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Code 8 – Teil 2

Code 8 – Teil 2 ist die Fortsetzung zu einem Überraschungshit, der wiederum auf einem Kurzfilm basierte. Gibt der Stoff genug her, um auch im Sequel zu rocken oder hat man die Prämisse schon überstrapaziert?

Code 8 Part II | Official Trailer | On Netflix Feb 28

TitelCode 8 – Teil 2
Jahr2024
LandUSA
RegieJeff Chan
DrehbuchChris Paré, Jeff Chan, Sherren Lee, Jesse LaVercombe
GenreScience-Fiction, Action, Thriller
DarstellerRobbie Amell, Stephen Amell, Sirena Gulamgaus, Altair Vincent, Alex Mallari Jr., Moe Jeudy-Lamour, Aaron Abrams, Jean Yoon
Länge104 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren freigegeben
StreamingdienstNetflix
Poster zu Code 8: Teil 2
Poster zum zweiten Teil © Netflix

Code 8 – Teil 2 – Die Handlungsangabe

In der Fortsetzung von Code 8 arbeitet der aus der Haft entlassene Connor (Robbie Amell) als Hausmeister in einem Gemeindezentrum. Mit seinem einstigen Komplizen Garrett (Stephen Amell) will er nichts mehr zu tun haben. Doch sein Plan, sich keinen Ärger mehr einzuhandeln, löst sich in Luft auf, als er der 14-jährigen Pav (Sirena Gulamgaus) bei der Flucht vor einer korrupten Polizeitruppe unter der Leitung von Sergeant King (Alex Mallari Jr.) helfen muss. Während sich King mithilfe einer neuen Roboter-Hundestaffel an Pavs Fersen heftet, ist Connor gezwungen, Garrett und seine Truppe um Hilfe zu bitten. Doch kann er dem Mann vertrauen, der ihn damals ins Gefängnis brachte?

Wer hat Angst vorm Robo-Hund?

Schon der erste Teil krankte substantiell daran, nicht mehr als ein aufgeblasener Kurzfilm zu sein. Handwerklich – und vor allem in Anbetracht des Budgets – gut gemacht, aber auf inhaltlicher Ebene dünn und allzeit zu deutlich an andere Werke im Subgenre der Near-Future-Dystopie angelehnt. Leider oder Gott sei Dank, da Konkurrenz ein Stück ja immer das Geschäft belebt, haben kleinere Studios und Dienste in den vergangenen Jahren sehr viele Geschichten über Menschen mit Kräften abseits von Marvel und DC produziert, die im Kern aber immer um die selben zentralen Fragen kreiseln. Chronicle, Project Power, Die Gabe, The Last Days of American Crime … die Liste lässt sich noch fortsetzen. Allen ist gemein, dass man ihnen bei bösem Willen jeweils unterstellen könnte, nur lang gestreckte Black-Mirror-Ideen zu sein.

Und so war es eben auch mit dem Zukunftsszenario, dass Code 8 aufzeigte: Polizeistaat-Fantasie, unterdrückte Minderheit mit übernatürlichen Fähigkeiten, eine Superdroge, ein Hauch von X-Men-Message und im Zentrum der Handlung zwei sich auch nicht ganz einige Protagonisten. Diese wurden und werden interessanter Weise in beiden Teilen von den Amell-Cousins gespielt, die dem aufkommenden Franchise quasi etwas wie Starpower einhauchen sollen. Auf dem Zwist baut der zweite Teil nun auf und strikt darum ein Szenario, das in Ansätzen an The Raid und Dredd erinnert.

Auch Code 8: Teil 2 ist technisch grundsolide

In die Handlung integriert man nun noch ein junges, ebenfalls begabtes Mädchen, dass Connor in bewährter The Last of Us-Manier behüten und eskortieren muss. Auch hier ist Innovation Fehlanzeige, aber grundsätzlich funktioniert die Dynamik weiterhin gut und hält über die kompakte Länge bei der Stange. Genauso gut entfaltet sich auch wieder die Reiberei zwischen den Amells, die beide schauspielerisch keine Bäume ausreißen, aber ihren Fans das gewohnte Spiel bieten, dass die beiden zu Publikumslieblingen in wahlweise Heels, Green Arrow oder Upload gemacht hat: Sowohl Robbie als auch Stephen sind nun mal ziemliche Sympathieträger, mit denen man gern mitfühlt, auch wenn sie darstellerisch immer wieder ähnliche Rollentypen einnehmen. Darstellerisch besser hingegen ist die junge Sirena Gulamgaus, die schnell zum emotionalen Anker wird und in ihrer Ambivalenz auch frischen Wind in das sonst sehr vorhersehbare Sujet bringt.

Ein Kritikpunkt ist eventuell, dass vieles in der Nacht stattfindet, vermeintlich, um den Budgetmangel in Sachen Computereffekte zu kaschieren. Doch das muss man erstmal umzusetzen wissen. Und so gelingt es nach Teil eins auch im Sequel verhältnismäßig gute CGI abzubilden. Die Zeitlupen in den Actionszenen haben Wucht, die Darstellung der Superkräfte ist überdurchschnittlich und somit ist das World Building am Ende sogar noch stimmiger als im Erstling. Man merkt dann doch, dass Netflix in die Fortsetzung einiges mehr an Mitteln gepumpt hat und damit näher an die Kinoqualität der großen Superhelden-Filme heranrücken konnte. Um jedoch tatsächlich Kinoniveau zu erreichen, ist das Projekt zu vorhersehbar, austauschbar und schlicht doch unterqualifiziert besetzt.

Stephen Amell als Garrett, Robbie Amell als Connor in Code 8 - Teil 2
Stephen Amell als Garrett, Robbie Amell als Connor © Netflix

Im Streaming bestens aufgehoben

Vieles in Code 8 – Teil 2 ist altbekannt, die Vorbilder werden aber auch nicht verleugnet. Und trotz alledem machen die gut anderthalb Stunden vor dem heimischen Fernseher mit diesem Actionfilm Spaß. Der Spannungsaufbau gelingt besser als in Teil eins, die Welt fühlt sich ausgefeilter, lebendiger an und da man die Protagonisten nun schon länger verfolgt hat, kann man auch besser mit ihnen mitfiebern. Im Kino würde der Film sang- und klanglos untergehen, aber im Streaming-Bereich haben diese Mid-Budget-Produktionen heutzutage durchaus ihre Daseinsberechtigung. So ist eigentlich schon absehbar, dass die Abrufzahlen auch einen dritten Teil hergeben würden, den sich der Rezensent dann wieder ansehen wird.

Wer beispielsweise Stallones Samaritan bei Konkurrent Prime ins Gedächtnis ruft, wird weitere Parallelen/Muster erkennen, mit denen die Dienste aktuell ihren Content planen. Im Vergleich ist Stallone zwar der größere Star, um einen Exklusivtitel zu vermarkten, aber dafür haben wohl beide bisherigen Code 8 Teile zusammen nur etwa so viel gekostet, wie der Rocky-Star allein für seinen Auftritt verlangt haben wird. Dementsprechend ist die Strategie von Netflix hier konsequent, wenngleich auch im Retorten-Produktions-Modus etwas mehr Originalität und Finesse dem „Content“ gut zu Gesicht stehen würde.

Unser Fazit zu Code 8 – Teil 2

Code 8 – Teil 2 wird Fans des ersten Teils wahrscheinlich sogar besser gefallen, da die Emotionen trotz des weiterhin dünnen Skripts diesmal etwas besser zum Tragen kommen. Die Technik ist stimmig, die Lauflänge überschaubar und die Spannung bis zum Ende drin. Somit ist bei allen berechtigten Kritikpunkten an der Content-Strategie bei Netflix diesem Film eine zaghafte Empfehlung auszusprechen. Vor allem diejenigen die wegen den Amells einschalten, werden ihren Spaß haben und dank einer Newcomerin mit viel Potential ist es nicht mal zwingend notwendig, die beiden Cousins als Sympathieträger auszumachen.

Code 8 – Teil 2 läuft ab dem 29. Februar 2024 bei Netflix!

Unsere Wertung:

 

 

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© Netflix

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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