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    BuyBust

    Tobias Theißvon Tobias Theiß23. November 2018Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    BuyBust lässt dem geneigten Fan brachialer Action mit knallharten Fakten das Wasser im Munde zusammenlaufen: 309 Stuntleute, 928 Liter Kunstblut, 15.321 Patronenhülsen, 23.057 Sprengkörper und 251.226 Gramm Schießpulver.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=0lTt2GGLNyM“]

    Das Cover des deutschen Mediabooks. | BUYBUST © Capelight Pictures
    Das Cover des deutschen Mediabooks. | BUYBUST © Capelight Pictures

    Asien steht schon seit vielen Jahren für hochkarätiges Kino. Ob klassische Gangster-Thriller oder berühmt-berüchtigte CAT III-Schocker aus Hongkong (bspw. Infernal Affairs-Reihe, Ebola Syndrom). Ob Yakuza-Thriller (bspw. Outrage-Reihe), amüsanter Klamauk oder blutrünstiges Gesplatter (bspw. Ichi The Killer) aus Japan. Vor allem Südkorea hat sich in der letzten Vergangenheit für handwerklich über alle Zweifel erhabene und teils deprimierend düstere Rachethriller gemausert: Revenge-Trilogie, I Saw The Devil, Memories Of Murder. Indonesien aber hat sich in puncto brachialer Gewalt und tänzerisch choreografierten Nahkämpfen seit The Raid, über dessen Nachfolger The Raid 2, Headshot und bis aktuell hin zu The Night Comes For Us als absoluter Garant für entfesselte Actiongewitter behauptet.

    Und nun meldet sich der philippinische Regisseur Erik Matti (ABCs Of Death 2: I Is For Invincible) mit BuyBust zu Wort. Einem Werk, welches versucht, mittels obig erwähnter Zahlenflut, auf der Erfolgswelle des modernen asiatischen Actionfilms mitzuschwimmen.

    Ein Routineeinsatz…

    Die Prämisse fällt dabei denkbar einfach aus: Eine Eliteeinheit wird in die Slums Manilas geschickt, um bei einer Drogenrazzia (sprichwörtlich: to buy = kaufen; to bust = verhaften, d. h. undercover Drogen kaufen wollen, um anschließend den Dealer zu verhaften) die lokale Drogengröße Biggie Chen überführen zu können. Die Einheit gerät bei dem vermeintlichen Routineeingriff in einen Hinterhalt und muss sich den Weg aus dem verschlungenen Labyrinth freikämpfen…

    …läuft gehörig aus dem Ruder

    Im grundlegenden Aufbau von BuyBust lässt sich einiges aus The Raid wiederentdecken. Eine Elitetruppe muss sich in einem abgegrenzten Bereich gegen eine Übermacht Gegner behaupten. Heimlicher Star ist tatsächlich die Lokalität: Zu Beginn als farbenfroher Ort pulsierenden Lebens vorgestellt, kippt die lebendige Stimmung plötzlich rapide und offenbart ein tödliches Konglomerat aus Gassen und Kreuzungen.

    Passenderweise wird der Zuschauer von der neu geschaffenen Gefahrensituation genauso überrumpelt wie die Spezialeinheit. Man erlebt die atemlose Hetzjagd immer nah an den Mitgliedern der Elitetruppe. Jede Biegung, jede Ecke birgt das Risiko, eiskalt erschossen zu werden. Der Slum ist unübersichtlich, eng und bedrückend. Die Gefahren lauern hinter jeder Fassade, von hinten, links, rechts, oben oder auch unten. Diese unüberschaubare Vertikalität macht viel vom Reiz aus und Spannung ergibt sich aus dem Sujet von ganz allein. Auch wenn der Slum den Film als elementarer Faktor fast im Alleingang trägt, hadert BuyBust mit seiner Spannungskurve.

    Der Slum droht in Gewalt und Regenguss zu versinken. | BUYBUST © Capelight Pictures
    Der Slum droht in Gewalt und Regenguss zu versinken. | BUYBUST © Capelight Pictures

    Gehetzte Action

    Die Action offenbart sich paradoxerweise als mitunter größter Schwachpunkt. Prinzipiell werden die actiongeladenen Passagen durchweg brachial in Szene gesetzt. Leiber werden von Kugeln durchsiebt; Knochen zuhauf gebrochen; wild mit Messern und Flaschen auf den Gegner eingestochen. Selbst scheinbar unbedeutende Gegenstände wie Kakteen oder Gartenscheren finden auf rabiate Art und Weise ihre Anwendung.

    Leider lässt sich all das brutale Spektakel nahezu die gesamte erste Filmhälfte schwerlich bis gar nicht verfolgen. Passend zur unüberblickbaren Geografie des Slums finden die Kämpfe oftmals auf kürzeste Distanz statt und werden von einer hektischen Handkamera eingefangen, die es beinahe unmöglich macht, dem Geschehen entspannt zu folgen. Ja, so wird das hektische Handgemenge passend unterstrichen, wer sich jedoch tänzerisch ausgefeilte Choreografien wie in The Raid 2 erhofft hat, der wird den kämpferischen Szenen in BuyBust eher zwiespältig gegenüberstehen. Immerhin: Das letzte Drittel fährt das anfängliche Durcheinander zurück und präsentiert durchdachter erscheinende Kampfsituationen, die gleichzeitig auch die Spannung steigen lassen.

    Die Kamera lässt sich zeitweise sogar zu Luftaufnahmen hinreißen, die für Ruhe und Übersicht sorgen. Selbst eine relativ stilvolle Plansequenz findet sich im Film wieder.

    Rico (Brandon Vera) ist ein wahres Tier von einem Mann. | BUYBUST © Capelight Pictures
    Rico (Brandon Vera) ist ein wahres Tier von einem Mann.| BUYBUST © Capelight Pictures

    Leidliche Spannung

    Die Spannung aufrechtzuerhalten beziehungsweise von Beginn an zu erschaffen, fällt BuyBust verhältnismäßig schwer. Die Charaktere bleiben allesamt blass und das bisschen Individualität, welche einzelnen Rollen zugestanden wird, reicht nicht aus, um mit den Figuren mitzufiebern. Das liegt zu einem guten Teil auch daran, dass dem Publikum viel zu viele Figuren in viel zu kurzer Zeit vorgestellt werden, was eine in die Tiefe gehende Identifikation sehr erschwert.

    Die anfänglich sehr hektischen Kämpfe tragen weiterhin dazu bei, dass plötzlich Figuren versterben, die man bisher eh nicht wahrgenommen hat. Als die Einheit zum Finale hin immer dezimierter wird, setzt auch endlich Spannung ein, zumal die Chemie zwischen den übrigen Darstellern passt. Kurioses Highlight stellt eindeutig Brandon Vera dar, der mit einer ähnlichen Statur wie Dwayne „The Rock“ Johnson seine Landsleute um ein Vielfaches überragt. In der eigentlich sehr geerdeten Inszenierung sorgen seine Backpfeifen und Fußtritte ab und an für eine gehörige Portion unfreiwillige Komik, wenn er seine viel zu kleinen Gegner im hohen Bogen durch die Gassen wirft.

    Von der technischen Seite zeigt sich BuyBust ambitioniert, aber leider nicht perfekt. Die Abmischung der einzelnen Sounds zueinander geht oft genug gehörig daneben. Mal sind Schüsse total schwach auf der Brust, Tritt- und Schlaggeräusche könnten aus einem Bud Spencer-Film stammen oder Stimmen klingen für das Spektakel viel zu leise und monoton. Visuell weiß der Titel jedoch zu überzeugen. Die hektische Handkamera mag auf geteilte Meinungen stoßen, erhöht aber die Immersion ungemein.

    Nina (Anne Curtis) will der Hölle der Slums mit allen Mitteln entfliehen. | BUYBUST © Capelight Pictures
    Nina (Anne Curtis) will der Hölle der Slums mit allen Mitteln entfliehen. | BUYBUST © Capelight Pictures

    BuyBust – Traurige Realität

    Traurigerweise der Immersion zuträglich zeigt sich der reale Hintergrund, auf dem die Handlung in Grundzügen beruht. Denn im Jahr 2016 gelang Rodrigo Duterte auf den Philippinen an die Macht und setzte den sogenannten Philippine Drug War in Gang. Laut Human Rights Watch (siehe Booklet im Mediabook) sind bis Anfang 2018 12.000 Tote durch den PDW zu vermelden. Auch wenn BuyBust vermutlich mit seinem Bodycount reichlich übertreibt, erscheint dessen Anzahl an schuldlos ermordeten Bewohnern der Slums nicht völlig an den Haaren herbeigezogen.

    Erschreckenderweise ist nicht nur eine Eliteeinheit (Philippine Drug Enforcement Agency) an den Eliminierungen vermeintlicher Dealer und Druglords beteiligt, sondern auch die ganz normale Bevölkerung. Denn Duterte hat Selbstjustiz quasi zur legitimen Handlung erklärt und ausgesetzte Kopfgelder auf Bandenchefs ermuntern die Bevölkerung zusätzlich. Die PDEA wird im Film zwar nicht weiter beleuchtet, dennoch lassen sich gewisse Parallelen zur BOPE aus Tropa De Elite erkennen: Waffenstarrend, knallhartes Training und Handeln ohne zu Hinterfragen. So mag der Twist am Ende dem genrekundigen Filmfan nicht überraschen, aber in Anbetracht der grausamen realen Geschehnisse bleibt trotz der unverblümten Action und krachenden Krawalls ein bitterer Beigeschmack.

    BuyBust wurde am 23.11.2018 von Capelight Pictures für das Heimkino veröffentlicht. Neben einer Einzel-Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray spricht das Mediabook natürlich wieder Sammler an, wobei das Booklet interessante Hintergrundinformationen bereithält.


    © Capelight Pictures

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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