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    Startseite » Das letzte Land
    Filme

    Das letzte Land

    Sascha Grethmannvon Sascha Grethmann27. April 2021Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Das Raumschiff schwebt durch den Weltraum | Das Letzte Land
    Auf der Suche nach einem neuem zu Hause
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    Das SF-Drama Das letzte Land zeigt uns zweierlei: Dass in Deutschland nicht nur RomCom geht und es keine Unsummen braucht, um einen wettbewerbsfähigen Genrefilm zu produzieren. Auf dem SHIVERS Film Festival konnten wir den Film sehen. Warum ihr ihn euch vormerken solltet, lest ihr in unserer Review!

    Offizielles Plakat zu Das Letzte Land
    Das offizielle Plakat zu Das letzte Land © Indeed Film

    Das letzte Land – Handlung

    Adem (Torben Föllmer) ist auf der Flucht. Er ist aus einem Gefängnis ausgebrochen und konnte sich bei seiner Reise durch die Wüste nur noch knapp in einem alten Raumschiff-Wrack verstecken, bevor ein Sandsturm ihn erwischt. Doch als er sich gerade in Sicherheit wiegt, taucht auch schon sein Verfolger auf und will ihn festnehmen. Nach einem kurzem Disput stellt Novak (Milan Pešl) allerdings fest, dass das vermeintliche Raumschiff-Wrack noch intakt ist. Daraufhin beschließen die beiden unterschiedlichen Männer zusammen zu arbeiten und in den Weiten des Alls eine neue Heimat zu suchen…

    Eine Reise ins Ungewisse

    Das letzte Land erzählt von der Reise, die Adem und Novak erleben. Zuerst ohne wirkliches Ziel, sind beide auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Dies geschieht in einem recht langsamen Tempo, jedoch ohne dabei langweilig zu werden. Vielmehr zelebriert der Film jede einzelne Szene und lässt einem genug Zeit, um die vielen Details in ihrer Gänze zu erfassen. Ihre Reise durchs All  birgt viele Gefahren. Sei es das fast schon ablegereife Raumschiff, das Pflege benötigt, Komplikationen von Außerhalb oder sogar Streitigkeiten zwischen den beiden Protagonisten. So entstehen immer wieder Situationen und Konflike, die es schnell zu lösen gilt. Denn die dichte und klaustrophobische Atmosphäre verstärkt sich mit der Zeit, weil die beiden vor ihren Problemen nicht weglaufen können. Sie sind auf dem Schiff quasi zusammen gefangen.

    Adem und Novak blicken hinaus ins All | Das Letzte Land
    Adem und Novak blicken fasziniert in die weiten des Weltraums © Indeed Film

    Adem und Novak sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Während Novak eher der Typ für’s Grobe ist, das Schiff funktionsfähig hält und es fliegt, so ist die Hauptaufgabe von Adem ihre Reise in den Logbüchern zu dokumentieren. So erfahren wir nicht nur Dinge, die zwischen den Szenen passieren, sondern erhalten auch Einblick in seinen Kopf, wie er über die Reise und seinen Gefährten denkt. Denn die Geschichte entfaltet sich erst nach und nach. Das letzte Land wirft dem Zuschauer immer wieder kleine Häppchen hin, die am Ende ein Ganzes bilden. Mit dabei ein seltsames Signal, welches die beiden von ihren Instrumenten abgelesen haben, aber nicht recht zuordnen können.

    Adem ließt die Logbucheinträge | Das Letzte Land
    Adem sitzt am Computer und versucht herauszufinden, was mit der Crew geschah © Indeed Film

    Die Geschichte in der Geschichte

    Außerdem erzählt Das letzte Land neben der eigentlichen Geschichte, der Reise, auch noch eine längst vergangene. Und zwar die der alten Crew des Schiffs. Das passiert hauptsächlich über das Logbuch dieser Crew, durch das sich Adem über die Laufzeit des Films durcharbeitet. Manchmal muss man minutenlang die grell-grünen Textblöcke auf dem Bildschirm lesen, um das ganze Außmaß der letzten Expidition zu erfahren. Aber auch über die vielen kleinen Details, die teilweise gar nicht erwähnt werden oder nur als Randbemerkung fallen. Zum Beispiel über Kleidung und Gegenstände, die im Schiff verteilt sind, oder die Tatsache, dass alle Lautsprecher im Schiff zerschnitten zu sein scheinen. Diese zweite Geschichte des Films verteilt sich bildlich über das gesamte Setting im Raumschiff.

    Die Logbucheinträge der alten Crew erzeugen Sehnsucht | Das Letzte Land
    Die Logbucheinträge der alten Crew © Indeed Film

    Die Liebe zum Detail

    Die Hightlights von Das letzte Land sind auf jeden Fall das Setdesign und die tollen praktischen Effekte, die sogar diverse internationale Preise gewonnen haben. Das Raumschiff selbst bildet ein vollständiges Set, welches die Crew vollständig selbst und aus eigenen Mitteln gebaut hat. Ebenso haben sie die Miniaturen entworfen und zusammengesetzt, die für die Außenaufnahmen des Raumschiffs verwendet wurden. Denn durch die Detailverliebtheit, die in das Set und in die Miniaturen des Kammerspiels geflossen ist wurde, wirkt er sehr authentisch und greifbarer als vergleichbare Filme, die vieles mit CGI kaschieren würden. Generell sieht der Film, besonders in Anbetracht der Produktionsbedingungen, einfach sehr stimmig aus.

    Ein komplettes Making Of gibt es auf der Website des Films zu sehen, wird aber auch Teil der physichen Veröffentlichung sein, die im Laufe des Sommers 2021 erscheinen soll.

    Adem hört das erste mal das Signal in den Lautsprechern eines Helms | Das Letzte Land
    Wie hypnotisiert lauscht Adem dem Signal © Indeed Film

    Unser Fazit zu Das letzte Land

    Das letzte Land ist kein sehr zugänglicher Film, denn er ist langsam, schwer greifbar und dramaturgisch nicht immer ganz rund. Aber wenn man die Geduld aufbringt, auf Details achtet und über ein paar Schönheitsfehler hinwegblicken kann, dann öffnet er sich in all seiner Pracht und fesselt bis zur letzten Minute. Er belohnt einen dann mit schön inszenierten Szenen, einer sehr dichten Atmosphäre und einer Geschichte, die sehr viel mehr erzählt, als es zuerst den Anschein hat. Wer auch schon die großen Vorbilder 2001: Odyssee im Weltraum, Alien oder Solaris mochte, der kann hier eine Science-Fiction Perle aus Deutschland erleben, wie es sie lange nicht mehr zu sehen gab.

    Das letzte Land soll im Sommer 2021 in den Kinos und auf DVD und Blu Ray erscheinen.


    © Indeed Film

    Sascha Grethmann

    Sascha ist seit 2020 Autor bei Filmtoast und interessiert sich für ein breites Spektrum an Pop-Kultur. Zu Hause fühlt er sich besonders irgendwo bei Horror, Action,Thrillern, Animationsfilmen und Musicals.

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