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    Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning21. August 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    San Diego: Berühmter Nachrichtensprecher hat sich liften und ein neues Gewand schneidern lassen. 20 Jahre nach dem Kino-Release bekommt Anchorman – die Legende von Ron Burgundy ein optisches Update in Form einer 4k Veröffentlichung mit reichlich Extras.

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    Cover der 4K UHD © 2004, 2024 DreamsWorks LLC. All Rights Reserved

    Die Inhaltsangabe von Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy

    San Diego, Ende der 70er Jahre. Ron Burgundy (Will Ferrell) und sein Team sind die heißesten Nachrichtensprecher der Stadt. Sie haben allen Grund zum Feiern, denn die Quoten stimmen und die Ladys lieben sie. Einzig die Sendereichweite ist so begrenzt, wie ihr Intellekt. Da passt es leider nur so halb, dass die Nachrichtensprecherin Veronica Corningstone (Christina Applegate) in Rons Leben tritt. Denn die will nicht nur mit ihm schlafen, sondern auch mit ihm arbeiten. Es entbrennt zwischen den beiden eine Rivalität um die Story des Jahres: Die Geburt eines Pandababys.

    Dynamisches Duo

    Anchorman – die Legende von Ron Burgundy ist die erste filmische Zusammenarbeit zwischen Hauptdarsteller Will Ferrell und Adam McKay, der hier sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab. Bevor sie 2019 getrennte Wege gingen, schufen sie moderne Comedy-Klassiker wie Stiefbrüder und Ricky Bobby – König der Rennfahrer. Das Konzept ist dabei immer das gleiche. Ein bestimmtes Setting wird humoristisch überhöht und mit Einfaltspinseln bevölkert. Inhaltlich lässt sich über die Werke streiten, denn der Humor ist sehr eigen und wichtiger als eine kohärente Story.

    Im Prinzip sind es hier zwei Ideen, aus denen sich die Gags generieren. Nimm die langweiligsten Typen aus dem TV, lass sie gegen ihr Image spielen und verdeutliche mit Augenzwinkern den Unterschied zu den heutigen Gesellschaftsstrukturen. Der optische Geist der 70er Jahre wurde dafür perfekt eingefangen. Ausstattung, Kostüme und Look des Films sind eine Augenweide und bieten eine detailverliebte, humoristische Imitation der Zeit, die nicht zu überdreht gestaltet ist. Inhaltlich wird leider nicht ganz die Klasse der Ausstattung erreicht. Die infantilen Gags sind zwar urkomisch, aber satirische oder parodierende Möglichkeiten werden kaum genutzt und das Verhalten einiger Charaktere nie wirklich hinterfragt. Dies wäre an sich kein Problem, wenn nicht gesellschaftspolitische Themen wie Sexismus verhandelt würden.

    Lucky with the Ladys © 2004, 2024 DreamsWorks LLC. All Rights Reserved

    Raum zum Improvisieren

    Statt sich dem Script zu unterwerfen, wurde den Darstellenden viel Platz zum Improvisieren gegeben, auf Kosten der Erzählstruktur und des Erzähltempos. So wird z.B. die anfänglich an Goodfellas angelehnte Erzählweise schnell beiseitegelegt und manche Szene geht einfach zu lang, nur damit noch ein Spruch gedrückt werden kann. Am Ende stand so viel alternatives Material zur Verfügung, dass daraus der Bonusfilm Wake Up, Ron Burgundy: The Lost Movie entstand.

    Dass der Fokus nicht auf der Geschichte liegt, ist natürlich zu verschmerzen, allerdings mangelt es durch die spontanen Ideen an Komikformen. Slapstick oder visueller Humor benötigen, anders als rein verbaler Humor, Vorbereitung. Denn wenn diese Art von Humor Anwendung findet, wie in einer animierten Liebesszene oder einem Klarinettensolo, sind dies Highlights und porträtieren die Charaktere besser, als es reine Dialoge können.

    Ein Dreamteam

    Neben Hauptdarsteller Will Ferrell wurden mit Steve Carell und Paul Rudd auf Nebendarsteller besetzt, die Comedy ebenfalls perfekt beherrschen. Zusammen mit David Koechner bilden die vier ein Quartett, das unheimlich gut harmoniert. Obwohl ihre Figuren alle Chauvinisten sind, bleiben sie, aufgrund ihrer Beschränktheit, immer liebenswert. Sie schaffen es selbst wenig gelungene Gags mit Mimik und Gestik so aufzuwerten, dass man zumindest schmunzeln muss. Den Kontrast zu den Kindsköpfen bildet Christina Applegate, die gut die „Straight Woman“ mimen kann. Das altgediente Comedykonzept funktioniert wunderbar, wenn Applegate mit ernster Miene die Nachrichten ansagt, während Rons Team im Hintergrund grimassiert, um sie aus dem Konzept zu bringen. Ein weiteres Highlight sind die vielen witzigen Gastauftritte von bekannten Comedygrößen.

    Ron und sein unschlagbares Team © 2004, 2024 DreamsWorks LLC. All Rights Reserved

    Ron erstrahlt im neuen Licht

    Für Fans von Ron Burgundy lohnt sich das 4k-Update. Neben der üppigen Ausstattung mit Schuber, Postkarten, Poster, Booklet und Aufkleber, ist es vor allen das Bild, das begeistert. Durch den 4k-Transfer werden viele Details in Kulisse und Kostümen sichtbar, ohne dass der ursprüngliche Look des Films darunter leidet. Der Ton ist ebenfalls gut und als Highlight ist der bei den Dreharbeiten entstandene Bonusfilm mit enthalten. Wer mehr erfahren möchte, den empfehle ich das Unboxing von unserem Videothekar Timo.

    Unser Fazit zu Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy

    Der Humor von Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy ist Geschmacksache. Subtilität und Tiefgang sucht man hier vergebens. Das McKay Jahre später einen Oscar für das Beste Drehbuch bekommen sollte, kann man hier auch noch nicht erkennen. Wer eine Mediensatire auf die 70er Jahre sucht, sollte sich lieber Network anschauen. Dafür gibt es haufenweise bekloppte, aber zitierfähige Sprüche, bei denen es schwerfällt, nicht zu lachen. Die Gagdichte mag nicht ganz so hoch sein, wie bei einer Zucker-Abraham-Zucker-Komödie, aber das gut aufgelegte Ensemble und das Setting fangen einiges auf. Der gute Ron ist vielleicht etwas in die Jahre gekommen, zum alten Eisen gehört er aber noch lange nicht. In diesem Sinne  „go f…“ äh ich meinte natürlich „Stay Classy San Diego“.

    Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy ist seit dem 8. August 24 als 4k-UHD erhältlich.

    © 2004, 2024 DreamsWorks LLC. All Rights Reserved

    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

    • Stefan Brüning
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