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    Drei Töchter

    Jan Wernervon Jan Werner6. September 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    His Three Daughters. (L-R) Elizabeth Olsen as Christina, Carrie Coon as Katie and Natasha Lyonne as Rachel in His Three Daughters. Cr. Sam Levy/Netflix ©2024.
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    In einem Kammerspiel-artigen Drama hat Netflix drei Wahnsinnsschauspielerinnen versammelt. Können Carrie Coon, Elizabeth Olsen und Natasha Lyonne in Drei Töchter im Zusammenspiel überzeugen?

    Natasha Lyonne als Rachel, Elizabeth Olsen als Christina und Carrie Coon als Katie in His Three Daughters © Netflix

    Drei Töchter – Die Story

    Die Schwestern Katie, Christina und Rachel sind in der New Yorker Wohnung ihres Vaters zusammengekommen, um sich in der nächsten Zeit gemeinsam um den im Sterben Liegenden zu kümmern. Um diese Tage zu überstehen, müssen sie ihre Differenzen beiseitelegen. Rachel lebt noch immer bei ihrem Vater. Christina vermisst ihren Mann und ihr Kind zu Hause sehr. Unterdessen liegt der Vater Vincent, von ihnen Vinnie genannt, in seinem Schlafzimmer und ist an einen Herzmonitor und eine Morphium-Pumpe angeschlossen.

    Kann sich so viel Talent auf so engem Raum entfalten?

    Ich muss zugeben, diese Besetzung macht es mir äußerst schwer, nicht mit rosaroter Brille den Film zu schauen und einigermaßen objektiv zu bleiben. Denn alle drei Hauptdarstellerinnen der titelgebenden Schwestern gehören aufgrund ihrer Filmografien zu meinen absoluten Lieblingsschauspielerinnen: Carrie Coon hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass The Leftovers unter meinen Serienfavoriten aller Zeiten rangiert, Natasha Lyonne war in Russian Doll und Poker Face einfach eine Sensation und Elizabeth Olsen ist als Scarlet Witch positiv aus dem gesamten MCU-Cast herausgestochen, spätestens in ihrer Serie WandaVision. Das waren jeweils nur eine kleine Auswahl der Titel, in denen die drei Frauen glänzen konnten; und nun spielen sie in Drei Töchter zusammen – oder besser gegeneinander. Was für eine Offenbarung!

    Seien Sie darauf vorbereitet!

    Gut anderthalb Stunden treffen hier Schwestern mit Persönlichkeiten, Lebensverläufen und Erwartungen aufeinander, die unterschiedlicher wirklich kaum sein könnten. Das verbindende Elemente: der im Sterben liegende Vater. Anstatt sich für diesen zusammenzuraufen, macht bereits die Eröffnungsszene klar, dass das Trio nicht mal im Angesicht des Todes auf einen Nenner kommen kann. Doch sie versuchen es, rekapitulieren gemeinsam die Vergangenheit und konfrontieren sich mit ihren Lebensentwürfen.

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    Trauer, Verlust, Galgenhumor.

    Jeder geht mit sich abzeichnende Schicksalsmomenten andersrum. Über die fünf Phasen der Trauer wurde auch schon in so manchem Film diskutiert. Nicht wenige begegnen dem Gevatter Tod mit einem verbalen Mittelfinger; Galgenhumor und bitterböser Zynismus lautet die Devise. Für diesen Spagat zwischen Abwehrhaltung und Verdrängung durch Witze unter der Gürtellinie hätte man wohl keine bessere Darstellerin als Natasha Lyonne finden können. Ausgerechnet sie spielt diejenige Tochter, die als Mitbewohnerin am allernächsten mit dem sterbenden Vater zusammenlebt. Doch immer wieder – und dafür reichen schon Nuancen in der Mimik – zeigt sie, wie nahe ihr doch die Situation geht und das die derben Sprüche nur Scharade sind.

    Dann ist das Katie, gespielt von Carrie Coon, bei der man von Beginn an ein hohes Maß an Bitterkeit vernimmt. Auch sie übt sich in Sarkasmus, aber ihr ist es noch egaler, wenn sie andere mit ihrer eigenen Kälte vor den Kopf stößt und verletzt. Sie kann Rachels Leben absolut nicht gutheißen und das lässt sie ihre Schwester mit jeder Faser spüren. Es tut einem jeden Zusehenden in der Seele weh, wie hier zwei Schwestern lange Zeit nichts als Abneigung für die jeweils andere ausstrahlen.

    Und dann ist da eben noch die gutmütige, friedliebende und fast schon klischeehaft sensible Christina, gespielt von Elizabeth Olsen. Jeder kennt diese Personen, die auch im dunkelsten Moment noch ein Lächeln auf den Lippen haben und positive Energie versprühen. Doch wie bei ihren Schwestern ist auch das Naturell von Olsens Persona irgendwie eine Form von Schutzfassade. Die Marvel-Berühmtheit wirkt in dieser Rolle absolut nahbar und spielt insbesondere dann, wenn ihre Positivität im Anbruch des Unausweichlichen bröckelt, extrem authentisch.

    Theaterkino für die Seele

    Regisseur und Autor Azazel Jacobs hat den drei Protagonistinnen glaubwürdige Gespräche auf den Leib geschrieben und fängt in der Enge des kleinen Großstadtappartments jede Gefühlsregung mit der richtigen Einstellung ein. Meist bleibt dabei die Kamera statisch auf die Sprecher gerichtet, fast theatermäßig, mitunter hautnah. Darauf muss man sich natürlich einlassen können und wollen. Man ist quasi mit Töchtern eines Todgeweihten auf engstem Raume zusammengepfercht. So wie für die drei kein Entrinnen ehe es tatsächlich vorbei ist, gibt, gibt es auch für das Publikum keine Möglichkeit sich dem Aussprechen der unangenehmen Wahrheiten zu verschließen. Drei Töchter ist Kino, das, sollte man sich in die Figuren einfühlen können, tiefer schneidet als jeder Horrorfilm.

    Es ist schwer den Film mit anderen zu vergleichen. Vielleicht in Sachen Ehrlichkeit in den Dialogen in Richtung Succession. Mit der Kammerspiel-Ästhetik wird man sich womöglich an den Sam Levinson-Pandemie-Film Malcolm and Marie erinnert fühlen. Und in der Drastik des Umgangs mit den negativen Seiten des Lebens ähnelt der Netflix-Film dem Schwangerschafts-Drama Pieces of a Woman mit Vanessa Kirby. Fest steht für mich jedenfalls am Ende, dass ich noch lange über diese anderthalb Stunden nachsinnen werden. Drei Töchter ist einer dieser seltenen Fälle, bei denen man direkt nach der Sichtung weiß, dass man diesen Film nicht noch einmal schauen kann. Nicht weil er schlecht war oder man bereits in einem Durchgang alles entschlüsseln kann, sondern weil die eigene Seele für eine zweite Sichtung (noch) nicht bereit ist.

    Natasha Lyonne © Netflix

    © Netflix

    Unser Fazit zu Drei Töchter

    4.0 Stark

    Drei Töchter ist Schauspielkino der leisen Töne, der Reduzierung auf inszenatorischer und der Maximierung auf emotionaler Ebene. Fraglos hinterlässt das Drama spuren und hallt lange nach dem Schauen nach. Es hat eigentlich keines Beweises mehr bedurft, dass diese drei Darstellerinnen, namentlich Carrie Coon, Natasha Lyonne und Elizabeth Olsen, zur Speerspitze ihrer Generation gehören. Gefühlvoller, kraftvoller und ehrlicher lässt sich filmisch mit dem Thema Abschiednehmen kaum umgehen.

    Drei Töchter streamt bei Netflix.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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