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    Startseite » Blood Diamond
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    Blood Diamond

    Sebastian Pixbergvon Sebastian Pixberg6. März 2020Keine Kommentare8 min Lesezeit
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    Der Filmtoast-Platzhalter für (Kino-)Filme zeigt eine Reihe von gefüllten Popcorn-Tüten. Für den Film wurden leider keine Bilder bereit gestellt.
    Film Review
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    Das Abenteuer-Drama Blood Diamond erzählt vom Handel mit Blutdiamanten in Afrika. Konnte uns der fünffach oscarnominierte und hochkarätig besetzte Film von Edward Zwick überzeugen?

    [su_youtube URL=https://www.youtube.com/watch?v=yknIZsvQjG4]

    Die Handlung von Blood Diamond

    Sierra Leone, 1999: Zu Zeiten des Bürgerkrieges lebt der Fischer Solomon Vandy (Djimon Hounsou) mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in der Prärie Afrikas. Das Zusammenleben wird jedoch von den Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) gewaltsam unterbrochen, als diese in das Dorf einmarschieren und dessen Bewohner töten und verstümmeln. Vandys Sohn wird geschnappt und bei den Rebellen zum Kindersoldaten ausgebildet, während der Rest seiner Familie fliehen kann. Er selbst wird in ein Arbeitslager gesteckt, wo er den Untergrund nach Diamanten absuchen muss. Gerade, als er ein enorm seltenes 100-Karat-Exemplar findet und dieses vergräbt, erobern die Regierungstruppen das Gebiet zurück und verhaften sowohl alle Rebellen als auch Gefangenen.

    Parallel dazu wird die Geschichte des Ex-Söldners und Diamantenschmugglers Danny Archer (Leonardo DiCaprio) erzählt, der bei einem Schmuggelversuch an der Grenze Liberias verhaftet und in dasselbe Gefängnis wie Vandy gesteckt wird. So erfährt er von dem wertvollen Diamanten, den Vandy versteckt hat. Nach der Entlassung verspricht Archer Vandy, dass er seine Familie finden und seinen Sohn befreien wird, wenn er ihn dafür im Gegenzug zum Diamanten führt. Zusammen mit der amerikanischen Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) begeben sie sich in ein tödliches Abenteuer vor malerischer Kulisse…

    Ein schmaler Grat zwischen Schönheit und Grausamkeit

    Was sofort auffällt, ist die Ambivalenz, mit der der Kontinent Afrika hier dargestellt wird. Auf der einen Seite hätten wir die schonungslos brutale Seite, welche von Verzweiflung, Armut und Gewalt geprägt ist. Kinder werden mittels Gehirnwäsche, Alkohol und Heroin zu mordenden AK-47-Killermaschinen gedrillt. In Arbeitslagern müssen Sklaven pausenlos im Dreck wühlen, um die titelgebenden Blutdiamanten auszugraben, nur um damit weitere Kriege finanzieren zu können (daher auch der Name „Blutdiamant“). Kinder und Frauen werden eiskalt erschossen, Gliedmaßen werden abgehackt. In dreckigen Slums sind kranke, völlig verängstigte Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht. Flüchtlingslager sind der einzige halbwegs sichere Zufluchtsort für die Bevölkerung. In den Städten triumphiert Chaos und Korruption. Eine ordnungschaffende Macht herrscht hier schon lange nicht mehr, weder von Seiten der Rebellen noch der der Regierung.

    Neben all der Abgründigkeit des Menschen geht parallel dazu von der Natur Afrikas in Blood Diamond dafür eine imposante Schönheit aus. Somit macht der Film nicht nur aufrüttelnd auf die verheerenden gesellschaftlichen Probleme des Kontinentes aufmerksam, sondern stellt irgendwo auch eine Liebeserklärung an dessen Landschaft und Kultur dar. Die Panoramen von weitläufigen grünen Wiesen, mit Tiergeräuschen erfüllten Dschungeln, klippendurchzogenen Hügel- und Berglandschaften und rauschenden Sandstränden, alles unter strahlenden Sonnenschein, vermitteln nicht selten ein angenehmes Urlaubsfeeling, ohne dass die Bilder zu glatt wirken und sich mit den im Film gezeigten Gräueltaten zu stark kontrastieren würden. Auch auf der Klangebene vermittelt Blood Diamond die richtige Stimmung. Der von James Newton Howard komponierte Score vermischt epische Orchester-Stücke mit entspannter, auf Trommeln und afrikanischem Chor-Gesang aufbauender Traditionsmusik, wie sie einem schnell in den Kopf schießt, wenn man an typische Musik aus Afrika denkt. Besonders die ergreifende Piano-Titelmelodie hat hohen Wiedererkennungswert.

    Zu Recht erfolgreich: Blood Diamond

    Edward Zwick, der bereits die Historiendramen Last Samurai (2003) mit Tom Cruise und Glory (1989) oder auch das Melodram Legenden der Leidenschaft (1994) mit Brad Pitt inszenierte, hat sichtbar ein Händchen für episch angelegte Geschichten im historischen Gewand, die oftmals blockbustermäßige Unterhaltung auf clevere Art mit komplexem Anspruch verstricken. Seine Filme sind somit oft geeignetes Oscar-Material und werden nur ungern von der Academy ignoriert. So auch hier, denn Blood Diamond ging im Jahr 2007 für fünf Nominierungen an den Start, unter anderem für DiCaprio als „Bester Hauptdarsteller“ und Djimon Hounsou als „Bester Nebendarsteller“. Auch finanziell hatte der Film den Erfolg auf seiner Seite. All das nicht grundlos: Blood Diamond vereint sowohl Action, Spannung, Humor als auch Tiefgang.

    Eine gesunde Mischung aus Anspruch und Unterhaltung

    Die Action kommt oft brutal und ruppig daher. Gefangene werden hier nur selten gemacht (wie das im Krieg nun mal so ist). Oft werden dabei die von Maschinengewehr-Schüssen und Explosionen erfüllten Kämpfe zwischen den Rebellen und der afrikanischen Armee gezeigt, in denen die Hauptfiguren immer wieder zwischen die Fronten geraten. Dabei macht Zwick jedoch nicht den Fehler und badet in dem Leid der Opfer des Krieges, wie es etwa Mel Gibson in Hacksaw Ridge (2016) tat. Es werden genug Brutalitäten gezeigt, so dass die Ausmaße dieses Konfliktes spürbar werden, jedoch nicht zu viel, so dass es einen voyeuristischen Charakter annimmt.

    Neben den hektischen und harten Momenten wird Blood Diamond jedoch tatsächlich von ruhigen, charakter-orientierten Momenten dominiert, welche die Figuren, deren Hintergrund und ihre Beziehungen zueinander beleuchten. Auch für den ein oder anderen Schmunzler ist gesorgt, so dass der Film atmosphärisch aufgelockert wird und angesichts der ernsten Thematik nicht zu einem schlichten Betroffenheits-Runterzieher verkommt. Neben dem schlichten Lenken des Zuschauerblickes auf die düsteren, anarchisch anmutenden Schattenseiten des eigentlich schönen Kontinentes kommt jedoch letztendlich auch die Gesellschaftskritik in diesem Drama nicht zu kurz. Etwa, wenn die Journalistin Maddy Bowen erschütternde Bilder von Opfern des Bürgerkrieges einfängt und fast beiläufig erwähnt, dass diese Bilder später im Fernsehen nur für ein paar Sekunden zu sehen sein werden, gleich neben dem Sport und dem Wetter.

    Zwiespältige Figuren…

    Zudem hinterfragen die Figuren ihre eigenen Tätigkeiten. Benannte Journalistin sieht ein, dass sie mit ihren Artikeln immer wieder in rührseligen Armuts-Kitsch abdriftet. Dass bei ihrer Arbeit auch eine gewisse Sensations-Geilheit mitschwingt, schließt der Film ebenfalls nicht aus. Auch die Hauptfigur Danny Archer ist im größten Verlauf der Geschichte eine äußerst zwiespältige Persönlichkeit. Cool und abgeklärt, aber auch immer ein wenig zynisch und hinterhältig. Schnell ist klar: Archer ist kein Gutmensch. Vandys Familie interessiert den Ex-Söldner nicht, nur der Diamant. Außerdem zuckt er als ausgebildeter Soldat nicht einmal mit der Wimper, wenn er einen Mensch umbringt.

    Auch die Tatsache, dass er als Schmuggler der Blutdiamanten wortwörtlich das im Film gezeigte verachtenswerte Geschäft mit ankurbelt und er dabei keine moralischen Bedenken zu haben scheint, lässt ihn bei näherer Betrachtung alles andere als den klassischen Titel-Helden wirken. Lediglich gegen Ende wird sein Charakter dann doch noch ins Helden-Licht gerückt. Zumal dieser noch eine äußerst tragische Vergangenheit vom Drehbuch zugeschrieben bekommt, die seine Entwicklung erklären könnte.

    …überzeugend verkörpert

    Auch die darstellerischen Leistungen reihen sich in die restlichen positiven Aspekte des Films ein. Eben genannter Protagonist wird von DiCaprio mit einem schnodderigen Dialekt verkörpert, den der Schauspieler sich erst antrainieren musste. Neben dieser harten Schale zeigt DiCaprio auf gewohnt hohem Niveau und mittels feiner Nuancen jedoch gerade in den ruhigen Momenten die Nachdenklichkeit und den weichen Kern seiner Figur auf. Dafür erhielt er zu Recht eine von zahlreichen Oscar-Nominierungen. Außerdem sorgten die Dreharbeiten dafür, dass der Darsteller sich danach vermehrt gegen die Ausbeutung Afrikas einsetzte.

    Auch Djimon Hounsou liefert eine fabelhafte Performance des leidenden, getriebenen und sich sorgenden Vaters, der alles für seine Familie tun würde. Manche Szenen, in denen der Darsteller förmlich explodiert, sind wirklich ergreifend. Auch dafür gab es verdient eine Oscar-Nominierung. Jennifer Connellys Rolle gibt inhaltlich weniger her und hat zudem weniger Screentime als ihre beiden männlichen Kollegen. Dennoch überzeugt sie als von Selbstzweifel geplagte, verführerische Journalistin. Zudem bildet sie zwischen dem gnadenlos harten, größtenteils von Männern beherrschten Geschehen den emotional-sensiblen Ankerpunkt der Geschichte und weiß weniger durch Waffengewalt, als durch ihren Charme zu gewinnen.

    Kleine Contra-Punkte

    Abgesehen davon, dass die Protagonisten dem Tod auf wundersame Weise ein paar mal zu oft von der Schippe springen, könnte man dem Film letztendlich als einziges ankreiden, dass er all die genannten Themen (Handel mit Diamanten und Waffen; die Vernetzung zwischen Regierungstruppen, Rebellentruppen und privaten Söldnerfirmen; Korruption; Einsatz von Kindersoldaten; Bürgerkrieg in Sierra Leone; Traumatisierung der Bevölkerung) zwar kurzzeitig anspricht und gerade die Ausbeutung Afrikas auch etwas genauer beleuchtet, aber sich dann doch zu sehr den Mechanismen des Unterhaltungskinos verschreibt, als dass er tiefer in die Materie eindringen würde.

    So werden manche Dinge Hollywood-typisch eben doch simplifiziert. Wer eine analytische Abhandlung der Missstände mit politischem Fokus erwartet, wird vermutlich von Blood Diamond enttäuscht und sollte sich eher an den düsteren Beasts of No Nation (2015) wagen, der vermehrt den Blick auf die Kindersoldaten in West-Afrika richtet. Die obligatorische, oft kritisierte Romanze zwischen Danny Archer und Maddie Bowen wird hingegen löblicherweise nur mittels Blicken und Wörtern angedeutet und fällt somit keinesfalls negativ auf.

    Unser Fazit zu Blood Diamond

    Die vom Menschen ausgehende Abgründigkeit und die von der imposanten Natur Afrikas ausgehende Schönheit vermengt Regisseur Edward Zwick auf geschickte Weise zu diesem mitreißenden Abenteuerdrama. Der Film scheut sich nicht davor, mittels harter Bilder auf grauenerregende Missstände des Kontinentes aufmerksam zu machen, erzählt parallel dazu aber auch eine ganz klassische Geschichte im Blockbuster-Gewand voller Action, Spannung und einer Prise Humor. Zum Gelingen des Werkes tragen vor allem der von typisch afrikanischen Klängen getragene Score von James Newton Howard, die interessanten Figuren und die fabelhaften Darsteller bei. Somit ist Blood Diamond sowohl intelligentes als auch aufrüttelndes Unterhaltungskino der Extraklasse, das in einem bewegenden Schlusspunkt sein Ende findet.


    © Warner Bros. Entertainment
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