit, der Rückzug in ein abgelegenes Haus mitten im Nirgendwo, der Kampf gegen eine unbekannte Bedrohung und später auch eine Art Familienkonstellation –, ist der Film nicht mit der Reihe verwurzelt. Destry Allyn Spielberg setzt in ihrem Debüt vielmehr auf Stille, Ruhe und das Überleben von Kindern in einer Zeit, die von Krisen und Viren gezeichnet ist. Lange Kamerafahrten, eine langsam aufkeimende Atmosphäre und anfänglich solide Einfälle prägen dabei das Geschehen. Eine Melange aus Children of Men und Die Goonies quasi – zumindest auf dem Papier. Doch Destry Allyn Spielberg beweist, dass der Versuch, ausgerechnet diese beiden Meilensteine zu verbinden, nicht aufgeht. Zumindest dann nicht, wenn schlichtweg nichts gezeigt und bewiesen wird.

    TV-Niveau statt Kinoklasse 

    Sie zeigt erstaunlich wenig Interesse daran, ihre Umgebung und die dahinterliegende Welt zu charakterisieren. Irgendwas muss irgendwann passiert sein, weshalb die Kinder verfolgt und eingesperrt werden. Es gibt eine große Grenze, eine Sicherheitszone und dazwischen zahlreiche Flüchtende und Infizierte. Als Zuschauer sind einem buchstäblich die Hände gebunden. Alles muss man sich selbst erschließen, während der Film ab einem gewissen Punkt sogar sich selbst und die eigene Welt gänzlich aufgibt. Dabei fühlt sich das wenig durchdachte und kaum ausformulierte Szenario eher wie die Pilotfolge einer Serie an, die es nie über die erste Staffel hinausgeschafft hat.

    Destry Allyn Spielberg zeichnet mit bemerkenswerter Sorgfalt eine Umgebung, die nie wirklich gezeigt, sondern lediglich behauptet wird. Anhand vereinzelter Rückblenden und Außenaufnahmen muss man sie fragmentarisch erahnen, darf sie aber nie wirklich spüren. Für einen Film wie A Quiet House, der gerade auf diese Nähe und Atmosphäre setzt, ist das ein Armutszeugnis. Ein solches ließe sich vielleicht noch verkraften, gäbe es nach dem ersten Akt nicht noch einen irritierenden Schauplatzwechsel, der das ohnehin überschaubare Endzeitszenario in ein unbedeutendes, leeres Kammerspiel einpfercht und zugleich jeden verbliebenen erzählerischen Spielraum nimmt.

    Von Infiziertenthriller zu Psycho-Horror

    Somit gilt: Die anfänglich spannende Ausgangslage wird zunehmend ad absurdum geführt, je kleiner die Szenarien werden. Denn um diese Welt, die aufgebauschten Inhalte und großen Metaphern wirklich aufzulösen zu wollen, fehlt es A Quiet House schlicht an Fingerspitzengefühl. In Destry Allyn Spielbergs Werk lässt sich durchaus eine Konzentrationslager-Metapher hineinlesen, ebenso wie reichlich Subtext, der zwischen Infiziertenthriller und Psycho-Horror, der zwischenzeitlich auch an Misery erinnern könnte, offensichtlich eingewoben wird. Doch mehr, als bekannte Genremechanismen zu bedienen, fällt ihr kaum ein. Statt eigene Akzente zu setzen, liefert sie vielmehr weitere Gründe dafür, weshalb man diesem Subgenre schon seit Jahren die kalte Schulter zeigt.

    Auch das Drehbuch trägt nichts zur Rettung bei: Die Figuren versuchen sich im Minutentakt mit katastrophalen Entscheidungen gegenseitig zu überbieten, während die plakativen Pro- und Antagonisten wenig Überzeugungsarbeit leisten. Es gibt keine Sympathieträger, keine Partei, mit der man mitfiebert, und keine wirklichen Charaktere. Stattdessen dreht sich die Narration im Kreis, ohne aus der eigenen Komfortzone auszubrechen zu wollen. Alles wirkt wie ein Mittel zum Zweck – und genau darin liegt das Problem.

    A Quiet House © Plaion Pictures

    Ein Laientheater

    Drumherum zeigt sich, dass selbst renommierte Schauspieler wie Michelle Dockery und Giancarlo Esposito in einem solchen Totalausfall nicht retten können. Letzterer hat zwar nur zwei kurze Auftritte und damit kaum mehr als ein etwas ausführlicheres Cameo, doch gerade Dockery scheint mit den Regieanweisungen reichlich wenig anfangen zu können. Ihr überdrehtes Psycho-Schauspiel erstickt in maßlosem Overacting, das bisweilen zum Geschehen passt, häufig aber weit über das Ziel hinausschießt. Ähnliches gilt für die Kinder- und Jugenddarsteller, die zwar solide, mitunter sogar halbwegs glaubwürdig spielen, deren Figuren jedoch durch ihre unerträgliche Art und hanebüchenen Entscheidungen erzählerisch vollends untergehen.

    © Plaion Pictures

    Unser Fazit zu A Quiet House

    1.0 Zum Vergessen

    Als Horrorthriller könnte das Debüt mit entsprechenden Erwartungen durchaus funktionieren. Mit jeder Menge Klischees und keinerlei neuen Einfällen serviert er dem Publikum genau das, was es seit Jahrzehnten kennt. Nur liegt das Problem ganz woanders: A Quiet House ist weniger eine traurige Liebeserklärung als vielmehr pure Zeitverschwendung ohne jeglichen Mehrwert. Destry Allyn Spielberg zeigt keinerlei Interesse daran, ein gutes oder zumindest zufriedenstellendes Erstlingswerk abzuliefern, sondern grast lediglich Altbekanntes auf niedrigstem Niveau ab. Zwar finden sich vereinzelt solide Bilder und Szenen, doch der Spielfilm stellt sich immer wieder selbst ein Bein. Mies gespielt, mit unsympathischen Figuren und einer stümperhaften Geschichte versehen, ist A Quiet House eine vergessenswerte Anfängerblamage, die immer nur Luft nach oben hinterlässt.

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    Louis Kiehl

    Schon seit jungen Jahren filmverrückt: Viel zu früh Genrefilme aller Art konsumiert und mit 14 Jahren begonnen, regelmäßig Kino+ zu schauen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt kaum einen der besprochenen Filme selbst gesehen hatte. Geprägt wurde seine Leidenschaft maßgeblich von seiner Oma bei Star Wars: The Clone Wars und dem Schauen „alter Schinken“ vor der Glotze, seinem Vater und seinem großen Bruder mit dem er alles teilte – außer eine gleiche Meinung. Film-Begeisterung wurde beim Schauen von E.T., Jurassic Park, Zurück in die Zukunft und Indiana Jones und der Tempel des Todes entfacht, die bis heute zu den Lieblingsfilmen gehören – ab diesem Moment war klar: Filme werden ihn ein Leben lang begleiten. Er versucht, wöchentlich ins Kino zu gehen, ist sich dabei aber nie zu schade, auch den trashigsten DTV-Untiefen von Action bis Horror eine Chance zu geben oder auch mal ins indische Kino abzudriften. Bekannt aber vor allem für eines: „Alle geben 4 oder 5/5 – und er gibt ’ne 1/5, du weißt genau, da is‘ er, der Louis.“

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