Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Das Urteil von Nürnberg
    Filme

    Das Urteil von Nürnberg

    Tobias Theißvon Tobias Theiß11. Dezember 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Auch über 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges und über 50 Jahre nach Entstehung des Urteils von Nürnberg hat dieses Monumentalwerk nichts von seiner Aktualität verloren.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=rJSEyuUXDB8″]

    Das Cover des dt. Mediabooks. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    Das Cover des dt. Mediabooks. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures

    Stanley Kramer hat mit seinem Urteil von Nürnberg nicht nur historische Themen behandelt, sondern auch selber Filmgeschichte geschrieben. Bei den Oscarverleihungen 1962 konnte der Film elf Nominierungen auf sich vereinen, von denen zwei (Bester Hauptdarsteller: Maximilian Schell, Beste literarische Vorlage: Abby Man) ausgezeichnet werden konnten. In einer Rangliste des American Film Institute über die besten Gerichtsfilme belegt Das Urteil von Nürnberg Platz 10.

    Gerichtsdramen befreien Filme von allem Ballast und Blendwerk. Hier können die Werke mit ihren elementarsten Bestandteilen überzeugen: Schauspielkunst und fesselnden Dialogen. Das Urteil von Nürnberg besitzt beides davon.

    Der amerikanische Richter Dan Haywood (Spencer Tracy) wird aus seiner Heimat nach Nürnberg gebracht, um den Prozess gegen vier hochdekorierte Juristen zu leiten. Ernst Janning (Burt Lancaster), Emil Hahn (Werner Klemperer), Werner Lampe (Torben Meyer) und Friedrich Hofstetter (Martin Brandt) bekennen sich allesamt als nicht schuldig. Ersterer wird vom ehrgeizigen Verteidiger Hans Rolfe (Maximilian Schell) vertreten, der mit allen Mitteln versucht, die mögliche Schuld seines Mandanten abzuwenden…

    Richter Haywood (Spencer Trace) steht vor einem ausufernden Gerichtsprozess. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    Richter Haywood (Spencer Tracy) steht vor einem ausufernden Gerichtsprozess. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures

    Die Zunge ist schärfer als das Schwert…

    Gerichtsfilme mögen auf dem ersten Blick trocken und spröde erscheinen. Denn nicht Explosionen oder Verfolgungsjagden generieren hier Spannung. Es sind die Schauspieler und das gesprochene Wort, welche den Zuschauer fesseln.

    Vor allem ist es hier auch Kramers Regie zu verdanken, dass kein einseitiges Werk entstanden ist. Er räumt jeder Partei die Möglichkeit ein, ihre Ansicht zu schildern. Dadurch überwiegt ein nüchterner Stil, der sich nicht um plakative Schockwirkung schert, sondern eher einen aufklärenden Ton anschlägt. Tragischen Höhepunkt stellen hierbei mit Sicherheit die während der Verhandlung vorgeführten und von Hauptankläger Colonel Tad Lawson (Richard Widmark) kommentierten echten Dokumentaraufnahmen aus einigen Konzentrationslagern wie beispielsweise Buchenwald.

    Der damit beschworene Schrecken ist unvermeidlich real. Die folgende Kommentierung durch einen inhaftierten KZ-Leiter offenbart die zynische und bemerkenswert technologisch fixierte Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches. Während die Dokumentaraufnahmen die tatsächlichen Geschehnisse ungeschönt offenbaren, können die Zeugenvernehmungen der Opfer der Regime-Justiz die Kaltblütigkeit nur erahnen lassen.

    In den Vernehmungen kommt die Tragkraft der gut geschriebenen Dialoge (beziehungsweise der entsprechenden Übersetzung und Synchronisation) zur Geltung. Wenn sich Anklage und Verteidigung gegenseitig versuchen zu untergraben und die eigene Position zu erhöhen, fliegen die sprichwörtlichen (Wort)Fetzen. Besonders beklemmenden Eindruck hinterlassen die unnachgiebigen Befragungen der Zeugen durch Verteidiger Rolfe, um seine Mandanten von ihrer Schuld zu befreien.

    Entsprechend der Fokussierung auf Wortgefechte ist der Film ruhig und übersichtlich inszeniert. Kamerafahrten sind selten und dienen immer dem Blick der Perspektiveinnahme sprechender oder angesprochener Personen. Das Urteil von Nürnberg folgt damit einer klaren und folgsamen Struktur und konzentriert sich auf die maßgeblichen Inhalte: Schauspiel und Sprache.

    Verteidiger Rolfe (Maximilian Schell) versucht mit allen Mitteln die Unschuld seiner Mandanten darzulegen. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    Verteidiger Rolfe (Maximilian Schell) versucht mit allen Mitteln die Unschuld seiner Mandanten darzulegen. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures

    Starbesetztes Hollywood-Kino

    Während Hollywood heute vielmals für stets wiederkehrende Formelhaftigkeit und aufgeblasenes Blendwerk steht, war das Golden Age oder das folgende New Hollywood von neuen Ideen geprägt. Die Strahlkraft des Urteils von Nürnberg liegt weniger in pompösen Effekten, sondern seinen brillant agierenden Darstellern. Der Cast des Films reiht einen hochkarätigen Namen an den anderen: Spencer Tracy, Burt Lancaster, Richard Widmark, Marlene Dietrich, Maximilian Schell, Judy Garland, Montgomery Clift, William Shatner. Exemplarisch sei kurz auf die zwei bedeutsamsten Darbietungen eingegangen.

    Der Gewinn des Oscars für den besten Hauptdarsteller durch Maximilian Schell lässt sich absolut nachvollziehen. Er spielt seinen Ernst Rolfe mit solcher Inbrunst, dass der Zuschauer ihm förmlich an den Lippen hängt. Insbesondere die Kreuzverhöre der Zeugin Irene Hoffman-Wallner (Judy Garland) und des Zeugen Rudolph Petersen (ebenfalls grandios überfordert in dieser Szene: Montgomery Clift) zählen neben seinem Schlussplädoyer zu den zweifellos fesselnden Szenen seines schauspielerischen Talents.

    Spencer Tracy überzeugt als besonnener Richter Haywood, der versucht die Beweggründe für all die Geschehnisse während der Zeit des Dritten Reiches zu verstehen. Sein Haywood dient dem Publikum als Identifikation: Der Wille, zu verstehen, gerecht zu urteilen, all die Unsicherheit die diese Mammutaufgabe mit sich bringt.

    Burt Lancaster als Ernst Janning zieht das schwere Los, eine Figur verkörpern zu müssen, die sich über lange Zeit äußerst schweigsam präsentiert. Wenn er jedoch schlussendlich das Wort ergreift, fesselt auch er mit wohlformulierten Gedankengängen.

    Ernst Janning (Burt Lancaster) ist der schweigsame Hauptangeklagte im Prozess. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures
    Ernst Janning (Burt Lancaster) ist der schweigsame Hauptangeklagte im Prozess. | DAS URTEIL VON NÜRNBERG © Capelight Pictures

    Der Richtspruch zum Urteil von Nürnberg

    Das Urteil von Nürnberg ist auch heute noch ein wichtiger Film. Wichtig allein wegen des behandelten Themas. Noch viel wichtiger jedoch, weil er seinen Inhalt facettenreich und aus den unterschiedlichsten Perspektiven darstellt. Es wird nicht der moralische Zeigefinger erhoben, sondern jedem Blickwinkel Platz eingeräumt. Allem voran ist Kramers Gerichtsepos ein Plädoyer an die Menschlichkeit. Haywoods Ansprache vor der Verkündung des Urteils macht dies unmissverständlich klar.

    Es ist Capelight nur zu danken, dass dieser Klassiker des Hollywood-Kinos erstmals in High Definition veröffentlicht wurde. Wie beim Label üblich, weiß ein Mediabook den Sammler zu überzeugen. Dieses punktet mit einem verhältnismäßig schlichten Design, was dem tragischen Thema des Films jedoch nur angemessen erscheint.

    „In diesem Prozess ist der wirkliche Ankläger die Zivilisation.„


    © Capelight Pictures

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

    • Tobias Theiß
      Heimkinostarts November 2025
    • Tobias Theiß
      Heimkinostarts Oktober 2025
    • Tobias Theiß
      Heimkinostarts September 2025
    • Tobias Theiß
      Bring Her Back
    Vorheriger BeitragMogli – Legende des Dschungels
    Nächster Beitrag Hotel Transsilvanien 3

    Weitere Beiträge

    2.0

    Fabian und die mörderische Hochzeit

    von Jan Werner
    3.5

    Pillion

    von Jan Werner
    2.5

    Primate

    von Simon Eultgen
    3.5

    Splitsville

    von Jan Werner
    3.0

    The Housemaid – Wenn sie wüsste

    von Stefan Brüning
    3.5

    The Rip

    von Jan Werner
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Fabian und die mörderische Hochzeit

    24. Januar 2026

    Wonder Man

    23. Januar 2026

    The Beauty

    22. Januar 2026

    Pillion

    21. Januar 2026
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2026 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.